Mittelfranken

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mittelfranken
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Staat: Deutschland
Bundesland: Bayern
Verwaltungssitz: Ansbach
Größte Städte: 1. Nürnberg
2. Fürth
3. Erlangen
4. Ansbach
Fläche: 7.244,85 km²
Einwohner: 1.719.494 (31.12.2011)
Bevölkerungsdichte: 237 Einwohner je km²
Bezirkstagspräsident: Richard Bartsch (CSU)
Regierungspräsident: Thomas Bauer
Webpräsenz:
Locator map RB Mittelfranken in Bavaria.svg Locator map Mittelfranken in Germany.svg
Lage in Bayern und Deutschland

Mittelfranken liegt im fränkischen Teil von Bayern und ist sowohl ein Bezirk als auch ein Regierungsbezirk. Es liegt im Nordwesten Bayerns und grenzt an Baden-Württemberg sowie an die bayerischen Regierungsbezirke Oberbayern, Oberfranken, Unterfranken, Schwaben und Oberpfalz.

Verwaltungssitz des Bezirks und gleichzeitig Regierungssitz des Regierungsbezirks ist Ansbach. Die größte Stadt ist Nürnberg.

Der Name Mittelfranken bezieht sich, ähnlich wie im Falle von Ober- und Niederbayern, auf die relative Position des Mains. Entsprechend liegt Oberfranken an dessen Oberlauf, Unterfranken am Unterlauf und Mittelfranken dazwischen. Diese Benennung geht zurück auf die Erschaffung des „Mainkreises“ im Zuge der von Graf Montgelas 1808 verfassten Konstitution des Königreichs Bayern. Die Einteilung der Territorien wurde dem französischen Vorbild angeglichen und orientierte sich insofern primär an Flussnamen.

Gliederung[Bearbeiten]

Der Regierungsbezirk Mittelfranken umfasst fünf kreisfreie Städte und sieben Landkreise:

Kreisfreie Städte[Bearbeiten]

  1. Ansbach
  2. Erlangen
  3. Fürth
  4. Nürnberg
  5. Schwabach

Landkreise[Bearbeiten]

  1. Landkreis Ansbach
  2. Landkreis Erlangen-Höchstadt
  3. Landkreis Fürth
  4. Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim
  5. Landkreis Nürnberger Land
  6. Landkreis Roth
  7. Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen

In der Übergangszeit vom 1. Juli 1972 bis zum 30. April 1973 hatten einige Landkreise andere Namen:

  • Der Landkreis Erlangen-Höchstadt hieß Landkreis Erlangen.
  • Der Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim hieß Landkreis Neustadt an der Aisch.
  • Der Landkreis Nürnberger Land hieß Landkreis Lauf an der Pegnitz.
  • Der Landkreis Roth hieß Landkreis Roth bei Nürnberg.
  • Der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen hieß Landkreis Weißenburg in Bayern.

Vor der Kreisreform[Bearbeiten]

Vor der Kreisgebietsreform am 1. Juli 1972 hatte der Regierungsbezirk acht kreisfreie Städte und 17 Landkreise:

Kreisfreie Städte[Bearbeiten]

Landkreise[Bearbeiten]

Bis nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Regierungsbezirke Mittelfranken und Oberfranken gemeinsam verwaltet.

Geographie[Bearbeiten]

Größere Städte (ohne kreisfreie Städte)[Bearbeiten]

Gewässer[Bearbeiten]

In Mittelfranken gibt es zahlreiche Gewässer, die vielfältig genutzt werden und vor allem für Teichwirtschaft und Tourismus von großer Bedeutung sind.

Der Aischgründer Karpfen ist seit dem 27. November 2012 europaweit geschützt.[1]

Flüsse[Bearbeiten]

Seen[Bearbeiten]

Neben zahlreichen Fischteichen, die oftmals an Bachläufen liegen, gibt es vor allem im Fränkischen Seenland größere Seen:

Berge[Bearbeiten]

Die Fränkische Alb erstreckt sich unregelmäßig über weite Teile des östlichen Mittelfranken. Der höchste Berg ist der 689 Meter hohe Hesselberg am südwestlichen Rand der Alb; der zweithöchste Berg ist der 656,4 Meter hohe Dürrenberg. Bedeutend ist auch der 603,5 Meter hohe Moritzberg etwa 17 Kilometer östlich von Nürnberg.

