Grabenbach (Saalach)

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Der Grabenbach ist ein gut vier Kilometer langer Nebenfluss der Saalach. Die ersten 1878 Meter ist er ein unterirdischer Kanal unter der Stadt Bad Reichenhall. Die tiefste Stelle des Kanals liegt elf Meter unter der Erde.

Schacht beim Kurgarten (grüne Farbe aufgrund der Beleuchtung)

Geschichte[Bearbeiten]

Der Stollen wurde von etwa von 1524 bis 1538 nach Plänen von Erasmus Grasser erbaut.

Verlauf Stadtbäche und Grabenbach um 1900

Bau[Bearbeiten]

Nach der Festlegung des Trassenverlaufs und der Vermessung des Gefälles 1522 begann man 1524 mit dem Bau des Kanals unter der Leitung des Baumeisters Fabian Zehentner und der Aufsicht des Salzmaiers Hans Humbs. Von Norden nach Süden wurde der Graben ausgehoben, in Richtung der höher liegenden Saline zu. Deshalb musste mit fortschreitenden Bauarbeiten immer tiefer gegraben und ein Gefälle von 8,5 m ausgeglichen werden. Auf einer Länge von 1975 m wurde der Kanal 2 m hoch und 2,5 m breit ausgemauert, eingewölbt und anschließend wieder mit Erde aufgefüllt. 1534 hatte man den Brunnenschacht erreicht und 1538 waren die Bauarbeiten abgeschlossen.

Verlauf[Bearbeiten]

Der Kanal beginnt in der alten Saline und tritt nahe der Gewerkenstraße wieder an die Oberfläche. Auf den knapp zwei Kilometern Länge existieren fünf Luftschächte. Danach fließt er weitere 2550 Meter durch die Marzoller Au bis in die Saalach. Im Bereich der Kurstraße wurde einer der Schächte renoviert, durch eine Glasplatte kann man nun in der Tiefe den Grabenbach sehen. Der Bach ist durchgehend mit einem Kahn befahrbar, es werden in unregelmäßigen Abständen Führungen für kleine Gruppen durch den Schacht angeboten.

Zweck[Bearbeiten]

Der Grabenbach soll das eindringende Süßwasser und das antreibende Wasser der Laufräder aus den Stollen leiten, damit es sich nicht mit dem Salzwasser vermischt. Heute wird ein Teil des Wassers für Wassertretbecken in der Fußgängerzone benutzt. Zusätzlich verlaufen im Kanal noch Rohre, die die Sole zum Gradierwerk und zur Wandelhalle befördern. Auch Regenwasser der Fußgängerzone wird in den Bach geleitet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Herbert Pfisterer: Bad Reichenhall in seiner bayerischen Geschichte. Motor + Touristik, München 1988.