Sedimentbecken

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Die Taklamakan-Wüste in China im Satellitenbild. Die Taklamakan bedeckt das Tarim-Sedimentbecken. Rechts unten das Hochland von Tibet

Ein Sedimentbecken ist ein langgezogener, kreisförmiger oder auch unregelmäßig begrenzter Bereich der Erdkruste, der sich über geologische Zeiträume mit Sedimenten auffüllt.

Geologie der Sedimentbecken[Bearbeiten]

Die Zufuhr von Sediment kann durch Meeresströmungen, Flüsse und Bäche oder Massenbewegungen wie Turbidite oder Bergstürze erfolgen. Die Ablagerung des Sediments geschieht zum Teil am Grund von Seen oder Meeren, ein anderer Teil kommt an Land zur Ablagerung.

Die unteren Schichten werden durch die folgenden zusammengepresst (Kompaktion) und langfristig zu Sedimentgesteinen wie Sandstein oder Tonstein umgebildet. Bei genügend großer Absenkung verändert die mit zunehmendem Druck und steigender Hitze einsetzende Metamorphose die Gesteine, so dass beispielsweise aus den Sandsteinen Quarzite und aus den Tonsteinen Schiefer entstehen können. Die jüngeren (oberen) Schichten aus Schotter und anderem Lockermaterial beinhalten oft bedeutsame Reservoirs von Grundwasser.

Entstehung[Bearbeiten]

Die Bildung von Sedimentbecken kann durch ganz gegensätzliche Prozesse verursacht werden:

  • Beckenbildung durch Dehnung
  • Beckenbildung durch Gletscher
  • Beckenbildung durch Kompression und tektonische Auflast
  • Beckenbildung durch Massendefizite im Untergrund
  • Beckenbildung durch sedimentäre Auflast
  • Beckenbildung durch Seitenverschiebungen

Das langsame Absinken der Erdkruste unter Gebirgssystemen geht mit der gleichzeitigen Ablagerung von Sedimenten einher.

Lagerstätten[Bearbeiten]

Im Laufe der allmählichen Absenkung sammeln sich Milliarden Tonnen von Resten abgestorbener Pflanzen im Senkungsgebiet und werden sukzessive von Schotter, Sand und Tonschichten bedeckt. Wo dies unter Luftabschluss geschieht, kann sich aus den organischen Resten Kohle, Erdöl und Erdgas bilden. Die Inkohlung der Reste wird durch das weitere Absinken des Sedimentbeckens, fortlaufende Ablagerung und die steigende Temperatur des Untergrundes gefördert.

Vorkommen von Sedimentbecken[Bearbeiten]

Beispiel von Sedimentbecken in Mitteleuropa sind

Beispiel für Sedimentbecken außerhalb Mitteleuropas sind

Wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung von Sedimentbecken[Bearbeiten]

Die großen Ebenen – von denen ein großer Teil aus einsinkenden Becken entstand – sind nicht nur ein guter Boden zur Besiedlung, für die Landwirtschaft und die Industrie, sondern haben auch viele Bodenschätze aufzuweisen. Da zudem ein großer Teil der Menschheit im Flach- und Hügelland von Beckenlandschaften leben und auch zahlreiche Bodenschätze – vor allem Öl, Gas und Kohle – in Sedimentbecken zu finden sind, hat man diese aufs Genaueste untersucht und seit Jahrhunderten genutzt. Auch heute noch sind Sedimentbecken, vor allem außerhalb Europas und Nordamerikas, das Ziel intensiver kommerzieller Erkundung, unter anderem auch deswegen, weil die Bodenschätze der Sedimentbecken in den Industrieländern schon lange dem Abbau unterliegen.

Typische Bodenschätze von Sedimentbecken sind

Literatur[Bearbeiten]

  • Andreas Schäfer: Klastische Sedimente und Sequenzstratigrafie, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, Berlin 2004, ISBN 978-3827413512, 416 S.
  • Gary Nichols: Sedimentology and Stratigraphy, Wiley-Blackwell, Chichester 2009, ISBN 978-1-4051-3592-4, 432 S.

Siehe auch[Bearbeiten]