Gilbert Hérail

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Großmeisterwappen des Gilbert Hérail

Gilbert Hérail (auch Gilbert Erail; † 20. Dezember 1200) war ab Februar 1193 der zwölfte Großmeister des Templerordens.

Er stammte aus Aragonien und trat in jungen Jahren dem Templerorden bei. Er blieb in den Ordensprovinzen Provence und Aragonien, wo er an der Reconquista gegen die spanischen Mauren teilnahm. Spätestens 1190 leitete er die Ordensprovinz. 1193 nach dem Tod Roberts de Sablé wurde er zum Großmeister gewählt.

Gilbert förderte den Frieden zwischen Christen und Muslimen in Outremer, indem er diplomatische Abkommen mit dem ägyptischen Sultan al-Adil I. schloss. Manche waren mit dieser Politik nicht einverstanden und warfen ihm Verrat vor.

1196 eskalierten die Spannungen zwischen Templer- und Hospitaliterorden bei einem Streit über den Besitz einer kleinen Burg nahe Margat, die die Templer einem Vasallen der Hospitaliter gewaltsam und rechtswidrig entrissen. Erst auf Vermittlung von Papst Innozenz III. wurde der Streit geschlichtet und die Burg zurückgegeben.[1]

Gilbert kümmerte sich auch um die Konsolidierung der Besitzungen des Ordens in Frankreich und Apulien.

In Spanien nahmen die Templer aktiv an der spanischen Reconquista teil und erhielten 1196 von König Alfons II. von Aragonien einige Besitzungen um ihre Niederlassung in Alfambra als Belohnung für ihre Schlachterfolge.[1][2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Christian Vogel: Das Recht der Templer. Ausgewählte Aspekte des Templerrechts. Lit, Münster 2007, ISBN 3-8258-0776-2.
  • Malcolm Barber: The new knighthood. A history of the Order of the Temple. Cambridge University Press, 1995, ISBN 0-521-55872-7. (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Wilhelm Ferdinand Wilcke: Geschichte des Tempelherrenordens. C.H.F. Hartmann, Leipzig 1826, S. 120
  2. André Schott: Hispania illustrata. Band 3, S. 59.
Vorgänger Amt Nachfolger
Robert de Sablé Großmeister des Templerordens
1193–1200
Philippe du Plessiez