Garmin Würzburg

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Garmin Würzburg GmbH
Navigon-Logo.svg
Rechtsform GmbH
Gründung 1991
Sitz Würzburg, Deutschland

Leitung

  • Johannes Angenvoort
  • Michael Wiegers
  • Clifton Pemble
  • Andrew Etkind
Mitarbeiter über 400 (Stand: April 2008)
Umsatz 137,9 Mio. Euro (2010)[1]
Branche Navigationssystem
Produkte Navigationssoftware und NavigationssystemeVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.navigon.com

Die Garmin Würzburg GmbH ist ein Anbieter von Navigationssystemen, der im Jahr 1991 in Deutschland unter dem Namen Navigon gegründet wurde. Sitz des Unternehmens ist Würzburg, Standorte gibt es in Cluj-Napoca und Chicago. Büros existieren in Europa, Asien und Nordamerika. Distributionspartner gibt es in Südafrika, Türkei, Australien, Indien, Brasilien, Russland und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Das Kartenmaterial stammt von der Firma Navteq.[2]

Am 14. Juni 2011 kündigte das Unternehmen Garmin die Absicht, die Navigon AG zu übernehmen, an.[3] Die Übernahme wurde am 26. Juli 2011 abgeschlossen.[4] Mit Wirkung zum 31. Oktober 2011 wurde die Navigon AG in die Rechtsform einer GmbH überführt.[5] Die Namensänderung zu Garmin Würzburg GmbH soll die Anbindung an das Mutterunternehmen betonen. Die Produkte werden weiterhin unter der Marke Navigon verkauft.[6]

Unternehmensstruktur[Bearbeiten]

Die Navigon GmbH mit Vertretungen in Europa, Asien, Nordamerika und Australien ist in folgende Geschäftsbereiche unterteilt:

Mobility[Bearbeiten]

Mit der mehrfach ausgezeichneten Software MobileNavigator für PDA, Mobiltelefon, Smartphone und Standalone-Navigationsgeräte (Personal Navigation Assistant) hat sich Navigon einen Namen in der Branche gemacht. Neben der Zusammenarbeit mit OEM-Partnern bietet Navigon seit 2007 auch selbst entwickelte GPS-Navigationsgeräte an.

Automotive[Bearbeiten]

Zusammen mit der Industrie, wie z. B. Seat, Continental oder BMW, entwickelt Navigon individuelle Softwarekomponenten für fest eingebaute Navigationsgeräte im Bereich Automobilnavigation für den Erst-, Zubehör- sowie Nachrüstmarkt.

Geschichte[Bearbeiten]

Seit ihrer Gründung widmet sich die Navigon AG dem Bereich der mobilen Navigation. Navigon gilt als Erfinder der dynamischen GPS-Navigation, Vorreiter für mobile Pocket-PC-Navigationssysteme und erster Anbieter von mobilen Navigationslösungen inklusive dynamischer TMC-Stauumfahrung.

1991 wurde in Würzburg die Gesellschaft für digitale Kartographie CIS GmbH gegründet. Sie entwickelte 1996 die erste dynamische GPS-Navigation „Autopilot“, später „AutoPilot 2000“. 1998 wurde die Gesellschaft in Navigon umbenannt, im gleichen Jahr folgte die Integration der GPS Gear GmbH. Das erste mobile Navigationssystem für Pocket PC „P1“ konnte 2000 vorgestellt werden. 2002 folgte die Markteinführung der ersten mobilen Onboard-Navigation mit Stauerkennung per Traffic Message Channel (TMC).

Die Navigon Inc. startete 2003 in Chicago, USA. Navigon stellte 2003 die Offboard-Navigation für Handys und die Entwicklungsplattform für Kartenbasierte Systeme MEDAS, heute MapSensor, vor. Das Mobiltelefon ruft dabei von einem zentralen Server die relevanten Routeninformationen ab. Ein Jahr später kamen der MobileNavigator 4, das erste Stück für Stück aufrüstbare System, dem man per Sprachbefehl Anweisungen geben kann, und die erste Software, die Smartphones eine unabhängige Routenplanung ermöglicht (Onboard-Navigation), auf den Markt. Diese mobile Onboard-Navigation war die erste, die europaweit bis in den Hausnummernbereich den richtigen Weg berechnete. 2004 wurden auch firmenindividuelle Navigationslösungen mit Schnittstellen zu Tourenplanungs- und CRM-Systemen entwickelt. Zudem eröffneten die Geschäftsstellen in Benelux, England, Frankreich, Italien Skandinavien und Spanien.

