Glanfurt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Glanfurt
Vorlage:Infobox Fluss/KARTE_fehlt
Klagenfurt Glanfurt 17082007 01.jpg
DatenVorlage:Infobox Fluss/GKZ_fehlt
Lage Kärnten, Österreich
Flusssystem Donau
Abfluss über Glan → Gurk → Drau → Donau → Schwarzes Meer
Quellsee Wörthersee
46° 36′ 49″ N, 14° 15′ 5″ O46.61350314.25141440
Quellhöhe 440 m ü. A.Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung in Ebenthal mit 2 Armen in die Glan; Lamplarm:46.61045114.356145426Koordinaten: 46° 36′ 38″ N, 14° 21′ 22″ O
46° 36′ 38″ N, 14° 21′ 22″ O46.61045114.356145426
Mündungshöhe 426 m ü. A.[1]
Höhenunterschied 14 m
Länge 9 km[1]
Einzugsgebiet 229,9 km²[2]
Abfluss am Pegel Weinländer[3]
AEo: 201,3 km²
Lage: 3,94 km oberhalb der Mündung
NNQ (02.09.1992)
MNQ 1971-2011
MQ 1971-2011
Mq 1971-2011
MHQ 1971-2011
HHQ (01.10.1973)
60 l/s
610 l/s
2,62 m³/s
13 l/s km²
11,9 m³/s
20 m³/s

Vorlage:Infobox Fluss/Veraltet

Glanfurt mit Schleusenweg als Radweg
Waidmannsdorfer Straße mit Brücke über die Glanfurt
Rosentaler Straßenbrücke über die Glanfurt
Glanfurt nahe der Weinländer-Papiermühle

Die Glanfurt (slowenisch: Jezernica) mit einer Länge von ca. 9 km ist der einzige Abfluss des Wörthersees, der über die Glanfurt etwa 2.620 l/s entwässert. Sie beginnt in der Ostbucht des Sees südlich der Halbinsel Maria Loretto und verläuft in östlicher Richtung, wobei sie die Grenze zwischen den südlichen Klagenfurter Bezirken Sankt Martin-Waidmannsdorf, Sankt Ruprecht und Sankt Peter zur ehemaligen Gemeinde Viktring bildete. Später verläuft sie als Grenze Klagenfurts zur Gemeinde Ebenthal, bevor sie in die Glan mündet. Als damalige Gemeindegrenze verlief ihr entlang im Vorfeld der Kärntner Volksabstimmung die Demarkationslinie zwischen der SHS-besetzten Zone A und dem Gebiet unter österreichischer Souveränität, woran eine Gedenktafel an der Brücke der Rosentaler Straße über die Glanfurt erinnert.

Name[Bearbeiten]

„Glanfurt“ ist ein rein amtliche Bezeichnung. Der Fluss wird von der lokalen Bevölkerung nach dem nahe gelegenen Höhenzug deutsch allgemein Sattnitz genannt; in slowenischer Mundart ist der Oberlauf, der vor der Regulierung ein unübersichtliches Delta bildete, die Sótnica, vereinzelt auch Setla, während der Unterlauf noch den alten, vom Keltischen herrührenden Namen Łank(a)rt („krummer Bach“) trägt. Dieser Name ist urkundlich als Lanquart bis ins 16. Jahrhundert überliefert, wurde dann aber in der deutschsprachigen Bevölkerung durch den Namen Sattnitz völlig verdrängt. In der amtlichen Bezeichnung hingegen wurde aus Lanquart über Langfart und Langfurt schließlich Glanfurt.[4]

Verlauf[Bearbeiten]

Nach dem Ausfluss aus dem Wörthersee streift die Glanfurt an naturbelassener Aulandschaft vorbei, lässt mehrere Bootshäuser und Badehäuschen am sogenannten Schilfweg links liegen, gelangt an einen Pegelstandsmesser unter der Brücke der Süduferstraße und fällt dann über die Seeschleuse auf ein tieferes Niveau hinab.

An der Wörthersee-Südufer-Straße beginnt der Schleusenweg, verläuft nordseitig parallel zum Fluss und dient als Fuß- und Radfahrweg. Er begleitet den Fluss ein gutes Stück des Laufes und endet erst an der Waidmannsdorfer Straße. Am Südufer liegt eine Wohnsiedlung bis hinunter zur neuen Sattnitz-Brücke am Sylvesterweg. Zwischen dieser und der Brücke der Glanfurtgasse stehen nordseitig weitere Bade- und Freizeithäuser. Außerdem passiert die Glanfurt die bewaldete Naturlandschaft von Siebenhügel. In diesem Bereich quert auch die Glanfurtgasse den Fluss und verbindet Waidmannsdorf mit Viktring. Die Wanderer des Hemma Pilgerweges queren hier das Gebiet von Viktring in nördliche Richtung. Ebenso an der Nordseite mit einem gewissen Respektabstand vom Fluss thront das Wörtherseestadion.

