Germanium(IV)-sulfid

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Kristallstruktur
Kristallstruktur von Germanium(IV)-sulfid
__ Ge4+     __ S2−
Allgemeines
Name Germanium(IV)-sulfid
Andere Namen

Germaniumdisulfid

Verhältnisformel GeS2
CAS-Nummer 12025-34-2
PubChem 82816
Kurzbeschreibung

farbloser Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 136,77 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Dichte

2,94 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

940 °C[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Germanium(IV)-sulfid ist eine anorganische chemische Verbindung des Germaniums aus der Gruppe der Sulfide. Es war die erste Germaniumverbindung die von Clemens Winkler bei der Analyse von Argyrodit gefunden wurde. Die Tatsache, daß die Verbindung eine andere Löslichkeit als andere Sulfide hatte machte es ihm möglich, das neue Element zu isolieren.[4]

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Germanium(IV)-sulfid kann durch Reaktion von in Salzsäure oder Schwefelsäure gelöstem Germanium(IV)-oxid mit Schwefelwasserstoff gewonnen werden.[1]

\mathrm{GeO_2 + 2 \ H_2 S \longrightarrow GeS_2 + 2 \ H_2 O}

Es entsteht auch aus den Elementen bei 1100°C unter Druck.[5]

Eigenschaften[Bearbeiten]

Germanium(IV)-sulfid ist ein farbloser Feststoff, der von Wasser nur schwierig benetzt wird. Bei etwa 800 °C schmilzt er zu einer dunklen Flüssigkeit, die als bernsteingelbe, durchsichtige Masse erstarrt. In Alkalien ist er als Thiosalz löslich. Bei 800 °C ist er in inerter Atmosphäre flüchtig.[1] Die Verbindung ist unter Normalbedingungen wie Siliciumdisulfid polymer.[5] Sie kommt in mehreren Formen vor. So mit orthorhombischer Kristallstruktur und der Raumgruppe Fdd2, aber auch als monokline Form mit Raumgruppe P21/c.[2][6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d  Georg Brauer: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band I, Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 736.
  2. a b c  Jean d'. Ans, Ellen Lax, Roger Blachnik: Taschenbuch für Chemiker und Physiker. Springer DE, 1998, ISBN 364258842-5, S. 476 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  4. Clemens Winkler: Mittheilungen über das Germanium. In: Journal für Praktische Chemie. 34, 1886, S. 177–229, doi:10.1002/prac.18860340122.
  5. a b  Arnold F. Holleman, Egon Wiberg, Nils Wiberg: Lehrbuch der anorganischen Chemie. Walter de Gruyter, 1995, ISBN 311012641-9, S. 1922 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. M. Rubenstein, G. Roland: A monoclinic modification of germanium disulfide, GeS2. In: Acta Crystallographica Section B Structural Crystallography and Crystal Chemistry. 27, , S. 505–506, doi:10.1107/S0567740871002450.