Peter Schaar

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Peter Schaar (2013)
Peter Schaar bei einem Vortrag auf dem 30C3 in Hamburg (2013).

Peter Schaar (* 22. August 1954 in Berlin) war Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI).

Schaar wuchs in Berlin auf. Sein Studium der Volkswirtschaftslehre absolvierte er an der Freien Universität Berlin, der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main und der Universität Hamburg. Anschließend war Schaar von 1980 bis 1986 in verschiedenen Funktionen in der Verwaltung der Freien und Hansestadt Hamburg tätig. 1986 wurde er zunächst Referatsleiter, 1994 dann stellvertretender Hamburgischer Datenschutzbeauftragter. 2002 wechselte Schaar vorübergehend in die Privatwirtschaft und gründete die PrivCom Datenschutz GmbH mit Sitz in Hamburg.

Ab dem 17. Dezember 2003 übte Schaar das Amt des Bundesbeauftragten für den Datenschutz aus. Der Deutsche Bundestag verlängerte Schaars Amtszeit auf Vorschlag der Bundesregierung am 26. November 2008 um eine weitere Amtsperiode, die am 16. Dezember 2013 endete.[1] Nachdem Schaars Ernennung Ende 2003 auf Vorschlag der Grünen noch mit vielen Gegenstimmen – vor allem von Seiten der CDU-/CSU-Fraktion – geschah,[2] war die Wiederwahl eindeutig: Für Schaar stimmten 484 von 554 anwesenden Abgeordneten.[3]

In seiner Funktion als Bundesdatenschutzbeauftragter war Schaar Mitglied der Artikel-29-Datenschutzgruppe der Datenschutzbeauftragten der EU-Mitgliedstaaten, die er von Februar 2004 bis Februar 2008 leitete. Er arbeitete in der International Working Group on Data Protection in Telecommunications der Internationalen Datenschutzkonferenz mit.

Schaar engagiert sich in der Europäischen Akademie für Informationsfreiheit und Datenschutz (EAID), deren Vorsitzender er seit September 2013 ist.[4] Er ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Informationsfreiheit, der Hamburger Datenschutzgesellschaft, der Humanistischen Union und der Gesellschaft für Informatik. Außerdem ist er Parteimitglied von Bündnis 90/Die Grünen. Für sein Buch Das Ende der Privatsphäre erhielt Schaar 2008 den Preis der Friedrich-Ebert-StiftungDas politische Buch“. Schaar ist Preisträger des eco Internet AWARD 2008, Sonderpreis der deutschen Internetwirtschaft des Eco Forum. Die Gesellschaft für Datenschutz und Datensicherheit (GDD) verlieh ihm am 14. November 2013 als erstem Preisträger den GDD-Datenschutzpreis.[5]

Peter Schaar lebt in Berlin. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Werke[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Peter Schaar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Steffen Hebestreit: Schaar fordert verbesserten Datenschutz. In: Frankfurter Rundschau. 14. Dezember 2013. Abgerufen am 17. Dezember 2013.
  2. Stefan Krempl, jk: Peter Schaar als Bundesdatenschutzbeauftragter im Amt bestätigt. In: Heise Online. 26. November 2008. Abgerufen am 25. Juni 2013.
  3. Offizielles Wahlergebnis. Deutscher Bundestag. 2. Dezember 2008. Abgerufen am 15. Juni 2013.
  4. Europäische Akademie für Informationsfreiheit und Datenschutz (EAID)
  5. GDD: Peter Schaar erhält den GDD-Datenschutzpreis 2013, 15. November 2013.