Gaulnhofen (Rohr)

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Gaulnhofen
Gemeinde Rohr
Koordinaten: 49° 19′ N, 10° 53′ OKoordinaten: 49° 19′ 25″ N, 10° 53′ 10″ O
Höhe: 402–413 m ü. NHN
Einwohner: 15 (25. Mai 1987)[1]
Postleitzahl: 91189
Vorwahl: 09876

Gaulnhofen (fränkisch: Gaalnhufm[2]) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Rohr im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern).[3]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südlich des Weilers entspringt ein namenloser Bach, der ein rechter Zufluss der Schwabach ist. Der Ort lag ursprünglich inmitten eines geschlossenen Waldgebietes, das sich südlich von Rohr erstreckte. Heute grenzt im Nordosten das Waldgebiet „Im Biersteig“ an, im Nordwesten liegt das Waldgebiet „Im Steinbassing“. Im Südosten liegt das Flurgebiet „Stückfeld“. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Kitschendorf (2,2 km südlich) bzw. nach Rohr zur Staatsstraße 2239 (1,8 km nördlich), eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt nach Prünst (1,9 km östlich).[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort lag verkehrsgünstig an einer Altstraße, die zur Zeit der Karolinger angelegt wurde und von Roßtal nach Höfstetten führte.[5] Im Jahr 1300 wurde der Ort im Salbuch des Hochstifts Eichstätt als „Gaulenhouen“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname hat als Bestimmungswort den Personennamen des Gründers Gulo.[6] Zu dieser Zeit war der Ort weitestgehend verödet. Ein Anwesen unterstand den Herren von Heideck, womit später Nürnberger Patrizier belehnt wurden. 1407 wurde nur ein Hof verzeichnet, der dem eichstättischen Kastenamt Abenberg unterstand.[7] 1671 gab es in Gaulnhofen 5 Anwesen, wovon eines dem Kastenamt Abenberg unterstand und vier der Reichsstadt Nürnberg.[8] 1732 gab es laut den Oberamtsbeschreibungen von Johann Georg Vetter in Gaulnhofen weiterhin 5 Anwesen, von denen 2 Anwesen dem Kastenamt Schwabach unterstanden, 1 Anwesen dem Kastenamt Abenberg und 2 Anwesen dem Landesalmosenamt der Reichsstadt Nürnberg.[9]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Gaulnhofen 5 Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Schwabach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Schwabach. Grundherren waren das Kastenamt Schwabach (1 Halbhof, 1 Köblergut), das eichstättische Kastenamt Abenberg (1 Ganzhof), das Landesalmosenamt der Reichsstadt Nürnberg (1 Ganzhof) und der Nürnberger Eigenherr von Grundherr (1 Dreiviertelhof).[10]

Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Schwabach. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 Gaulnhofen dem Steuerdistrikt Rohr (II. Sektion) und der 1818 gebildeten Ruralgemeinde Prünst zugeordnet. Am 1. Mai 1978 wurde Gaulnhofen im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Rohr eingegliedert.[11]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 41 40 47 37 26 33 33 38 27 35 15
Häuser[12] 5 6 5 5 4 6 5 4
Quelle [13] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [20] [21] [22] [1]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Emmeram (Rohr) gepfarrt.[10] Die Katholiken sind nach St. Sebald (Schwabach) gepfarrt.[21][23]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 348 (Digitalisat).
  2. E. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 20. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „gālnhūfm“.
  3. Gemeinde Rohr, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 17. Juli 2023.
  4. Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 17. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).
  5. F. Eigler: Schwabach, S. 57.
  6. E. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 20 f.
  7. F. Eigler: Schwabach, S. 129.
  8. F. Eigler: Schwabach, S. 142.
  9. F. Eigler: Schwabach, S. 251. Nach F. Eigler, S. 129, werden in der Oberamtsbeschreibung die 2 Anwesen des Landesalmosenamtes fälschlicherweise dem St. Klara-Klosteramt zugewiesen.
  10. a b F. Eigler: Schwabach, S. 390.
  11. F. Eigler: Schwabach, S. 479 f.
  12. Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude.
  13. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, OCLC 1071656043, S. 29 (Digitalisat).
  14. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, OCLC 635011891, S. 237 (Digitalisat).
  15. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 1087, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  16. Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1253, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  17. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1188 (Digitalisat).
  18. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1260 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1298 (Digitalisat).
  20. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 1126 (Digitalisat).
  21. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 825 (Digitalisat).
  22. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 180 (Digitalisat).
  23. Katholische Pfarrei St. Sebald, Schwabach. In: bistum-eichstaett.de. Abgerufen am 27. Mai 2023.