Große Freiheit

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Große Freiheit (Begriffsklärung) aufgeführt.
Beginn der Großen Freiheit von der Reeperbahn

Die Große Freiheit ist eine Seitenstraße zur Reeperbahn, beginnend am Beatles-Platz, die heute zum Stadtteil Hamburg-St. Pauli gehört. Die Straße wurde 1610 in Altona angelegt, das 1664 die Stadtrechte erhielt.

Geschichte[Bearbeiten]

Altonaer Arbeiterhäuschen am "Grenzgang" zu Hamburg (zwischen Große Freiheit und Talstraße)
Ehemaliges Pfarrhaus der Altonaer Mennoniten aus dem 18. Jahrhundert.

Ihren bereits seit dem 17. Jahrhundert amtlichen Namen hat die Große Freiheit, wie die benachbarte Kleine Freiheit von den Religions- und Gewerbefreiheiten, die dort ansässige, unzünftige Handwerker und Glaubensgemeinschaften in der Stadt Altona genossen; daran erinnert noch heute die katholische St.-Joseph-Kirche mit ihrer repräsentativen, barocken Fassade (umgebaut 1721) und das denkmalgeschützte Gebäudeensemble Große Freiheit 73 (errichtet 1850) und 75 (errichtet 1772) als ehemalige Gemeindehäuser der Altonaer Mennoniten [1]. Die Große Freiheit 75 beherbergte das ehemalige Pastorat, die Große Freiheit 73 bestand in seiner ursprünglichen Form aus zwei Seitenflügeln, die den Eingang zu der 1943/44 zerbombten ehemaligen Mennonitenkirche markierten und erst später verbunden wurden [2]. Fundamente und Gebäudereste der zerstörten Kirche werden noch zwischen dem Gebäude und einem benachbarten Schulgebäude vermutet [3].

Zu St. Pauli und somit zu Hamburg gehört die Straße erst seit Dezember 1938, als die Nationalsozialisten infolge der Eingemeindung Altonas nach Hamburg durch das Groß-Hamburg-Gesetz die Stadtteilgrenzen analog den Grenzen der NSDAP-Parteibezirke veränderten.

Szene[Bearbeiten]

Die Gitarren-Leuchtreklame am Musikclub "Große Freiheit 36"

Einen guten Teil ihrer Bekanntheit verdankt sie den in früheren Jahren dort zahlreich anzutreffenden Nachtclubs, wie dem Salambo, Safari, Colibri, Regina und anderen, die sich dadurch auszeichneten, dass sie nicht nur Striptease boten, sondern darüber hinaus auch den Geschlechtsakt teilweise in Kostümen auf der Bühne zeigten. Die meisten dieser Clubs sind inzwischen geschlossen.

Heutzutage bietet die Straße einige bekannte Musikclubs und Discotheken wie Große Freiheit 36, Kaiserkeller und Grünspan und ist ein besonders stark frequentierter Teil des Nachtlebens der Reeperbahn. In der Großen Freiheit 64 ist bis heute der Indra-Musikclub zu finden, in dem die Beatles ihre ersten Auftritte hatten, bevor sie durch ihre Konzerte im Star-Club (1962–1969 in der Großen Freiheit 39) zu größerer Berühmtheit gelangten.

Adaptionen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Film[Bearbeiten]

  • Fünfzig Meter Große Freiheit – Deutsches Vergnügen. Doku-Show, 45 Minuten, Buch und Regie: Rainer B. Jogschies, Produktion: Norddeutscher Rundfunk, Erstausstrahlung: 9. April 1996; mit Carsten Pape, Michael Batz, Jürgen Kumlehn, Clemens Maria Haas u. a.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gebäude. Mennonitengemeinde Hamburg-Altona, abgerufen am 18. Mai 2013.
  2. Tag des offenen Denkmals - Stiftungen und Bürgerwille. Stiftung Denkmalpflege und Denkmalschutzamt der Stadt Hamburg, abgerufen am 18. Mai 2013.
  3. Begründung zum Bebauungsplan St. Pauli 26 (Pestalozzi-Quartier). Stadt Hamburg, abgerufen am 18. Mai 2013 (PDF; 301 kB).
  4. http://german.imdb.com/title/tt0131669/

53.5505555555569.9575Koordinaten: 53° 33′ 2″ N, 9° 57′ 27″ O