Graf Bobby

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Graf Bobby ist eine fiktive Wiener Witzfigur, die zeitweise äußerst populär war. Anderen Überlieferungen zufolge soll es sich um einen ziemlich dekadenten Grafen gehandelt haben.

Charakter[Bearbeiten]

Die Witze beziehen ihre Pointe meist aus der Begriffsstutzigkeit und Naivität Bobbys. In den meisten Witzen über Graf Bobby fungiert Bobbys ebenfalls nicht real existierender Freund Rudi als Sidekick und Stichwortgeber, aber auch ein Baron Mucki taucht häufig im Umkreis Bobbys auf. Der Erfinder des Gespanns ist nicht bekannt; Graf Bobby und sein Freund Rudi sind zum Inventar des Wiener Volkshumors zu zählen. Die Figuren sind um 1900 entstanden.[1]

Die Figur wurde in den 1950er Jahren so populär, dass Graf-Bobby-Witze nicht nur in Anthologien und Sammlungen erschienen, sondern auch Filme mit Graf Bobby als Hauptfigur produziert wurden. In diesen erfolgreichen Kinokomödien stellte Peter Alexander Bobby dar. Auch Schallplatten mit Graf-Bobby-Witzen erschienen in den 1960er und 1970er Jahren. Hier waren unter anderem Peter Igelhoff als Bobby und Fred Rauch als Rudi bekannte Darsteller. Letzterer charakterisierte den typischen Graf-Bobby-Witz einmal folgendermaßen: „Geschichten, die niemand verletzen wollen und nur ein Ziel haben: Heiterkeit und Frohsinn zu verbreiten.“ Seit 2005 wird die Graf-Bobby-Figur in einigen Computerspielen verwendet und dadurch wieder bekannt.

Beispiele für Bobby-Witze[Bearbeiten]

  • Graf Bobby liest in der Zeitung, dass in München jede Stunde ein Fußgänger überfahren wird. Erschüttert meint er: „Wie der das nur aushält!“
  • Abendgesellschaft bei Altgraf Bobby. Es werden Kindheitserinnerungen ausgetauscht. Einer der Gäste erzählt: „Ich bin in München geboren und in Wien zur Schule gegangen.“ Bedauert ihn Graf Bobby: „Da hatten Sie aber einen weiten Schulweg!“
  • Graf Bobby sitzt in seiner Küche vor einem riesigen Berg geschnittener Semmeln. Baron Mucki kommt herein und fragt: „Ja, Bobby, was machst denn da?“ – „Ich will mir a Mehlspeis kochen und da steht im Kochbuch: Man schneide drei Tage alte Semmeln. No, und ich schneid’ erst seit zwei Tagen.“
  • Graf Bobby wird einberufen. „Wie wollen Sie denn Ihren Grundwehrdienst ableisten?“ – „Natürlich als General.“ – „Sind Sie wahnsinnig?!“ – „Wieso, ist das Bedingung?“
  • Graf Bobby im November 1918, vor sich eine Schale Ersatzkaffee: „Das versteh ich nicht! Na, ich versteh's wirklich nicht! So eine schöne Armee ham ma g'habt. Husaren, Dragoner, die Prachtrösser! Helm! Federbusch! Pallasch'! Und erst die Fahnen mit den schönen Stickereien. Die Kaiserjäger, die Hoch- und Deutschmeister! Und die Regimentsmusik! Was für eine Gloria! Da kann man sagen, was man will, das war die schönste Armee der Welt! Und was haben's g'macht mit dera Armee? In Krieg haben sie's g'schickt!“
  • Graf Bobby und sein Freund Rudi gehen essen. Als sie gegessen haben, klärt Rudi auf: „Alles was wir gegessen haben, war vom Pferd.“ Graf Bobby entsetzt: „Igitt, das Apfelmus etwa auch?“

Graf-Bobby-Filme[Bearbeiten]

Weil er völlig abgebrannt ist, gibt sich Graf Bobby (Peter Alexander) als seine eigene Tante aus. In Frauenkleidern begleitet er die Millionärstochter Mary (Vivi Bach) als Anstandsdame auf ihrer Europareise. Als er sich in Mary verliebt, ist das Chaos perfekt.

Graf Bobby (Peter Alexander) und sein Freund Mucki (Gunther Philipp) wollen als Detektive zu Geld kommen. Bobby verkleidet sich als Frau, um unerkannt einen vermeintlichen Mädchenhandel auszuforschen. Dabei verliebt er sich in die Tänzerin Vera.

Graf Bobby (Peter Alexander) hat in Arizona eine Goldmine geerbt. Als er mit Freund Mucki (Gunter Philipp) dort eintrifft, stellt sich ihm der schurkische Anwalt Doc Harper in den Weg. Mit Hilfe einiger Scherzartikel kommen Bobby und Mucki in den Ruf, echte Revolverhelden zu sein.

Computerspiele[Bearbeiten]

Le Woltaire’s Computerspiel Graf Bobby

Graf Bobby ist der Hauptcharakter einiger Freeware-Computerspiele des Adventure-Designers Le Woltaire.[2] In diesen Spielen sucht der schusselige Graf ständig verlegte oder verlorene Gegenstände. Ziel der Spiele ist es, ihm zu helfen, die Sachen wiederzufinden. Die Spiele werden in deutscher und englischer Sprache produziert und wurden für mehrere Preise in der unabhängigen Spieleszene nominiert.[3][4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Payer: Der Blödheit süße Seiten, Die Presse, 25. März 2011.
  2. Die Graf Bobby Spiele Seite
  3. Ergebnisse des Screen7 game-of-the-year award 2007
  4. Nominierungen und Preisträger des AGS Awards 2007