Google Health

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Google Health
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Entwickler Google Inc.
Aktuelle Version Beta
(Mai 2008)
Betriebssystem beliebig (webbasiert)
Kategorie Web 2.0
Lizenz kostenlos nutzbar; Google-Account erforderlich
Deutschsprachig nein
google.com/health

Google Health (deutsch: Google Gesundheit) war eine Plattform, auf der elektronische Patientenakten abgelegt werden konnten. Der Dienst startete im Mai 2008, im Juni 2011 verkündete Google die Einstellung zum 1. Januar 2012 (bis zum 1. Januar 2013 konnten Nutzer noch ihre Daten löschen oder herunterladen).

In der englischsprachigen Version konnten Benutzer Informationen über ihren allgemeinen Gesundheitszustand, Allergien, Laborergebnisse und aktuelle Medikationen bei Google Health ablegen um sie für mögliche Notfälle oder Arztbesuche verfügbar zu machen. Die Plattform nutzte diese Informationen, um ein Gesundheitsprofil des Benutzers zu entwickeln und Hinweise über mögliche Unverträglichkeiten und Risiken zusammenzustellen.[1][2][3]

Datenschutzbedenken[Bearbeiten]

Der Zugang zu den Daten ist nur mit Passwort und Benutzernamen möglich, was jedoch für sensible Patientendaten nicht ausreichend wäre. Google Health unterliegt nicht den strengen deutschen Gesundheitsdatenschutzgesetzen und da das Unternehmen Google weder ein Gesundheitsversorger noch ein Versicherungskonzern ist, wird der Dienst auch nicht vom US-Datenschutzgesetz Health Insurance Portability and Accountability Act (HIPAA) reguliert. Der IT-Chef des Children's Hospital Boston Isaac Kohane erklärte: „Wenn es keinen gesetzlichen Schutz gibt, existiert immer das Risiko, dass Daten auf eine Weise genutzt werden, die nicht im besten Sinne des Patienten sind. Dabei geht es um viel Geld“.[4] Pam Dixon vom World Privacy Forum kritisierte: „Der Arzt hat einen Hippokratischen Eid geschworen und muss in ihrem (der Patienten) Interesse handeln. Ein börsennotiertes Unternehmen denkt vor allem an die Aktionäre“.[5] Hartwig Meyer, Vorsitzender des Verbands für Patientenschutz, hält das Sammeln von Daten über Krankheiten im Internet für gefährlich: "Wenn es solche zentrale Sammlung über Patienten gibt, könnte das Begehrlichkeiten etwa bei Arbeitgebern und Krankenkassen wecken".[2] Der Bundesdatenschützer Peter Schaar warnte vor Google Health und ähnlichen Diensten, da ein Missbrauch der Daten kaum zu verhindern wäre.[6]

Entwicklung[Bearbeiten]

Google Health wurde seit 2006 entwickelt und wurde einem zweimonatigen Testlauf bei einem privaten Klinikbetreiber unterzogen.[7]

Am 20. Mai 2008 wurde die Plattform für den öffentlichen Beta-Test freigeschaltet. Aufgrund von Akzeptanzproblemen wurde der Dienst zum 1. Januar 2012 eingestellt, bereits existierende Nutzerdaten sollten noch bis zum 1. Januar 2013 verfügbar sein.

Funktionsumfang[Bearbeiten]

Der Datenaustausch funktioniert nur mit englischsprachigen Gesundheitsdienstleistern und umfasst folgende Funktionen:

  • Zentrale Speicherung persönlicher medizinischer Daten
  • Überprüfung von Medikamenten-Wechselwirkungen.
  • Übernahme von Arztbriefen und Befunden von Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten.
  • Suchfunktion für Ärzte und Krankenhäuser.

Die medizinischen Daten des Benutzers wurden anfangs nicht dazu verwendet, personenbezogene Werbung zu platzieren. Es war allerdings vorgesehen, dass externe Dienstleister gegen Bezahlung Zugriff auf bestimmte Datensätze erhalten sollten.[8] Der Dienst war für jeden zugänglich, der einen Google-Account oder eine Google-E-Mail-Adresse hatte.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gesundheitsdaten im Netz: Google macht Doktorspiele in taz vom 22. Februar 2008
  2. a b Google Health: "StudiVZ für Kranke" in Manager Magazin vom 22. Mai 2008
  3. Google Health ist online in heise online vom 20. Mai 2008
  4. Google geht ins Krankenhaus in DerWesten vom 22. Juni 2008
  5. Medizinische Befunde jederzeit online abrufbar - Grundsätzliche Bedenken von Datenschützern in Der Standard vom 20. Mai 2008
  6. Schaar kritisiert "Google Health" und Co. - Ich weiß, woran Du krankst! in taz vom 22. Juli 2008
  7. Google Health Begins Its Preseason at Cleveland Clinic in The New York Times vom 21. Februar 2008
  8. Ja, sind Sie denn noch ganz gesund?, Landesbeauftragter für den Datenschutz Bremen, November 2008