Samsung

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Samsung Group
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN US7960532056
Gründung 1938
Sitz Seoul, Südkorea
Leitung CEOs der Einzelgesellschaften (bis 2008 Lee Kun-hee)
Mitarbeiter 369.000 (2012)[1]
Umsatz $247,5 Mrd. (2012)[1]
Gewinn $18,3 Mrd. (2012)[1]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Gewinn
Bilanzsumme $384,3 Mrd. (2012)[1]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Bilanzsumme
Branche Mischkonzern
Produkte Elektronik, Industrieanlagen, Waffen, Bau, Petrochemie
Finanzen, Versicherungen, DienstleistungenVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.samsung.com
Koreanische Schreibweise
koreanisches Alphabet: 삼성
chinesische Schriftzeichen: 三星
Revidierte Romanisierung: Samseong
McCune-Reischauer: Samsŏng

Die Samsung Group ist der größte südkoreanische Mischkonzern (Jaebeol). Die Samsung-Gruppe beschäftigt 369.000 Menschen und gehört zu den weltweit größten Unternehmen gemessen an Umsatz und Marktstärke. Der Name Samsung bedeutet im Koreanischen „Drei Sterne“ und repräsentiert die drei Söhne des Firmengründers Lee Byung-chull. Präsident des Samsung-Konglomerats war Lee Kun-hee, der dritte Sohn des Gründers, der in einem großen Skandal 2008 als Vorsitzender von allen Posten zurückgetreten ist. Seither wird die Samsung-Gruppe von den CEOs der einzelnen Firmen geführt. Flaggschiff der Gruppe ist Samsung Electronics, der größte Fernseher- und Handy-Hersteller der Welt.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Das Unternehmen wurde am 1. März 1938 in Daegu von Lee Byung-chull als Lebensmittelladen gegründet. Nach dem Koreakrieg stieg die Firma in die Baubranche und die Nahrungsmittelverarbeitung ein. Sie errichtete die erste Weizenmühle und die erste Zuckerraffinerie in industriellem Maßstab in Korea. Daraus ist heute der größte Nahrungsmittelhersteller Südkoreas geworden.

Samsung SPC-1000 Computer aus dem Jahr 1982
Firmensitz Samsung Town in Seoul

Mit der 1969 gegründeten Tochter Samsung Electronics nahm Samsung die Fertigung elektrotechnischer Artikel in Angriff, wobei man sich frühzeitig auf Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte konzentrierte. In den 1980er Jahren war Samsung Electronics zeitweise der weltgrößte Hersteller von tragbaren Fernsehgeräten. Damals begann man auf Betreiben der südkoreanischen Regierung mit der Entwicklung von Halbleitern, speziell Speichermodulen. Weitere Zweige, in denen der Großkonzern tätig ist, sind Maschinenbau, Automobile, Versicherung, Großhandel, Immobilien und Freizeit. Der seinerzeit größte private Fernsehsender Munhwa Broadcasting Corporation (MBC) wurde auf politischen Druck Ende der 1970er Jahre an den Staat abgetreten.

Nach der Asienkrise in den 1990er Jahren musste sich Samsung, wie alle Jaebeol, aus zahlreichen Geschäftsfeldern zurückziehen und verkaufte viele Tochterunternehmen, um die Kapitalbasis zu stärken. Gleichzeitig erfolgte die Konzentration auf einige Kerngebiete. Seitdem ist Samsung Electronics der wichtigste Zweig des Konglomerats.

In Europa weniger bekannt sind die anderen Zweige des Unternehmens:

Kritik[Bearbeiten]

Korruption[Bearbeiten]

Im August 2005 veröffentlichte eine Bürgerrechtsbewegung eine Liste – „Akte X“ genannt – mit 278 einflussreichen Personen, die von Samsung Gehälter bezogen oder bezogen hatten, unter ihnen zwei Ex-Premierminister. Es tauchten zudem neue Beweise dafür auf, dass das familiengeführte Unternehmen in den Präsidentschaftswahlkampf 1997 mit Spenden eingegriffen hatte. Es war die Rede von „Samsunggate“ und der „Republik Samsung“ (삼성민국).

Lee Yong-chul, ehemals Berater des südkoreanischen Präsidenten Roh Moo-hyun, gab Mitte November 2007 öffentlich bekannt, im Januar 2004 Bestechungsgelder in Höhe von 5445 Millionen Won (3.561.730 €) in bar von Samsung angeboten bekommen zu haben. Von Lee angefertigte Fotos des Geldes wurden am 19. November 2007 in der Presse veröffentlicht. Lees Aussage bestätigt Anschuldigungen des ehemaligen Samsung-Anwaltes Kim Yong-chul von Anfang November 2007, laut denen Samsung mit Hilfe des Vorstandsvorsitzenden Lee Kun-hee ein ganzes Netzwerk für die Bestechung von Vertretern, Strafverfolgern, Steuerbeamten, Journalisten und Wissenschaftler unterhalten habe. Bei den bis jetzt von Kim Yong-chul mit Namen benannten bestochenen Personen handelt es sich um den früheren Staatsanwalt und Chef der Korea Independent Commission Against Corruption Lee Jong-baek sowie Lee Gui-nam, den Direktor des Central Investigation Bureau, einer Abteilung zur Strafverfolgung und Ermittlung von Korruptionsvorwürfen in Industrie und Politik. Die Beschuldigten und Samsung wiesen die Vorwürfe als grundlos zurück.[4][5]

Kartellbildung[Bearbeiten]

Im Mai 2010 wurde gegen Samsung eine Strafe von 145,728 Millionen Euro verhängt. Das Unternehmen war Teil eines Preiskartells für DRAMs, welches sich aus zehn Unternehmen zusammensetzte und vom 1. Juli 1998 bis zum 15. Juni 2002 im EWR bestand.[6]

Im Oktober 2011 wurde die Unternehmenssparte Samsung Corning Precision Materials wegen illegaler Preisabsprachen im Zeitraum von 1999 bis 2004 von der EU zusammen mit Nippon Electric, der Schott AG und Asahi Glass zu einer Gesamtstrafe in Höhe von 128,7 Millionen Euro verurteilt. Das Kartell hatte die Preise von Bildröhrenglas für Fernseher und Computerbildschirme abgesprochen. Samsung Corning Precision Materials blieb von einer Strafe verschont, da das Unternehmen von der Kronzeugenregelung der Kommission profitierte.[7][8]

Arbeitsbedingungen[Bearbeiten]

Anfang 2012 wurde Samsung auf Platz drei des Public Eye People's Award 2012 gewählt, weil dem Konzern vorgeworfen wird, dass er in seinen Fabriken verbotene hochgiftige Stoffe einsetzt, ohne die Arbeiter zu informieren und zu schützen. Dadurch seien laut Angaben der Organisation mindestens 140 Arbeiter an Krebs erkrankt und mindestens 50 junge Arbeiter gestorben. Samsung bestreitet die Vorwürfe.[9]

Im August 2012 wurde bekannt[10], dass die Organisation China Labor Watch (CLW) dem chinesischen Zulieferer HEG Electronics Kinderarbeit in hohem Umfang vorwirft. Man habe zwischen Ende Juni und Juli 2012 herausgefunden, dass circa 80 Prozent der angestellten Arbeiter Schüler sind.[11] Im September 2012 veröffentlichte CLW die Ergebnisse von Untersuchungen bei acht Zulieferfirmen in China und stellte ebenfalls gravierende Verstöße gegen Arbeitnehmerrechte fest.[12] Der Spiegel bezeichnete die Studie als „plausibel und gut dokumentiert“.[13] In beiden Fällen wollten sich Vertreter von Samsung nicht äußern und kündigten eigene Untersuchungen an.

Sponsoring[Bearbeiten]

In Südkorea besitzt Samsung ein eigenes E-Sport-Werksteam mit dem Namen Samsung Galaxy (ehemals Samsung KHAN). Zudem ist Samsung Trikotsponsor des englischen Premier-League-Vereines FC Chelsea. Darüber hinaus ist Samsung Sponsor des Olympischen Fackellaufs.

Das Sponsoring für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Berlin im August 2009, bei dem Samsung als Hauptsponsor aufgetreten ist, war das größte Sponsoringevent in der bisherigen Geschichte Samsungs.

Tochtergesellschaften[Bearbeiten]

Elektronikindustrie[Bearbeiten]

Maschinenbau und Schwerindustrie[Bearbeiten]

Chemie[Bearbeiten]

  • Samsung Total Petrochemicals
  • Samsung Petrochemicals
  • Samsung BP Chemicals
  • Samsung Fine Chemicals
  • Cheil Industries

Finanzen[Bearbeiten]

  • Samsung Life Insurance
  • Samsung Fire & Marine Insurance
  • Samsung Card
  • Samsung Securities
  • Samsung Investment Trust Management
  • Samsung Venture Investment
  • Samsung Accelerator

Bauwesen/Handel[Bearbeiten]

Unterhaltung[Bearbeiten]

Andere[Bearbeiten]

  • Samsung Economic Research Institute
  • Cheil Worldwide
  • S-1
  • Samsung Biologics[14]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Samsung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d samsung.com: Samsung Profile 2012
  2. Der Standard: Samsung löst Nokia als Nummer 1 am Handymarkt ab 27. April 2012.
  3. Offizielle Samsung C&T Corporation Webpage 20. April 2013
  4. Choe Sang-Hun: Kim Yong-chul, a former lawyer for Samsung accuses the company of a vast bribery network. The New York Times, 20. November 2007
  5. Choe Sang-Hun: Prosecutor, 2 other officials accused in Samsung bribery case International Herald Tribune, 12. November 2007
  6. Kartellrecht: Kommission belegt DRAM-Hersteller mit Geldbuße von 331 Millionen Euro wegen Preiskartells und erzielt ersten Vergleich in einem Kartellfall
  7. Schott muss 40 Millionen Buße zahlen, dpa-Meldung vom 20. Oktober 2011
  8. Kartellrecht: Kommission verhängt in bislang viertem Kartellvergleich Geldbuße von 128 Mio. EUR gegen CRT-Glas-Hersteller
  9. Nominiert für den Public Eye People’s Award 2012 (Version vom 4. November 2012 im Internet Archive)
  10. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatAnnika Demgen: Kinderarbeit bei Samsung: China Labor Watch klagt Hersteller an. In: netzwelt. Abgerufen am 9. August 2012.
  11. China Labor Watch: Samsung Factory Exploiting Child Labor -Investigative Report on HEG Electronics (Huizhou) Co.,Ltd. Samsung Supplier. 7. August 2012, abgerufen am 6. September 2012 (PDF, 31 Seiten, 2,3 Mb, englisch).
  12. China Labor Watch: An Investigation of Eight Samsung Factories in China - Is Samsung infringing Upon Apple's Patent do Bully Workers? 4. September 2012, abgerufen am 6. September 2012 (PDF, 122 Seiten, 9 Mb, englisch).
  13.  Hilmar Schmundt: Kinderarbeit bei Samsung?. In: Der Spiegel, Nr. 36. 3. September 2012, ISSN 0038-7452, S. 66.
  14. [1]