Grauwacke
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Grauwacke sind Psammite, deren Zusammensetzung (enthaltene Minerale) und Struktur (Anordnung der Minerale) ihr spezielles Bildungsmilieu oder Fazies aufzeigt. Nach Vinx (2005) ist Grauwacke lediglich eine Geländebenennung. Die korrekte Bezeichnung einer Grauwacke ist Litharenit[1].
In Deutschland wird der Begriff Grauwacke auch stratigraphisch für Gesteine des Unterkarbons der Kulmfazies verwendet. Weiteres ist die Grauwacke eine Gruppe alter (paläozoischer) Trümmersedimente, die sich vorwiegend in alten Rumpfgebirgen und als schmaler Streifen nördlich der Zentralalpen finden (Grauwackenzone). Der Begriff stammt aus den Bergbaugebieten im Harz und ist seit mindestens 1780 belegt. Wacke ist hierbei ein veralteter Name für Wackersteine.
Die relativ weichen, meist dunklen Gesteine stellen eine Klasse von Sandsteinen dar, die aus Quarz, Feldspat (meist Plagioklas), Kiesel- bzw. Tonschiefern und Gesteinsbruchstücken in einer tonigen Grundmasse (Matrix) bestehen. Der Matrixanteil des Gesteins beträgt dabei mehr als 15 %, besteht meist aus Tonmineralen, Chloriten und Glimmern und verursacht die meist dunkel(grün)graue Färbung.
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[Bearbeiten] Entstehung
Grauwacken sind marine, klastische Sedimente die durch Instabilitäten in ihrer Lagerung zu fließen beginnen. Dieser Transport und Sedimentationsprozess wird als Flysch, Trübestrom oder "Turbidity Current" bezeichnet. Kommt der Strom zum Erliegen, werden größere Gesteinsfragmente zuunterst gelagert, während kleinere Fragmente langsam absinken. Dies erzeugt eine gradierte Schichtung im Vertikalschnitt.
[Bearbeiten] Quarz- und Feldspat-Wacken
Grauwacken lassen sich unterscheiden in Quarzwacken (dominierender Quarzgehalt), Feldspatwacken (Quarz, Feldspat und geringen Mengen an Gesteinsbruchstücken) und lithische Wacken mit einem entsprechend hohen Anteil an Gesteinsbruchstücken.
Sie sind mittel- bis feinkörnig, teilweise auch grobkörnig, stark verfestigt, schlecht sortiert und gerundet, oft gradiert und kleinskalig laminiert. Sie entstehen aus der Abtragung von Gebirgen, haben ein oft ausgedehntes Liefergebiet und wurden nur über kurze Entfernungen transportiert.
Grauwacken sind in den karbonischen Serien des Harzes, des Bergischen Landes und des Rheinischen Schiefergebirges weit verbreitet.
[Bearbeiten] Nutzung
Grauwacke findet als Grauwackeschotter verbreitet Verwendung als Oberbaustoff für Eisenbahntrassen sowie als Pflasterstein.
[Bearbeiten] Natursteinsorten
- Lindlarer Grauwacke
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Roland Vinx: Gesteinsbestimmung im Gelände. 1. Auflage. Elsevier, München 2005, ISBN 3-8274-1513-6.
[Bearbeiten] Literatur
- Hans Füchtbauer: Sedimente und Sedimentgesteine. 4. Auflage. E. Schweizerbartsche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1988, ISBN 3-510-65138-3.
- Francis J. Pettijohn, Paul Edwin Potter, Raymond Siever: Sand and Sandstone. 2. Auflage. Springer Verlag, New York 1987, ISBN 3-540-96350-2.
- Heinrich Bahlburg, Christoph Breitkreuz: Grundlagen der Geologie. 2. Auflage. Elsevier Verlag, München 2004, ISBN 3-8274-1394-X.
[Bearbeiten] Weblinks
- Lindlarer Grauwacke, über Grauwacke aus dem Bergischen Land
- Westdeutsche Grauwacke Union Zusammenschluss verschiedener Steinbrüche