2005 wurde aus der Navigon GmbH die Navigon AG. General Atlantic übernahm 24,9 Prozent am Unternehmen[7]. Ein Jahr später begann die strategische Partnerschaft mit Truck24. Navigon führte 2006 außerdem die Produktfamilie Navigon Right für den professionellen Einsatz ein. Die US-Tochtergesellschaft Navigon Inc. übernahm den Bereich Fahrzeugnavigation des Kartenherstellers Navteq und die Business UnitAutomotive in Chicago wurde gegründet.

Den Schritt in den Hardware-Bereich machte das Unternehmen 2007 mit der Einführung der selbst entwickelten Geräteserien Navigon 5100, 7100 sowie 2100, des ersten Navigationssystems mit im Ladekabel integrierten TMC-Empfänger und Reality View. Im gleichen Jahr wurde eine Kooperation mit Samsung im Bereich Handynavigation begonnen, im Jahr darauf kam die Zusammenarbeit mit Via Michelin auf dem französischen Markt zustande. Das Jahr 2008 war geprägt vom Launch mehrerer Produkte, nämlich der MN7 Software, der max serie (2110max) und der Plattform FreshMaps. Nach dem Einstieg in den russischen und griechischen Markt für Navigation beschäftigte die Navigon AG 2008 weltweit nunmehr über 400 Mitarbeiter. Nach Liquiditätsproblemen erhöhte General Atlantic seine Aktienteil von bisher 29,5 % auf nun 90 %. Der Vorstandschef und bisherige Mehrheitseigner Peter Scheufen bleibt im Besitz von 10 % der Anteile.[7] Der neue Vorstand setzte sich aus Egon Minar (CEO), Peter Mauritz (CFO) und Robert Butz (CTO) zusammen.

2009 begann die Navigon AG eine strategische Partnerschaft mit T-Mobile Deutschland im Bereich Handynavigation und mobile Live Services. Die erste Version der MobileNavigator für das Apple iPhone 3G(S) im App Store wurde in 23 Varianten veröffentlicht, zudem folgte der Launch der Live Services für die Produkte 6350 und 8450. Die Führung des Unternehmens wechselte 2009 erneut, neuer Vorstand wurden Egon Minar (CEO) (Vorstandsvorsitzender) und Wend von Wietersheim (CFO), Aufsichtsratsvorsitzender wurde Klaus Esser. 2010 kam die Navigon select Telekom Edition auf den Markt, eine kostenlose MobileNavigator Grundversion für verschiedene Telefone für Telekom-Kunden. Zudem wurden neue Life Services veröffentlicht. Navigon stellte 2010 das neue Namenskonzept vor, bei dem die 40er und 70er Serien die Clusterung Easy, Plus und Premium erhielten. Es folgte der Launch der 40er und 70er Modelle.

Zur Entwicklung einer GPS-basierten Flottenmanagementlösung begann das Unternehmen 2011 eine Kooperation mit der GPSoverIP GmbH. Im gleichen Jahr wurde die Navigon AG von Garmin Ltd. übernommen und zur Navigon GmbH umgebaut und später in Garmin Würzburg GmbH umfirmiert. Außerdem kam es in diesem Jahr zur Integration der Spontanen Mitfahrgelegenheit Flinc in die Navigon-App für Smartphones[8]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Geschäftsbericht 2010 im elektronischen Bundesanzeiger
  2. Pressemitteilung zur Zusammenarbeit mit Navteq
  3. Garmin kündigt die Absicht an, Navigon zu übernehmen
  4. Garmin schließt Übernahme von Navigon ab
  5. http://www.navigon.com/portal/de/imprint.html?width=670&height=450&windowClass=mapscoverage
  6. Alexander Spier: Navigon wird zu Garmin Würzburg; Meldung auf Heise-Mobil vom 30. Januar 2012.
  7. a b Navigon kommt nur mit Finanzspritze über die Runden
  8. So funktioniert flinc in Navigon, flinc.org