Mecklenburg

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Mecklenburg (Begriffsklärung) aufgeführt.
Der Stier auf dem Wappen von Mecklenburg
Gebiet Mecklenburgs in den heutigen Kreisgrenzen
Mecklenburg 1815–1934

Mecklenburg [ˈmeːklənbʊrk], mecklenburgisch Mekelborg [ˈmɛːkəlbɔɐç] ist eine Region im Norden Deutschlands. Mecklenburg war ein jahrhundertealtes reichsunmittelbares Territorium mit eigener Geschichte und Kultur und ist heute der westliche und größere Teil des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Die größten Städte Mecklenburgs sind Rostock, Schwerin, Neubrandenburg, Wismar und Güstrow.

Die Region ist bekannt für ihren Wasserreichtum, mit der ausgedehnten Ostseeküste und ihren Seebädern sowie dem Mecklenburger Seenland mit reichhaltiger Natur.

Der Name Mecklenburgs und seine Aussprache[Bearbeiten]

Im Altsächsischen bedeutete mikil „groß“, im 10./11. Jahrhundert war das Wort Mikilinborg („große Burg“) gebräuchlich. Der Name bezieht sich auf die Burg Mecklenburg. Im Mittelalter wurde daraus dann mittelniederdeutsch Mekelenborch, später dann deutsch Mecklenburg.

Das Wort Mecklenburg wird in der Umgangssprache der meisten Regionen wie [meːklənbʊɐç] oder Meeklenburch ausgesprochen. Das „e“ wird lang gesprochen (Dies ist als deutschlandweite korrekte Aussprache des E zu verstehen; siehe: das CK im Norden) und das „g“ wie ein palatales „ch“. Die Veränderung des G im Auslaut ist ein Überrest niederdeutscher Phonologie.

Im mecklenburgischen Platt gebraucht man hingegen den alten sächsischen Namen Mękelnborg.

Bevölkerung und Fläche[Bearbeiten]

Mecklenburg hat eine Fläche von 15.721 Quadratkilometer. Es gehörte bis 1945 zu den am dünnsten besiedelten deutschen Landschaften. Im Mai 1939 lebten dort 910.826 Einwohner (58 Einwohner je Quadratkilometer). Im Jahre 2012 lebten auf dem Gebiet des heutigen Landesteils Mecklenburg insgesamt ca. 1,16 Millionen Menschen (Rostock und Schwerin sowie die Landkreise Mecklenburgische Seenplatte, Ludwigslust-Parchim, Rostock und Nordwestmecklenburg zusammen).

Liste der größten Städte Mecklenburgs[Bearbeiten]

Am Strand von Warnemünde, Stadtteil von Rostock, der größten Stadt und Regiopole Mecklenburgs.
Stadt/
Gemeinde
Landkreis Einwohner
31. Dezember 2013[1]
Rostock kreisfreie Stadt 203.431
Schwerin kreisfreie Stadt 91.583
Neubrandenburg Mecklenburgische Seenplatte 63.437
Wismar Nordwestmecklenburg 42.219
Güstrow Rostock 28.540
Waren (Müritz) Mecklenburgische Seenplatte 20.940
Neustrelitz Mecklenburgische Seenplatte 20.399
Parchim Ludwigslust-Parchim 17.129
Ludwigslust Ludwigslust-Parchim 12.095
Bad Doberan Rostock 11.607
Hagenow Ludwigslust-Parchim 11.324
Grevesmühlen Nordwestmecklenburg 10.594
Boizenburg/Elbe Ludwigslust-Parchim 10.254
Teterow Rostock 8671
Malchin Mecklenburgische Seenplatte 7647
Bützow Rostock 7614
Kühlungsborn Rostock 7489
Malchow Mecklenburgische Seenplatte 6555
Neustadt-Glewe Ludwigslust-Parchim 6517
Friedland Mecklenburgische Seenplatte 6122

Wappen[Bearbeiten]

Landesflagge von Mecklenburg
Siebenfeldriges mecklenburgisches Wappen. Jedes Feld symbolisiert einen der sieben Hauptherrschaftsteile des mecklenburgischen Staates: das Herzogtum Mecklenburg, die Fürstentümer (ehemaligen Bistümer) Schwerin und Ratzeburg, die Grafschaft Schwerin sowie die Herrschaften Rostock, Werle und Stargard.

