George Ripley (Kanoniker)

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George Ripley (* um 1415; † 1490) war einer der bedeutendsten englischen Alchemisten.

Leben[Bearbeiten]

Über sein Leben ist wenig bekannt. Vermutlich lebte er in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts als Chorherr im Augustiner-Orden in Bridlington in Yorkshire. Neben seiner kirchlichen Aufgabe widmete er sich auch der Naturforschung und der Alchemie. Um seine Kenntnisse zu erweitern, unternahm er Reisen nach Frankreich, Deutschland und Italien. Für einige Zeit lebte er in Rom, wo er von Papst Innozenz VIII. 1477 zum Kammerherrn ernannt wurde und seine Studien noch intensiver fortführen konnte. Als er 1478 nach England zurückkehrte, behauptete er, im Besitz der Rezeptur zur Herstellung des Steins der Weisen zu sein, der unter anderem auch das Goldmachen ermöglichen sollte. Zweihundert Jahre später erinnerte Elias Ashmole an die alten Überlieferungen, wonach Ripley den Johanniterrittern für ihren Kampf zur Verteidigung ihres Ordenssitzes auf Rhodos gegen die belagernden Osmanen jährlich 100.000 Pfund Sterling angeblich zugewendet hat, was für Ashmole der klare Beweis für die Kunst des Goldmachens war.

Mit dem Zuwachs wissenschaftlicher Erkenntnisse, überschritt die Alchemie ab Mitte des 15. Jahrhunderts - die Zeit George Ripley's - immer mehr die Grenze zur Betrügerei.[1][2] Die Kirche distanzierte sich nach und nach von der spekulativen Alchemie, die zudem viele heidnische Elemente enthielt. Ripley wurde von den Augustinern verstoßen und wechselte zum Karmeliterorden in Boston (Lincolnshire), wo er 1490 starb.

In seinem Werk The Compound of Alchemy beschreibt Ripley in bilderreichen und völlig unverständlichen Versen die 12 Stufen (The Twelve Gates) des alchemistischen Weges zur Bereitung des Steins der Weisen.

Werke[Bearbeiten]

  • The Compound of Alchymy
  • The Alchemical Scrolls
  • The Mistery of Alchymists
  • The Bosome-Book
  • Liber Secretisimus
  • Five Preparations of the Philosopher’s Mercury
  • A Treatise of Mercury and the Philosophers Stone
  • Cantilena

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Biedermann: Lexikon der magischen Künste, VMA-Verlag, Wiesbaden 1998, ISBN 3-928127-59-4

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Meyers Konversations-Lexikon. Bibliographisches Institut, Leipzig und Wien 1894, Bd. 1, S. 324
  2. Michaelis Sendivogius (1566-1636), Ein überauß köstlicher Philosoph. Tractat von Denn Irrgängen der Alchymisten