Gewöhnlicher Feldrittersporn

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Gewöhnlicher Feldrittersporn
Gewöhnlicher Feldrittersporn (Consolida regalis)

Gewöhnlicher Feldrittersporn (Consolida regalis)

Systematik
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Unterfamilie: Ranunculoideae
Tribus: Delphinieae
Gattung: Feldrittersporne (Consolida)
Art: Gewöhnlicher Feldrittersporn
Wissenschaftlicher Name
Consolida regalis
Gray
Consolida regalis

Der Gewöhnliche Feldrittersporn (Consolida regalis, Syn.: Delphinium consolida), auch Acker-Rittersporn oder einfach Feldrittersporn genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Feldrittersporne (Consolida) in der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Der Gewöhnliche Feldrittersporn ist eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 50 Zentimeter erreicht. Die wechselständigen Laubblätter sind ein- bis mehrfach dreiteilig in 1 Millimeter breite, lineale Zipfel geteilt.

Die Blütezeit reicht von Mai bis August. In einem traubigen Blütenstand stehen fünf bis acht Blüten jeweils über Tragblättern, die kürzer als Blütenstiele sind. Die blauvioletten Blüten besitzen einen einfachen, etwa 2 bis 4 Zentimeter langen waagrechten oder nach oben zeigenden Sporn, der aus zwei miteinander verwachsenen Nektarblättern gebildet wird. Es ist nur ein Fruchtblatt vorhanden.

Die einzelne kahle Balgfrucht weist eine Länge von etwa 2 Zentimeter auf und enthält viele Samen.

Die Chromosomenzahl ist für beide europäische Unterarten 2n = 16.

Ökologie[Bearbeiten]

Der Gewöhnliche Feldrittersporn ist sommer- oder winterannuell und dann als Rosettenpflanze überdauernd.

Blütenbiologisch handelt es sich um vormännliche „Glockenblumen mit klebrigem Pollen“. Der Nektartrichter hat einen hummelkopfgroßen Eingang. Der Nektar ist nur langrüsseligen Hummeln und anderen Insekten mit mindesten 15 mm langem Rüssel zugänglich. Griffel und Staubblätter biegen sich zur Reife nach oben. Die Blaufärbung der Blüten wird durch das Anthocyan Delphinidin hervorgerufen.

Die Fruchtreife erfolgt von August bis September. Diese bewirkt Selbstausbreitung der Samen als Austrocknungsstreuer, daneben ist sie ein Windtreuer. Die Samen sind Kältekeimer.

Vorkommen[Bearbeiten]

Der Gewöhnliche Feldrittersporn war in Mitteleuropa weit verbreitet, ist aber durch vermehrten Herbizideinsatz und intensive Bodenkultivierung selten geworden. In Deutschland ist er in der Roten Liste gefährdeter Arten als gefährdet eingestuft.

Der Gewöhnliche Feldrittersporn benötigt nährstoffreiche Getreideäcker, Wegsäume, Trockenplätze. Er gedeiht auch auf kalkhaltigem Boden.

Unterarten[Bearbeiten]

In Europa kommen zwei Unterarten vor[1]:

  • subsp. paniculata (Host) Soó (Syn.: Delphinium paniculatum Host), kommt in Europa hauptsächlich im Südosten vor
  • subsp. regalis, kommt in Europa hauptsächlich im Osten, im Süden und in Mitteleuropa vor

Giftigkeit[Bearbeiten]

Alle Pflanzenteile sind giftig, insbesondere die Samen. Die Samen enthalten bis zu 1,4 % Alkaloide, hauptsächlich Lycoctonin,Delcosin und Delsonin.[2]

Die Wirkung ist ähnlich dem Aconitin, aber schwächer. Früher sind bei der Aufnahme größerer Mengen Vergiftungserscheinungen bei Rindern aufgetreten. Durch den starken Rückgang der Pflanze sind heute Vergiftungen kaum noch möglich.

Verwendung[Bearbeiten]

Früher wurden die alkaloidarmen Blüten als Heilmittel eingesetzt. Da bisher Belege für die Wirksamkeit fehlen, ist die Droge als Arznei nicht mehr gebräuchlich.

Häufig findet man getrocknete Blüten wegen ihrer schönen blauen Farbe aber noch als Schmuckdroge, besonders in Blasen- und Nierentees und auch in Teemischungen für andere Indikationen.

Bilder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bruno P. Kremer: Steinbachs großer Pflanzenführer, Ulmer (Eugen), Stuttgart 2005, ISBN 3-8001-4903-6
  •  Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt. 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.
  • Roth/Daunderer/Kormann: Giftpflanzen Pflanzengifte. 4. Auflage.
  • Ingrid Schönfelder und Peter Schönfelder: Das neue Handbuch der Heilpflanzen, Franckh-Kosmos Verlagsgesellschaft, 2011, ISBN 3-440-09387-5

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jaakko Jalas, Juha Suominen: Atlas florae europaeae. Band 8 (Nymphaeaceae to Ranunculaceae). Seite 72-73, Helsinki 1989. ISBN 951-9108-07-6
  2. Gewöhnlicher Feldrittersporn bei gifte.de

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gewöhnlicher Feldrittersporn (Consolida regalis) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien