Grauwacke

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Grauwacke

Grauwacke ist ein Begriff aus der Bergmannssprache des Harzes. Er bezeichnet graue bis grüngraue Sandsteine mit Anteilen an Gesteinstrümmern von zum Beispiel Quarzit, Phyllit oder Tonschiefer. Der Begriff wird meist nur für Gesteine verwendet, die dem Paläozoikum entstammen oder noch älter sind.[1]

Abgrenzung[Bearbeiten]

Die Verwendung ist seit mindestens 1780 belegt. Wacke ist hierbei ein veralteter Name für Wackersteine.[1]

In Deutschland ist Grauwacke darüber hinaus ein veralteter stratigraphischer Name für Gesteine des Unterkarbons der Kulmfazies. Grauwacken finden sich in Mitteleuropa zum Beispiel in den alten Rumpfgebirgen wie Harz oder Rheinisches und Thüringisches Schiefergebirge. Etwa gleich alte Grauwacken treten in den Alpen als schmaler Streifen nördlich der Zentralalpen zu Tage (Grauwackenzone).

Gemäß Vinx (2005) wird Grauwacke heute lediglich als Gesteinsbenennung im Gelände verwendet. Die korrekte Bezeichnung eines entsprechenden Gesteins wäre Litharenit.[2]

Entstehung[Bearbeiten]

Grauwacken sind marine, klastische Sedimente, die bevorzugt im Umfeld der Entstehung und Abtragung von Gebirgen abgelagert werden. Sie haben ein oft ausgedehntes Liefergebiet, aus dem das Ausgangsmaterial der Grauwacken zum Meer transportiert wird und als küstennahe Sedimentmasse abgelagert wird. Durch Instabilitäten können die noch nicht verfestigten Ablagerungen in ihrer Lagerung zu fließen beginnen und einen Trübestrom erzeugen, mit dem das Material über weite Strecken transportiert werden kann. Kommt der Strom zum Erliegen, werden größere Gesteinsfragmente zuunterst gelagert, während kleinere Fragmente langsam absinken. Dies erzeugt eine gradierte Schichtung im Vertikalschnitt. Das entstehende Gestein wird als Turbidit bezeichnet; es ist das typische Gestein einer Flyschablagerung.

Zusammensetzung[Bearbeiten]

Grauwacke Mauerwerk, ein Teil der Sperrmauer des Möhnesees im Sauerland

Die relativ weichen, meist dunklen Gesteine stellen eine Klasse von Sandsteinen dar, die aus Quarz, Feldspat (meist Plagioklas), Kiesel- bzw. Tonschiefern und Gesteinsbruchstücken in einer tonigen Grundmasse (Matrix) bestehen. Der Matrixanteil des Gesteins beträgt dabei mehr als 15 %, besteht meist aus Tonmineralen, Chloriten und Glimmern und verursacht die meist dunkel(grün)graue Färbung. Grauwacken sind mittel- bis feinkörnig, teilweise auch grobkörnig, stark verfestigt, schlecht sortiert und gerundet, oft gradiert und fein laminiert.

Nach H. G. Huckenholz (1963) bestehen Grauwacken aus

Grauwacken lassen sich in Quarzwacken (dominierender Quarzgehalt), Feldspatwacken (Quarz, Feldspat und geringe Mengen an Gesteinsbruchstücken) und lithische Wacken mit einem hohen Anteil von Gesteinsbruchstücken unterscheiden.

Nutzung[Bearbeiten]

Grauwacke findet als Grauwackeschotter verbreitet Verwendung als Oberbaustoff für Eisenbahntrassen sowie als Pflasterstein.

Natursteinsorten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Hans Füchtbauer: Sedimente und Sedimentgesteine. 4. Auflage. E. Schweizerbartsche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1988, ISBN 3-510-65138-3.
  •  Francis J. Pettijohn, Paul Edwin Potter, Raymond Siever: Sand and Sandstone. 2. Auflage. Springer Verlag, New York 1987, ISBN 3-540-96350-2.
  •  Heinrich Bahlburg, Christoph Breitkreuz: Grundlagen der Geologie. 2. Auflage. Elsevier Verlag, München 2004, ISBN 3-8274-1394-X.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Murawski, H., Meyer, W. (2004): Geologisches Wörterbuch. Spektrum Akademischer Verlag, 11. Auflage, 262 S. ISBN 3-8274-1445-8
  2.  Roland Vinx: Gesteinsbestimmung im Gelände. 1. Auflage. Elsevier, München 2005, ISBN 3-8274-1513-6.