Geschichte[Bearbeiten]

Siehe auch Geschichte Frankens

Mit dem Übergang mittelfränkischer Gebiete, insbesondere des Fürstentums Ansbach und der Reichsstadt Nürnberg, an das neue Königreich Bayern in napoleonischer Zeit entstand der Rezatkreis mit Ansbach als Hauptstadt. Den Namen Mittelfranken trägt der Regierungsbezirk seit dem 1. Januar 1838 in Anlehnung an das ehemalige Herzogtum Franken in dessen Ostteil er liegt.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Während der Westen von Mittelfranken um Ansbach, Gunzenhausen und Weißenburg eher ländlich geprägt ist, konzentriert sich die Industrie auf den Ostteil Mittelfrankens und dort hauptsächlich auf den Städteverbund Nürnberg, Fürth, Erlangen und Schwabach. Gemessen am BIP gehört Mittelfranken zu den wohlhabenderen Regionen der EU mit einem Index von 134 (EU27: 100, Deutschland: 116; Stand: 2008).

Verkehr[Bearbeiten]

Luftverkehr[Bearbeiten]

  • Flughafen Nürnberg, Verbindungen zu den wichtigsten deutschen und europäischen Flughäfen, Drehkreuz für Air Berlin

Bahnstrecken[Bearbeiten]

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten]

Der gesamte ÖPNV in Mittelfranken kann dank des Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg mit nur einer Fahrkarte genutzt werden. Freizeitlinien ergänzen das Verkehrsangebot am Wochenende und in den Sommerferien. Auf der Schiene bestehen überwiegend gute Verbindungen, während das Busangebot außerhalb der Spitzenzeiten besonders auf dem Land oft nur Minimalanforderungen gerecht wird.

Fernstraßen[Bearbeiten]

Bundesautobahnen[Bearbeiten]

  • A 3 (Frankfurt/Main)–Würzburg–Nürnberg−(Passau–Wien)
  • A 6 (Heilbronn)–Ansbach–Nürnberg–(Amberg–Waidhaus–Pilsen)
  • A 7 (Hamburg–Würzburg)–Rothenburg ob der Tauber–(Ulm–Füssen)
  • A 9 (Berlin)–Nürnberg–(München)
  • A 73 Nürnberg–Fürth–Erlangen–(Bamberg–Coburg–Erfurt)

Bundesstraßen[Bearbeiten]

  • B 2 (Augsburg)–Weißenburg–Nürnberg–(Bayreuth–Hof)
  • B 4 Nürnberg–Erlangen–(Bamberg–Coburg–Erfurt)
  • B 8 (Würzburg)–Neustadt/Aisch–Fürth–Nürnberg–(Regensburg)
  • B 13 (Würzburg)–Uffenheim–Ansbach–Gunzenhausen–(München–Sylvensteinstausee)
  • B 14 (Stuttgart)–Feuchtwangen–Ansbach–Nürnberg–Hersbruck–(Weiden-Waidhaus–Tschechische Republik)
  • B 25 Feuchtwangen–Dinkelsbühl–(Nördlingen–Donauwörth)
  • B 466 (Nördlingen)–Gunzenhausen–Schwabach–Nürnberg–(A 6,B 2)
  • B 470 (Bundesautobahn 7)–Bad Windsheim–Neustadt a. Aisch–Höchstadt a. Aisch–(Forchheim–Pegnitz–Weiden–A 93)

Wasserstraßen[Bearbeiten]

  • Der Main-Donau-Kanal führt über Bamberg, Erlangen, Fürth, Nürnberg weiter nach Kelheim und mündet dort in die Donau. Er ist ein Teil der direkten Wasserstraße von der Nordsee bis ins Schwarze Meer.

Schutzgebiete[Bearbeiten]

Naturschutzgebiete[Bearbeiten]

Im Regierungsbezirk gibt es 64 Naturschutzgebiete. Zusammen nehmen sie eine Fläche von 4262 Hektar ein. Das größte Naturschutzgebiet im Bezirk ist der Tennenloher Forst.

