Georg Reutter der Jüngere

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Georg Reutter der Jüngere

(Johann Adam Joseph Karl) Georg Reutter, genannt der Jüngere (getauft am 6. April 1708 in Wien; † 11. März 1772 ebenda) war ein österreichischer Komponist.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Reutter erhielt schon früh Unterricht von seinem Vater Georg Reutter dem Älteren, der Dom- und Hoforganist in Wien war und assistierte ihm in diesen Funktionen. Später wurde Antonio Caldara sein Lehrer. Nach seiner Lehrzeit bewarb sich Reutter zunächst vergeblich als Hoforganist. Nach einer Italienreise 1730, die ihn nach Venedig und Rom führte, erfolgte schließlich zum 1. März 1731 die Ernennung zum Hofkomponisten in Wien. Im Jahr 1738 trat Reutter die Nachfolge seines Vaters als erster Kapellmeister am Stephansdom an. In diesem Amt unterstanden ihm auch die Domsängerknaben, unter denen sich zu dieser Zeit Joseph Haydn befand, den Reutter selbst 1740 aus Hainburg nach Wien geholt hatte.

Reutter wurde 1740 von Kaiser Karl VI. in den Adelsstand gehoben (Edler von Reutter) und erlangte in den folgenden Jahren eine führende Stellung im Wiener Musikleben. Maria Theresia gab ihm 1751 die Leitung der gesamten Tafel-, Kammer- und Kirchenmusik und 1769 wurde Reutter schließlich offiziell erster Hofkapellmeister.

Sein Sohn war Marian Reutter, Abt des Stiftes Heiligenkreuz.

Werke[Bearbeiten]

Reutter verfasste zahlreiche Messen (etwa 80), Oratorien und musikdramatische Werke (feste teatrale, dramme per musica, feste di camera, dialoghi, serenate). Außerdem Instrumentalmusik, wie zwei Sinfonien, zwei Partiten, zwei Servizi di tavola für Streicher und Bläser, fünf Streichersinfonien, zwei Konzerte für Clavier und Streicher, zwei Konzerte für Clarino und Streicher sowie Musik für Cembalo. Insgesamt soll sein Schaffen 677 Nummern umfassen.

Literatur[Bearbeiten]

  • L. Stollbrock: Leben und Wirken des k.k. Hofkapellmeisters Johann Georg Reutter junior. In: Vierteljahresschrift für Musikwissenschaft. Band VIII, 1892.
  • Die Musik in Geschichte und Gegenwart
  • Propyläen Welt der Musik. Frankfurt 1989

Weblinks[Bearbeiten]