Von Süden kommend münden die beiden Fließgewässer Viktringer Bach (der das östliche Keutschacher Seental entwässert) und Kerbach in die Sattnitz. In diesem Abschnitt bis zur Waidmannsdorfer Straße gibt es keinerlei Bauwerke an den Ufern. Lediglich ein Fahrradweg nach Viktring quert den Fluss auf einer Brücke. Ansonsten gibt es beiderseits des Flusses nur Wiesen- und Ackerflächen sowie einen kleinen Freizeitpark. Des Weiteren verläuft der Schleusenweg als Fahrrad- und Fußweg entlang dem Nordufer bis zur Waidmannsdorfer Straße.

Die „Waidmannsdorfer Lacke“ befand sich zwischen der Waidmannsdorfer und der Rosentaler Straße, dort wo jetzt der Radweg südlich von der Karawankenblickstraße verläuft und die Siedlung „Klein Marokko“ steht. Um dieses Gebiet trockenzulegen, senkte man unter anderem den Wasserpegel der Glanfurt ab und hob das Terrain zusätzlich durch Material-Aufschüttungen an. Das Südufer wird in diesem Abschnitt in der Hauptsache vom STROH-Areal eingenommen.

Im weiteren Verlauf Richtung Osten wird die Rosentaler Straße unterflossen. Am westlichen Brückengeländer erinnert eine Gedenktafel an die zwischen 1918 und 1920 in der Flussmitte verlaufende Demarkationslinie (Österreich im Norden und Jugoslawien im Süden), wo die Grenze festgeschrieben worden wäre, hätte sich die Bevölkerung in der Volksabstimmung vom 10. Oktober 1920 nicht für ein ungeteiltes Kärnten entschieden. Südwestlich davon am Sattnitz-Ufer steht das unbewohnte und herunter gekommene STROH Wohnhaus, welches dereinst von vier Parteien bewohnt wurde.

Die in Windisch Bleiberg abgebauten Blei- und Eisenerze wurden von den Mönchen des Stiftes Viktring bereits um die Mitte des 13. Jahrhunderts vom Halbingsattel über den Josefbauer auf der Nordseite des Singerberges ins Rosental und weiter über die Hollenburg an die Glanfurt zur Schmelze gebracht. Noch heute erinnert der Namen „Schmelzhütte" in der Rosentaler Straße an den Ort der damaligen Erzverarbeitung.

Rund einhundert Meter östlich der Loiblpass-Bundesstraße quert die Rosentalbahn auf einer Stahlbrücke das Gewässer. Nördlich liegt die Bahnstation Viktring.

Östlich der Bahnbrücke fließt die Glanfurt am südlichen Ufer vorüber an Kleingärten und Ackerflächen, an der Nord-Seite an Freizeit-Häuschen und dem Industriegebiet, um am Gebäudekomplex der noch erhaltenen Papier-Mühle der Familie Weinländer ungenutzt vorüber zu strömen. Bald darauf kreuzt die Sankt Ruprechter Straße den Fluss, wo sich an der Südseite ein weiterer Pegelstandmesser befindet.

Im Weiteren fließt der Fluss durch die Sattnitzsiedlung, wo die Ing. Heinisch Straße über eine weitere Brücke geführt wird und somit die Verbindung zwischen Nord- und Südteil herstellt.

Am nördlichen Ufer verläuft der Auenweg, südlich davon die Quellenstraße, die schon auf Ebenthaler Gemeindegebiet liegt. Auf der Südseite befindet sich das Ebenthaler Strandbad, das von Auwald umgebene, Natur verbundene „Kalmusbad“. Einige Dutzend Meter weiter flussabwärts mündet der Feuerbach, von Nordwesten kommend, in die Sattnitz ein.

Das Wehr an der Klagenfurter Gemeindegrenze, Teilwehr Ebenthal genannt, dient der Wassermengen-Regulierung an der Teilung der Glanfurt in zwei Arme. Der in östlicher Richtung fließende Ebenthaler Arm dient der Wasserversorgung der Ebenthaler Mühle, wohingegen der Lamplarm in nordöstlicher Richtung weiter fließt. Ein paar Hundert Meter weiter flussabwärts nimmt der Lamplarm den Abwasserkanal der Klagenfurter Kläranlage am Gerberweg auf.

Auf ihrem letzten Kilometer zieht der Lamplarm südlich der Ebenthaler Siedlung vorüber und begrenzt den großen Schlosspark des Schlosses Ebenthal auf der anderen Fluss-Seite. Schließlich fließt der Fluss unter der Ebentaler Straße durch, um nach wenigen hundert Metern in der Glan zu münden.

Der Ebenthaler Arm der Glanfurt fließt südlich am Ebenthaler Schlosspark vorbei, durchquert die Siedlung Ebenthal und mündet etwa 900 m flussab vom Lamplarm in die Glan.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b KAGIS – Kärnten Atlas
  2. Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (Hrsg.): Flächenverzeichnis der österreichischen Flussgebiete: Draugebiet. Beiträge zur Hydrographie Österreichs, Heft Nr. 59, Wien 2011, S. 85 (PDF; 3,7 MB)
  3. Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (Hrsg.): Hydrographisches Jahrbuch von Österreich 2011. 119. Band, Wien 2013, S. OG 353 (PDF; 14,5 MB)
  4. Eberhard Kranzmayer: Ortsnamenbuch von Kärnten, 2. Teil: Alphabetisches Siedlungsnamenbuch. Verlag des Geschichtsvereines für Kärnten, Klagenfurt 1958, S. 82

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Glanfurt – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien