Gleichstromfernübertragung Miesbach–München

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Die Gleichstromfernübertragung Miesbach-München war die erste Übertragung elektrischer Energie über eine größere Strecke (57 km). Sie wurde im Jahr 1882 mit einer Gleichspannung von 2 kV in Betrieb genommen, versagte aber nach wenigen Tagen.

Geschichte[Bearbeiten]

Gedenkstein im Alten Botanischen Garten, München "1350 bis 2000 Volt"

Nachdem am 10. August 1881 in Paris die weltweit erste Internationale Elektrizitätsausstellung eröffnet worden war, wollte der spätere Gründer des Deutschen Museums in München, Oskar von Miller, als Organisator der Münchener Elektricitäts-Ausstellung, die am 16. September 1882 eröffnet wurde, diese mit der Pariser ebenbürtig erscheinen lassen.

Deshalb ließ er zusammen mit dem Franzosen Marcel Depréz eine Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung von Miesbach nach München errichten. In Miesbach wurde mit einer Dampfmaschine eine 1,5-PS-Dynamomaschine angetrieben. Die so erzeugte elektrische Energie wurde bei einer Spannung von 2 kV über eine 57 km lange Telegrafenleitung mit einem Leitungswiderstand von etwa 3 kΩ zum Glaspalast in München übertragen,[1] wobei der Wirkungsgrad bei 25 % lag.[2] Dort wurde mit der elektrischen Energie hauptsächlich ein Springbrunnen angetrieben. Die hierfür zweckentfremdete Telegraphenleitung aus schlecht geeignetem Eisendraht war für einen Strom von einem halben Ampere nicht ausgelegt und versagte nach wenigen Tagen.

In den Folgenjahren wurde von Marcel Depréz das Konzept auf eine 112 km lange Strecke zwischen der Gemeinde Creil und Paris in Frankreich übertragen. Er erhöhte die Spannung auf 5 kV bis 6 kV und erzielte damit einen Wirkungsgrad von 45 %.[3]

In Miesbach wurde zum 100. Jahrestag des Ereignisses 1982 ein Brunnen errichtet.

Die Drehstromübertragung Lauffen–Frankfurt war in Folge im Jahr 1891 die erste erfolgreiche elektrische Energieübertragung mittels Dreiphasenwechselstrom.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Entwicklung der Gleichstromtechnik im Deutschen Museum in München: Erinnerungstafel an die erste Weitstrecken-Energieübertragung. Abgerufen am 2. Dezember 2007. Allerdings ist hier die Spannung mit 1,4 kV angegeben.
  2. Von Miesbach nach München - die erste Fernübertragung von elektrischem Strom. Abgerufen am 23. Dezember 2009. Hier sind 2 kV angegeben.
  3.  Gerhard Neidhöfer: Michael von Dolivo-Dobrowolsky und der Drehstrom. 2. Auflage. Geschichte der Elektrotechnik, Band 19, VDE Verlag, 2008, ISBN 978-3-8007-3115-2, S. 56.

Weblinks[Bearbeiten]