Gaston Tissandier

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Gaston Tissandier
Das Elektroluftschiff der Gebrüder Tissandier 1883 in Auteuil, Paris
Titelblatt von La Nature

Gaston Tissandier (* 21. November 1843 in Paris; † 30. August 1899 in Paris) war ein französischer Chemiker, Meteorologe und Luftschiffer.

Leben[Bearbeiten]

Gaston Tissandier widmete sich vorwiegend der Chemie und leitete 1864–1874 das Versuchslaboratorium der Union nationale.

In dieser Zeit beschäftigte er sich auch mit meteorologischen Arbeiten, und 1868 unternahm er daher von Calais aus mit Claude-Jules Duruof (1841–1899) seine erste Ballonfahrt. 1869 legte er mit Wilfrid de Fonvielle 90 km in 35 Minuten zurück.

Seitdem stieg er mit seinem Bruder Albert (1839–1906) mehr als 20mal auf. 1870 floh er mittels eines Ballons aus dem belagerten Paris. 1875 mit Joseph Crocé-Spinelli (1845–1875) und Théodore Sivel (1834–1875) zwei Fahrten, von denen eine 23 Stunden dauerte. Die zweite Fahrt am 15. April 1875, hauptsächlich zum Zweck spektroskopischer Untersuchungen unternommen, führte in eine Höhe von 8.600 m. Seine beiden Begleiter kostete der Sauerstoffmangel das Leben, Tissandier überlebte, verlor aber das Gehör. Im Jahr 1881 wurde von den Gebrüdern Tissandier erstmals ein Luftschiff vorgestellt, das mit einem Elektromotor bestückt war. Der 1,5-PS-Motor der Firma Siemens trieb eine zweiflügelige Luftschraube an. Dieses Wasserstoff-Luftschiff hatte seinen Erstflug am 8. Oktober 1883. Zunächst war dieser Prototyp privat finanziert. Ein zweites Modell, nun mit einem stärkeren Elektromotor, wurde im August 1884 durch das französische Militär abgenommen und erstmals erprobt.[1]

Tissandier war Vizepräsident der französischen Luftschiffergesellschaft, Professor des Polytechnischen Vereins und Mitglied der französischen Ehrenlegion. Er schrieb außer vielen weiteren Zeitschriftenbeiträgen vor allem für die 1873 von ihm gegründete Zeitschrift La Nature. Tissandier starb 1899 in Paris.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Helmut Braun: Aufstieg und Niedergang der Luftschifffahrt – Eine wirtschaftshistorische Analyse. eurotrans-Verlag, Regensburg 2007, ISBN 3936400229, S. 114 f.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Eléments de Chimie. Paris 1870.
  • L’Eau. Paris: Hachette 1867.
  • La Houille. Paris: Hachette 1886.
  • Histoire de mes ascensions récit de quarante voyages aériens (1868–1886). Paris: Maurice Dreyfous, éditeur, 1887 (7. Auflage).
  • En ballon! Pendant le siège de Paris. Souvenirs d’un aéronaute. Paris 1871.
  • Les Merveilles de la photographie. Paris: Hachette 1874.
  • Histoire de la gravure typographique. 1875
  • Simples notions sur les ballons. 1876
  • Le Grand Ballon captif à vapeur de M. Henry Giffard, 1879
  • Les Martyrs de la science. Paris: Dreyfous 1879.
  • Observations météorologiques en ballon. Résumé de 25 ascensions aérostatiques. Paris 1879
  • Les ballons dirigeables: Application de l’électricité à la navigation aerienne; [Ouvrage accompagné de 35 fig. et de 4 pl. hors texte]. Paris 1885.
  • La photographie en ballon, avec une table. Paris 1886.
  • Histoire des ballons et des aéronautes célèbres. Paris: H. Launette & C., 1890.
  • La Tour Eiffel de 300 mètres: description du monument, sa construction, ses organes mécaniques, son but et son utilité. Avec une lettre autographie de G. Eiffel. Paris: Masson, 1889.
  • Bibliographie aéronautique: Catalogue de livres d’histoire, de science, de voyages et de fantaisie, traitant de la navigation aérienne ou des aérostats. Paris 1887. Nachdruck der Ausgabe Paris 1887, Amsterdam: Israël 1971.
Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
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