Regierungsbezirk[Bearbeiten]

Die Regierungspräsidenten (bis 1837 Generalkommissäre) des Regierungsbezirks Mittelfranken waren:

Bezirk Mittelfranken[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Bezirk Mittelfranken wurde mehrmals umbenannt. Bei der Gründung 1828 hieß er Landrath vom Rezatkreis und wurde ab 1838 Landrath von Mittelfranken genannt. Von 1919 an trug er den Namen Kreistag von Mittelfranken und wurde 1933 auf Grund von Gebietszusammenlegungen in Kreistag von Oberfranken-Mittelfranken umbenannt. 1938 wurde die Bezeichnung erneut geändert und zwar in Bezirksverbandstag von Oberfranken-Mittelfranken. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Behörde zunächst abgeschafft und fungierte unter dem Namen Bezirksverbands-Beirat von Mittelfranken ab 1946 als beratende Einrichtung der Alliierten. 1953 konstituierte sich der vorläufige Bezirkstag von Mittelfranken, ein Jahr später, am 21. Dezember 1954, der erste Bezirkstag von Mittelfranken.

Einrichtungen[Bearbeiten]

Zentrum für Hörgeschädigte des Bezirks Mittelfranken in Nürnberg

Der Bezirk Mittelfranken ist Träger psychiatrischer und neurologischer Fachkrankenhäuser, von Spezialkliniken, Fach- und Sonderschulen (z. B. für Gehörlose und -geschädigte, Blinde) und Freilichtmuseen (in Bad Windsheim). Der Bezirk Mittelfranken ist außerdem Träger des Berufsbildungswerks für Gehörlose und des Berufsausbildungswerk Mittelfranken für Lernbeeinträchtigte.

Der Bezirk Mittelfranken verleiht jährlich den mit 15.000 Euro dotierten Wolfram-von-Eschenbach-Preis.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung[Bearbeiten]

Gespalten und vorne geteilt; vorne oben geviert von Silber und Schwarz, unten in Rot drei silberne Spitzen; hinten in Gold am Spalt ein rotbewehrter schwarzer Adler.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Die Vierung von Silber und Schwarz vorne oben steht für die hohenzollerischen Besitzungen um Ansbach, die silbernen Spitzen in Rot darunter stehen für die historische Region Franken (sog. Fränkischer Rechen) insgesamt. Der Adler in Gold stammt aus dem Wappen der Reichsstadt Nürnberg.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge Mittelfrankens stellt eine rot-weiße Frankenfahne mit mittig angeordnetem Bezirkswappen dar.

Bezirkstag[Bearbeiten]

Zusammensetzung[Bearbeiten]

Stand nach der jeweiligen Wahl.

Wahl CSU SPD FW Grüne FDP Die Linke REP NPD GDP¹ BP KPD ÖDP Die Franken Piraten Gesamt
2013[2] 12 7 3 3 1 1 1 1 1 30
2008 12 7 3 2 1 1 26
2003 15 7 1 2 25
1998 13² 11 1 2 1 28
1994 14 11 2 1 28
1990 14 9 2 2 1 28
1986 15 9 2 1 1 28
1982 15 11 1 1 28
1978 15 11 2 28
1974 16 11 2 29
1970 14 11 3 1 29
1966 12 12 2 3 29
1962 13 11 3 1 28
1958 12 12 3 1 28
1954 10 10 4 2 1 1 28

¹ 1954 und 1958 GB/BHE

² Die CSU verlor im Laufe der Legislaturperiode einen Bezirksrat durch Parteiübertritt an die Bayernpartei.

Es sind nicht alle Parteiwechsel von Bezirksräten während der Legislaturperiode aufgeführt.