Blasonierung: „Das mecklenburgische Wappen in einfacher Gestalt ist ein Stierkopf. Das vollständige Wappen besteht aus sechs Feldern und einem Mittelschilde. Es erinnert an die sieben Landesteile, aus denen im Laufe der Zeiten unser Vaterland erwachsen ist.“

  • Herzogtum Mecklenburg: Auf goldenem Grunde ein schwarzer Stierkopf mit aufgerissenem roten Maule und ausgestreckter roter Zunge; auf dem Kopfe silberne Hörner und eine goldene Lilienkrone.
  • Herrschaft Rostock: Auf blauem Grunde schreitend ein goldener Greif mit ausgestreckter Zunge und aufgehobener rechter Vorderklaue.
  • Fürstentum Schwerin/Bistum Schwerin: Ein quer geteiltes Feld; in der oberen blauen Hälfte ein goldener Greif, in der unteren silbernen Hälfte ein grünes Viereck.
  • Fürstentum Ratzeburg/Bistum Ratzeburg: Auf rotem Grunde stehend ein silbernes Kreuz mit goldener Krone.
  • Herrschaft Stargard: Auf rotem Grunde ein silberner weiblicher Arm mit goldenem Ringe zwischen Daumen und Zeigefinger.
  • Fürstentum Wenden/Herrschaft Werle: Auf goldenem Grunde ein schrägliegender Stierkopf mit silbernen Hörnern und goldener Lilienkrone, aber mit geschlossenem Maule.
  • Grafschaft Schwerin: Der quer geteilte Mittelschild; die obere Hälfte rot, die untere golden.

Das Wappen wird von einem Stier und einem Greif gehalten und ist mit der Königskrone geschmückt. Der Großherzog von Mecklenburg-Strelitz führt Wappen und Titel mit dem Großherzog von Mecklenburg-Schwerin gemeinschaftlich.

Die mecklenburgischen Landesfarben sind blau, gelb, rot.

Geographie[Bearbeiten]

Topographie[Bearbeiten]

Mecklenburg grenzt im Westen an Schleswig-Holstein und Niedersachsen, im Süden an Brandenburg und im Osten und teilweise im Norden an Vorpommern. Natürliche Grenzen bilden im Norden die Mecklenburger Bucht der Ostsee, im Westen die Lübecker Bucht und zum Teil Trave mit Dassower See, Wakenitz, Ratzeburger See und Schaalsee, im Südwesten die Elbe und im Osten die drei Flüsse Recknitz, Trebel und Peene sowie Großer und Kleiner Landgraben.

Landschaft[Bearbeiten]

Mecklenburg gehört zur Norddeutschen Tiefebene, die in zwei aufeinander folgenden Eiszeiten durch Bewegung der bis zu 1000 Meter dicken Gletscher geformt wurde. Es hat außerdem Anteil an der Ostseeküste. Vorgelagert sind die Insel Poel und die Halbinsel Fischland, deren Fortsetzungen Darß und Zingst zu Vorpommern gehören. Entsprechend seiner großräumlichen Zugehörigkeit besteht Mecklenburg zu weiten Teilen aus Flachland. Dieses Flachland gestaltet sich durch viele Moränenzüge und die Mecklenburgische Seenplatte, die mit der Müritz den größten vollständig in Deutschland liegenden Binnensee besitzt, sehr abwechslungsreich. Weitere große Seen sind der Plauer See und der Schweriner See. Wichtige Flüsse in Mecklenburg sind die Warnow, die Recknitz, die Tollense und die Elde, bei Boizenburg und bei Dömitz grenzt Mecklenburg an die Elbe. In Richtung der Baltischen Seenplatte verläuft ein schwach ausgeprägter Höhenzug, der die Wasserscheide zwischen Elbe und Ostsee bildet.

Die höchsten Erhebungen sind die Helpter Berge (ca. 179,2 m ü. NHN) und die Ruhner Berge (176,8 m ü. NHN).

Verfassung und Verwaltung[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Landesgrenzen von Mecklenburg um 1300 (Grün-Töne: Fürstentum Werle von 1314–1316)
Albrecht II., Herzog zu Mecklenburg
Das 'Große Landeswappen' von Mecklenburg-Vorpommern zeigt seit 1991 zwei Stierköpfe für Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz, den Greif für Pommern sowie den Adler für Brandenburg.
Hauptartikel: Geschichte Mecklenburgs

Ur- und Frühgeschichte[Bearbeiten]

Der Name Mecklenburg („Mikelenburg“) taucht erstmals in einer Urkunde des Jahres 995 auf. Er bezeichnete damals die slawische Burg Mecklenburg (Wiligrad) im heutigen Dorf Mecklenburg bei Wismar und bedeutet so viel wie „Große Burg“. Der Name übertrug sich in der Folgezeit auf ein hier beheimatetes Geschlecht slawischer Fürsten (Könige), dann auf das von ihnen beherrschte Gebiet.

Mittelalter[Bearbeiten]

Im frühen Mittelalter war Mecklenburg slawisch besiedelt. Das Herrschaftsgebiet der slawischen Fürsten (Könige) zu Mecklenburg geriet ab 1160 (zunächst unter den Sachsen) in deutschrechtliche Lehnsabhängigkeit, und es begann die dauerhafte Eingliederung Mecklenburgs in das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, welche nur durch die Zeit dänischer Besetzung von 1180 bis 1227 unterbrochen wurde. So erhielt Obodritenfürst Pribislav 1167 die Terra Obodritorum (außer Grafschaft Schwerin) als Vasall des sächsischen Herzogs Heinrichs des Löwen zurück und nahm den christlichen Glauben an.

Ab 1200 zogen deutsche Siedler aus Westfalen, Niedersachsen, Friesland und Holstein ins Land. Um 1219 tritt erstmals der Stierkopf als mecklenburgisches Wappen auf. Von den 56 in Mecklenburg existierenden Städten wurden 45 in der Zeit der deutschen Kolonisation gegründet.

Die erste mecklenburgische Teilung erfolgte nach dem Tode Heinrich Borwins II. im Jahre 1226. Es entstanden die Fürstentümer Mecklenburg, Werle, Parchim-Richenberg und Rostock. Das Fürstentum Werle wurde im Jahr 1436 nach mehreren Teilungen als letztes Teilfürstentum aufgelöst. Die Auflösung der beiden anderen Fürstentümer erfolgte bereits 1256 (Parchim) bzw. 1312 (Rostock). Nach dem Tod Heinrichs II. von Mecklenburg im Jahr 1329 wurde das Fürstentum Mecklenburg im Jahr 1352 unter seinen Söhnen in die Linien Mecklenburg-Stargard und Mecklenburg-Schwerin geteilt. Ab dem Jahr 1348 wurde Mecklenburg unter Albrecht II. als Herzogtum reichsunmittelbares Territorium. Unter Heinrich dem Dicken wurde Mecklenburg 1471 nochmals ein einheitliches Herzogtum. Durch neue Teilungen erfolgte die Trennung in Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Güstrow. Zwischen 1276 und 1375 gab es Änderungen der äußeren Landesgrenzen. Von 1276 bis 1292 kam Wesenberg an die Mark Brandenburg, dafür gelangte um 1300 die Herrschaft Stargard in die Hand der Mecklenburger. Stadt und Land Grabow fielen 1320 an Mecklenburg und 1375 kam Dömitz zu Mecklenburg.

Im hohen Mittelalter lag Mecklenburg im Einflussbereich der Hanse. Nachdem unter Führung Lübecks Ende des 13. Jahrhunderts die deutsche Hanse entstanden war, schlossen sich schon bald die mecklenburgischen Städte Rostock und Wismar dem mächtigen Handelsbündnis an. Zusammen mit Lübeck und den pommerschen Städten Stralsund und Greifswald sowie einigen kleineren Städten bildeten sie das so genannte Wendische Quartier.

Frühe Neuzeit[Bearbeiten]

Die moderne Landesgeschichtsschreibung unterscheidet drei Hauptlandesteilungen (1229–1235, 1621, 1701), die teilweise namensgleiche Landesteile mit verschiedenartigen Gebietsanteilen hervorbrachten. Zwischen 1628 und 1630 wurden die Obotriten-Herzöge im Dreißigjährigen Krieg durch Kaiser Ferdinand II. abgesetzt und sein Feldherr Wallenstein mit Mecklenburg belehnt, welcher aber schon Anfang 1630 wieder entlassen wurde. Erst 1701 konnte sich das mecklenburgische Fürstenhaus auf das Erbfolgeprinzip der Primogenitur einigen. Zugleich wurde Mecklenburg durch den so genannten Hamburger Vergleich vom 8. März 1701 in zwei beschränkt autonome (Teil-) Herzogtümer geteilt, ab 1815 (Teil-) Großherzogtümer – Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz –, die einen gemeinsamen Staat bildeten, seit 1755 dieselbe Verfassung hatten und einem gemeinsamen Landtag unterstanden. Diese landständische Verfassung in Mecklenburg galt bis 1918.

Im Jahr 1713 kam es zum Konflikt zwischen Herzog Karl Leopold, dem Regenten des Landesteils Schwerin, und den mecklenburgischen Landständen, der bis 1717 andauerte. Der Herzog suchte landesherrliche, absolutistische Souveränität gegen die Ritterschaft sowie gegen das mit ihr verbündete Rostock durchzusetzen. Er forderte die Stände auf, ihm zum Aufbau eines stehenden Heeres zusätzliche Steuern zu bewilligen, zwang dann den Rostocker Rat zum Verzicht auf seine Privilegien.

Nach Klagen der mecklenburgischen Landstände vor dem Oberhaupt des Reiches gegen Karl Leopolds Rechtsbrüche und autokratische Bestrebungen wurde durch Kaiser Karl VI. 1717 die Reichsexekution gegen den Herzog verhängt.

Der Vollzug der Reichsexekution erfolgte im Frühjahr 1719. Karl Leopold verlegte seinen Regierungssitz nach Dömitz und verließ bald danach das Land. Die Regierung in Mecklenburg-Schwerin übernahmen als Exekutoren der Kurfürst von Hannover und der König von Preußen. Nach dem Tod Georgs I. (1727) wurde die Reichsexekution aufgehoben.

Der Kurfürst von Hannover und der König von Preußen drängten auf Zahlung der ihnen durch die Reichsexekution entstandenen Kosten. Da eine Beilegung des Konfliktes zunächst misslang, wurde Karl Leopold schließlich 1728 vom Reichshofrat in Wien zugunsten seines Bruders Christian Ludwig II. abgesetzt.[2]

Als langfristige Folgen der Reichsexekution entfielen Verpfändung von acht Ämtern an den Kurfürsten von Hannover und von vier Ämtern an den preußischen König durch im Landesteil Mecklenburg-Schwerin größere Gebiete. Die politische und administrative Zersplitterung des Landes wurde dadurch verschärft, die Macht des Herzogs weiter eingeschränkt und die Bevölkerung zusätzlich belastet. Die Verpfändung der vier Ämter an Preußen endete erst 1787.

Nach langem Ringen schloss Christian Ludwig II. 1755 mit den Ständen den Landesgrundgesetzlichen Erbvergleich ab, der im Anschluss durch Adolf Friedrich IV. und seiner Mutter ratifiziert wurde. Dieser Erbvergleich führte zur weiteren Festigung der Macht der mecklenburgischen Ritterschaft und konservierte die Rückständigkeit des Landes bis zum Ende der Monarchie in Mecklenburg (1918).

Tauschobjekt der Besatzungsmacht[Bearbeiten]

Nach dem Sieg von Napoleon gerieten beide mecklenburgische Landesteile trotz vorangegangener Neutralitätspolitik 1806 unter die Räder der Geschichte. Der regierende Herzog von Mecklenburg-Schwerin wurde abgesetzt und musste zeitweilig auf dänisches Gebiet fliehen, der Strelitzer konnte zwar durch verschiedene Fürsprecher im Lande bleiben, verlor aber seine politischen Einflussmöglichkeiten fast vollständig. Mecklenburg erlebte bedrückende Jahre unter dem Joch französischer Besatzer. 1808 traten beide mecklenburgischen (Teil-) Herzogtümer dem Rheinbund bei. In der Folgezeit wurde Mecklenburg von Napoleon mehrfach als Tausch- oder Kompensationsobjekt für andere Territorien angeboten. Jedoch zerschlugen sich diese Pläne, auch das mecklenburgische Volk beteiligte sich voller Begeisterung an den Befreiungskriegen von 1813/15 gegen die napoleonischen Besatzer, die mecklenburgischen Herzöge konnten sich noch ein weiteres Jahrhundert auf ihren Thronen halten und in Mecklenburg blieb alles beim Alten.

Vom Wiener Kongress bis zum Ende der Monarchie[Bearbeiten]

1815 wurden beide Landesteile durch den Wiener Kongress zu Großherzogtümern, ohne dass sich an der Einbindung beider Landesteile in den mecklenburgischen Gesamtstaat etwas änderte. Mecklenburg behielt seine staatliche Eigenständigkeit. Durch die Revolution von 1848 kam es in Mecklenburg erstmals zu freien Wahlen. Der nachfolgende Versuch zur Einführung einer Verfassung und zur Umwandlung des Staates in eine konstitutionelle Monarchie scheiterte jedoch am Widerstand der Ritterschaft und des Strelitzer Großherzogs. Auch spätere Vorstöße der Regierungen und der Großherzöge beider Landesteile von Mecklenburg, darunter der letzte große Versuch einer Verfassungsreform "von oben" zwischen 1908 und 1913, führten zu keinem Resultat.[3] Damit blieb das überlebte landständische Verfassungssystem bis zum Ende der Monarchie 1918 erhalten. Das Land zählte zuletzt zu den rückschrittlichsten deutschen Territorien, insbesondere die Landbevölkerung lebte unter ärmlichen Verhältnissen.[4] Erst die Abdankung von Friedrich Franz IV. als Großherzog von Mecklenburg-Schwerin und als Verweser von Mecklenburg-Strelitz machte den Weg frei zur politischen Moderne. Als einziges deutsches Land hatten sich beide Mecklenburgs ohne Zwischenschritt von einem feudalistisch geprägten ständestaatlichen System in eine parlamentarische Republik gewandelt. [5]

Mecklenburg in der Weimarer Republik und im Dritten Reich[Bearbeiten]

Erst nach dem Sturz der Monarchie 1918 erlangten beide Landesteile ab 1918/19 als Freistaaten kurzzeitig politische Selbstständigkeit. Sie unterhielten getrennte Landtage, gaben sich eigene Verfassungen, hielten aber am gemeinsamen Oberappellationsgericht fest. Unter nationalsozialistischem Druck beschlossen die Landtage beider Freistaaten unter Reichsstatthalter Friedrich Hildebrandt die Wiedervereinigung zum Land Mecklenburg mit Wirkung zum 1. Januar 1934.

Nach 1945 in der DDR und in der Bundesrepublik Deutschland[Bearbeiten]

Siegel des Landes Mecklenburg der DDR von 1948-52

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945 erfolgte eine Veränderung der Zonengrenze zwischen Großbritannien und der Sowjetunion im Barber-Ljaschtschenko-Abkommen vom 13. November 1945. Dabei wurden die Nachbargemeinden Ratzeburgs Ziethen, Mechow, Bäk und Römnitz dem Kreis Herzogtum Lauenburg zugeschlagen. Sie gehörten bis dahin zum mecklenburgischen Kreis Schönberg (bis 1934 Teil von Mecklenburg-Strelitz) und kamen im Austausch gegen die lauenburgischen Gemeinden Dechow, Thurow (heute Ortsteil der Gemeinde Roggendorf) und Lassahn zur britischen Zone. Diese Gebietsveränderung wurde auch nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 beibehalten.

Das Land Mecklenburg wurde 1945 mit den bei Deutschland bleibenden Resten der preußischen Provinz Pommern und dem ehemals zur preußischen Provinz Hannover gehörenden Amt Neuhaus an der Elbe zum Land Mecklenburg-Vorpommern vereinigt, dessen amtliche Bezeichnung auf sowjetischen Befehl 1947 in „Mecklenburg“ geändert wurde. 1952 wurde dieses Land wie alle übrigen Länder der DDR aufgelöst und in Bezirke eingeteilt: aus der Küstenregion wurde der Bezirk Rostock gebildet, der Westen Mecklenburgs wurde zum Bezirk Schwerin, der Osten zum Bezirk Neubrandenburg. Die letzteren Bezirke bezogen auch Territorien des vorherigen Landes Brandenburg mit ein. Die altmecklenburgische Stadt Fürstenberg und einige Dörfer in der Umgebung, die bereits bei einer Gebietsreform 1950 von Mecklenburg abgetrennt und zur Uckermark gelegt worden waren, kamen nun zum Bezirk Potsdam.

Nach der Wende, im Jahr 1990 wurde das Land Mecklenburg-Vorpommern neu begründet und ist seit dem 3. Oktober 1990 ein Land der Bundesrepublik Deutschland. Die Grenzen von 1952 wurden näherungsweise wiederhergestellt, folgten aber auch den in der DDR-Zeit entstandenen Kreisgrenzen. Im Juni 1993 kam das Amt Neuhaus wieder unter die Verwaltung Hannovers, indem es dem niedersächsischen Landkreis Lüneburg angegliedert wurde. Es ist das einzige Gebiet der ehemaligen DDR, das zu einem 'westlichen' Bundesland gehört.

Ministerpräsidenten (1934–1952)[Bearbeiten]

Bildung und Kultur[Bearbeiten]

Hauptgebäude der Universität Rostock

In Mecklenburg befinden sich die Universität Rostock, die Hochschule für Musik und Theater Rostock, die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege in Güstrow, die Hochschule Wismar, die Hochschule Neubrandenburg, ein Campus der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit und das private Baltic College in Form einer Fachhochschule in Schwerin.

Dem Erhalt, der Erforschung und Vermittlung des mecklenburgischen Kulturerbes widmet sich u.a. die Stiftung Mecklenburg mit Sitz in Schwerin.

Die Historischen Altstädte Stralsund und Wismar sind seit dem Jahr 2002 als UNESCO-Welterbe anerkannt.

Sprache[Bearbeiten]

Die traditionelle Sprache Mecklenburgs ist bis heute das zum Ostniederdeutschen zählende Mecklenburger Platt. Heutzutage wird aber hauptsächlich Hochdeutsch gesprochen, das vor allem auf dem Land mundartlich gefärbt sein kann.

Bedeutende niederdeutsche Schriftsteller aus Mecklenburg sind unter anderem Fritz Reuter, John Brinckman und Rudolf Tarnow.

Theater und Museen[Bearbeiten]

Die größten mit öffentlichen Mitteln geförderten Theater Mecklenburgs sind das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin, das Volkstheater Rostock und die Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz mit Spielstätten in Neubrandenburg und Neustrelitz. Alle diese Theater bieten sowohl Schauspiel als auch Musiktheater und Orchestermusik. Weitere wichtige Theater sind das Ernst-Barlach-Theater in Güstrow, das Mecklenburgische Landestheater Parchim und das Theater Wismar. Zudem gibt es diverse kleine Theater an der Ostseeküste und in einzelnen Künstlerdörfern und Kurorten.

Bemerkenswerte Museen von überregionaler Bedeutung sind zum Beispiel das Staatliche Museum Schwerin, das Deutsche Bernsteinmuseum in Ribnitz, das Rostocker Kloster zum Heiligen Kreuz und die Kunsthalle Rostock. Das kleinste Museum des Landes ist das Bildhauermuseum Prof. Wandschneider in Plau am See.

Zu besichtigen sind auch viele der zahlreichen Schlösser, Burgen und Gutshäuser im Land – einige von ihnen werden als Museen geführt, z. B. die Burgen in Burg Stargard, Penzlin, Plau und Neustadt-Glewe.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Die jährlich im Sommer stattfindenden „Festspiele Mecklenburg-Vorpommern“ sind ein Festival für klassische Musik mit zahlreichen Spielorten in Mecklenburg, z. B. in der Schweriner Altstadt, im Wismarer Hafen, in Gutshäusern, Schlössern und Parks.

Alle zwei Jahre findet der MV-Tag als offizielles Landesfest statt, vom 20. bis 22. Juni 2014 in der historischen Residenzstadt Neustrelitz.

Jährliches Fusion Festival in Lärz nahe der Müritz

Eine Veranstaltung für junge Kunst ist das Fusion Festival auf dem Flugplatz Lärz südlich der Müritz. Es findet seit 1997 jährlich statt und ist ein Festival für Musik, Theater und Performance-Kunst.

Weitere überregional bedeutende Veranstaltungen in Mecklenburg sind:

Wirtschaft[Bearbeiten]

Traditionell sind im Industriesektor die maritime Industrie, der Maschinenbau und die Lebensmittelindustrie bedeutend. Die Landwirtschaft ist in der Fläche sehr präsent. Darüber hinaus spielen Tourismus, der Gesundheitssektor, die Immobilienwirtschaft, Dienstleistungsbetriebe und Hochtechnologie eine zunehmend große Rolle.

Zukunftsbranchen[Bearbeiten]

Als Zukunftsbranchen Mecklenburgs gelten wissensbasierte Felder, vor allem Biotechnologie, Medizintechnik und Informationstechnik (kurz IT). Unternehmen aus diesen Bereichen siedeln sich zunehmend um die Stadt Rostock mit ihrer leistungsstarken Universität und der umgebenden Forschungslandschaft, sowie um die Hochschulstandorte Wismar, Schwerin und Neubrandenburg und ihre Technologiezentren[6] an. Die Zentren wie auch mehrere Initiativen befördern vor allem innovative Unternehmensgründungen, z. B. MV-Startups, BioCon Valley, die IT-Initiative MV oder der Entrepreneurs Club Rostock.[7]

Maritime Industrie[Bearbeiten]

Die Maritime Wirtschaft ist ein bedeutender Arbeitgeber an der mecklenburgischen Ostseeküste. In nächster Nähe der verkehrstechnisch gut erschlossenen Seehäfen in Rostock und Wismar haben sich diverse produzierende Firmen angesiedelt.

Nordic Yards ist an beiden Standorten mit großen Werftbetrieben vertreten. Weitere große Unternehmen im Sektor sind zum Beispiel die weltweit agierende Deutsche Seereederei, Scandlines und die Mecklenburger Metallguss (MMG). Das Kreuzfahrtunternehmen AIDA Cruises hat seinen Deutschlandsitz im Rostocker Stadthafen und beschäftigt über 6000 Arbeitnehmer.[8] Ebenfalls in Rostock produziert Liebherr maritime Kräne, Hafenmobilkräne, Schiffskräne, Offshorekräne und Reach-Stacker.[9]

Es bestehen gut ausgebaute Verkehrsverbindungen zu den Nachbarn im Ostseeraum, wie beispielsweise Fährlinien zwischen den deutschen Häfen und Dänemark, Schweden, Finnland, Lettland, Litauen und Russland.

Energie[Bearbeiten]

Tourismus[Bearbeiten]

Heiligendamm war das erste Seebad auf dem europäischen Kontinent. An der mecklenburgischen Ostseeküste gibt es heute zahlreiche Badeorte, die für den Tourismus bedeutend sind.

Die Landschaft Mecklenburgs bietet viele ungestörte Naturräume und hat mit der Ostseeküste und den dortigen Seebädern, der Mecklenburgischen Seenplatte und der Mecklenburgischen Schweiz attraktive Urlaubsziele.

Rostocks Stadtteil Warnemünde ist mit über 350.000 Passagierbewegungen pro Jahr (Stand: Februar 2011) der größte Kreuzfahrthafen in Deutschland und liegt somit vor den jahrelangen Spitzenreitern Kiel und Hamburg. Die jeden Sommer in Warnemünde stattfindende Warnemünder Woche und die Hanse Sail ziehen jährlich ungefähr eine Million Touristen nach Rostock. Daneben hat sich die Müritz Sail in Waren als Veranstaltung auf dem Binnengewässer etabliert.

Seit der Mitte der 1990er Jahre ist der Tourismus ein bedeutender Wirtschaftszweig mit hohen Zuwachsraten in den letzten Jahren. Zentren des Tourismus an der Ostseeküste sind vor allem Rostock mit Warnemünde und Hohe Düne, Bad Doberan (mit Heiligendamm, wo ab 1793 das erste Seebad Deutschlands entstand) und die nahen Orte Kühlungsborn und Rerik, sowie Wismar (Welterbe-Altstadt), Boltenhagen, Graal-Müritz, die Insel Poel und die Halbinsel Fischland. Die Seebäder sind neben ihren gepflegten Ostseestränden und Promenaden vor allem für ihre prächtigen Bädervillen bekannt.

Wichtigstes Zentrum des Tourismus im Binnenland ist die Mecklenburgische Seenplatte, mit dem Hauptort Waren, gelegen an der Müritz, die gleichzeitig das größte Binnengewässer Deutschlands ist. Der Müritz-Nationalpark und die Orte Malchow, Röbel, Mirow, Feldberg, Klink, Göhren-Lebbin, Rechlin, Krakow am See und Plau am See sind ebenfalls bekannte Ziele der Seenplatte. Auch Schwerin ist mit seinem berühmten Schloss und der sehenswerten, seenreichen Umgebung ein bekanntes Tourismusziel. Ebenso wie die weiteren mecklenburgischen Residenzstädte Güstrow, Ludwigslust und Neustrelitz mit ihren historischen Altstädten und die Stadt Neubrandenburg mit ihrer einzigartigen Stadtmauer, dem Tollensesee und der nahen Burg Stargard. Die Fachwerkaltstädte von Boizenburg, Grabow und Dömitz sind kulturtouristisch von Interesse.

In der ganzen Region finden sich zahlreiche Burgen, Schlösser und Gutshäuser, die z. B. als Veranstaltungsorte oder Ferienwohnungen dienen, vor allem im ländlichen Raum. Daneben gibt es viele weitere Sehenswürdigkeiten im Hinterland zu entdecken, wie historische Dorfkerne, Kirchen, Windmühlen, Zeugnisse der Slawenbesiedlung, Denkmäler, Aussichtspunkte und Naturschutzgebiete.

Bedeutende Mecklenburger[Bearbeiten]

Als „bedeutende Mecklenburger“ werden lebende oder bereits verstorbene Personen bezeichnet, die in Mecklenburg geboren wurden oder an deren Leben oder Wirken in Mecklenburg ein öffentliches Interesse bestand oder besteht. Diese Definition trifft nach dem gegenwärtigen Stand landeskundlicher Biographik auf mehrere zehntausend Personen zu.

Beispiele siehe Kategorie: Person (Mecklenburg)

Literatur[Bearbeiten]

Sämtliche geschichtliche und landeskundliche Literatur über Mecklenburg wird mit dem Ziel der Vollständigkeit in der Landesbibliographie Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet.

  • Ernst Boll: Geschichte Mecklenburgs mit besonderer Berücksichtigung der Culturgeschichte. 2 Bände. Neubrandenburg 1855–1856 [Erweiterter Nachdruck 1995. ISBN 3-910170-18-8]
  • Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler - Mecklenburg (Neubrandenburg, Rostock, Schwerin). Deutscher Kunstverlag, München 1980. ISBN 3-422-03019-0.
  • Ernst Eichler und Werner Mühlmer: Die Namen der Städte in Mecklenburg-Vorpommern. Ingo Koch, Rostock 2002. ISBN 3-935319-23-1.
  • Thomas Gallien (Red.): Landeskundlich-historisches Lexikon Mecklenburg-Vorpommern. Herausgegeben von der Geschichtswerkstatt Rostock und Landesheimatverband Mecklenburg-Vorpommern. Hinstorff, Rostock 2007. ISBN 978-3-356-01092-3.
  • Eugen Geinitz: Die Seen, Moore und Flussläufe Mecklenburgs. Opitz, Güstrow 1886 (Digitalisat).
  • Grete Grewolls: Wer war wer in Mecklenburg-Vorpommern? Ein Personenlexikon. Ed. Temmen, Bremen 1995. ISBN 3-86108-282-9.
  • Wolf Karge, Ernst Münch, Hartmut Schmied: Die Geschichte Mecklenburgs. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. 4. Auflage, Hinstorff, Rostock 2004. ISBN 3-356-01039-5.
  • Wolf Karge, Reno Stutz: Illustrierte Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns. Rostock 2008. ISBN 978-3-356-01284-2.
  • Mecklenburgisches Urkundenbuch, hrsg. vom Verein für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde (24 Bände + 2 Nachträge), Schwerin 1863/1913 (Nachträge 1936, 1977).
  • Marianne Mehling (Hrsg.), Gerd Baier: Knaurs Kulturführer in Farbe Mecklenburg-Vorpommern. Droemer Knaur, München 1991. ISBN 3-426-26490-0.
  • Fritz Mielert: Durch Mecklenburg. Ein Buch für Heimat-, besonders aber auch für Reuterfreunde. Otto Lenz, Leipzig 1921.
  • Otto Vitense: Geschichte von Mecklenburg. (Armin Tille (Hrsg.): Allgemeine Staatengeschichte. Abteilung 3: Deutsche Landesgeschichten. Werk 11). Perthes, Gotha 1920, (Mehrfach nachgedruckt, u. a.: Weidlich Reprints, Würzburg 1985. ISBN 3-8035-1344-8).
  • Eberhard Voß: 1000 Jahre Jagd- und Forstgeschichte Mecklenburgs. Hinstorff, Rostock 1993. ISBN 3-356-00521-9.
  • Gesine Kröhnert und Wolf Karge (Hrsg.): Mecklenburg und der Erste Weltkrieg. Thomas Helms Verlag, Schwerin 2010. ISBN 978-3-940207-19-7.
  •  Grete Grewolls: Wer war wer in Mecklenburg und Vorpommern. Das Personenlexikon. Hinstorff Verlag, Rostock 2011, ISBN 978-3-356-01301-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mecklenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Mecklenburg – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2013 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011)
  2. Andreas Pecar: Tagungsbericht: Verfassung und Lebenswirklichkeit. Der Landesgrundgesetzliche Erbvergleich von 1755 in seiner Zeit, Rostock 22. April 2005–23. April 2005
  3. Vgl. dazu die detailsreichen Darstellungen von Otto Vitense (Geschichte von Mecklenburg. Gotha 1920, S. 537–548).
  4. René Wiese: Landarbeiter in Mecklenburg im 19. Jahrhundert. In: Jahrbuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung, Heft II/2003.
  5. Hermann Junghans in: Mecklenburg und der Erste Weltkrieg', S. 8
  6. Technologie- und Kompetenzzentren in Mecklenburg-Vorpommern Investorenportal Mecklenburg-Vorpommern, abgerufen am 14. Januar 2014
  7. Querdenker MV – Karte für Unternehmensgründungen in Mecklenburg-Vorpommern / Startup Map
  8. Die 100 größten Arbeitgeber Mecklenburg-Vorpommerns 2012, NordLB, abgerufen am 22. Februar 2014
  9. Liebherr in Rostock