Bezirkstagspräsidenten[Bearbeiten]

Die Präsidenten des Bezirkstages Mittelfranken und seiner Vorgängerinstitutionen waren:

2003 wurde Richard Bartsch (CSU) zum Bezirkstagspräsidenten gewählt. Sein Stellvertreter in der erste Amtsperiode 2003-2008 war Alexander Küßwetter (CSU). Franz Schmidhammer (CSU) und Fritz Körber (SPD) fungierten als weitere Stellvertreter des Bezirkstagspräsidenten. 2008 wurde Richard Bartsch als Bezirkstagspräsident für eine zweite Amtszeit wiedergewählt, während Karin Knorr (FW) [3] erstmals dessen Stellvertreterin wurde. Zum 1. weiteren Stellvertreter des Bezirkstagspräsidenten wurde Alexander Küßwetter (CSU) und zum 2. weiteren Stellvertreter Norbert Dünkel (CSU) bestimmt. Seit 2013 sind die Stellvertreter Richard Bartschs – der diesmal erst im zweiten Wahlgang gewählt wurde[4]Christa Naaß (1. Stellvertreterin) sowie Susanne Lender-Cassens (Grüne) und Armin Kroder (Freie Wähler). Letzterer wurde gewählt, nachdem Karin Knorr nur wenige Tage nach ihrer Wahl zur weiteren Stellvertreterin das Amt wieder niederlegte, nachdem sie unmittelbar nach ihrer Wahl die Fraktion der Freien Wähler verlassen hatte.[5]

Mitglieder des Bezirkstags von Mittelfranken[Bearbeiten]

Nach der letzten Wahl 2013 sind folgende Mitglieder im Bezirkstag von Mittelfranken vertreten [6]:

Funktion Partei
Richard Bartsch Bezirkstagspräsident CSU
Lydia Bauer-Hechler Die Grünen
Wolfgang Beigel SPD
Bernd Eckstein CSU
Peter Daniel Forster Vorsitzender der CSU-Fraktion CSU
Robert Gattenlöhner Die Franken
Daniel Gruber Piraten
Klaus Hiemeyer Vorsitzender der Fraktion der Grünen Die Grünen
Wolfgang Hofmann FDP
Max Hubmann CSU
Marco Kistner CSU
Karin Knorr FW
Armin Kroder 1. weiterer Stv. des Bezirkstagspräsidenten FW
Horst Krömker SPD
Alexander Küßwetter CSU
Susanne Lender-Cassens 2. weitere Stv. des Bezirkstagspräsidenten Die Grünen
Herbert Lindörfer CSU
Michael Maderer CSU
Ingrid Malecha ÖDP
Christa Naaß Stellvertreterin des Bezirkstagspräsidenten SPD
Gisela Niclas Vorsitzende der SPD-Fraktion SPD
Ronald Reichenberg SPD
Ute Salzner CSU
Uwe Schildbach Die Linke
Walter Schnell Fraktionsvorsitzender der FW-Fraktion FW
Ernst Schuster CSU
Catrin Seel Geschäftsführerin der CSU-Fraktion CSU
Barbara Titzsch CSU
Amely Weiß SPD
Elke Zahl SPD

Partnerschaft[Bearbeiten]

Der Bezirk Mittelfranken schloss 1981 als erste Region in Bayern eine Partnerschaft mit dem Département Haute-Vienne in Frankreich; in den Jahren danach folgten entsprechende Vereinbarungen mit den beiden Nachbardépartements Creuse und Corrèze. Dies mündete 1995 in eine Partnerschaft zwischen der (Gesamt-)Region Limousin und dem Bezirk Mittelfranken.

Seit dem Jahr 2000 unterhält der Bezirk Mittelfranken eine Regionalpartnerschaft mit der Woiwodschaft Pommern (polnisch Województwo pomorskie) in Polen und seit 2001 gibt es eine triregionale Partnerschaft zwischen allen drei Regionen.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Radio 8 Ansbach: „Aischgründer Karpfen europaweit geschützt“ (abgerufen am 27. November 2012)
  2. http://www.bezirk-mittelfranken.de/index.php?id=wahlen2013
  3. http://www.bezirk-mittelfranken.de/index.php?content=bz.bezirkstag.gremium.1
  4. Bezirkstagspräsidenten wiedergewählt. Bayerischer Rundfunk, 10. Oktober 2013, abgerufen am 31. Dezember 2013.
  5. FW-Bezirksrätin tritt zurück. Bayerischer Rundfunk, 14. Oktober 2013, abgerufen am 31. Dezember 2013.
  6. http://www.bezirk-mittelfranken.de/index.php?content=bz.bezirkstag.2

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mittelfranken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

49.32610.8462Koordinaten: 49° N, 11° O