Gruffydd ap Llywelyn Fawr

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Dieser Artikel behandelt Gruffydd, den Sohn von Llywelyn ab Iorwerth. Für Gruffydd, den Sohn von Llywelyn ap Seisyll, siehe Gruffydd ap Llywelyn.
Der Tod von Gruffydd ap Llywelyn in einer Darstellung des 13. Jahrhunderts

Gruffydd (auch: Gruffudd) ap Llywelyn Fawr (* um 1200; † 1. März 1244 in London) war ein Fürst des walisischen Fürstentums Gwynedd.

Herkunft und Jugend[Bearbeiten]

Er war der älteste, jedoch illegitime Sohn von Llywelyn ab Iorwerth (walisisch: Llywelyn Fawr) und dessen Geliebte Tangwystl, einer Tochter von Llywarch Goch von Rhos. Er wurde vor der Hochzeit seines Vaters mit der englischen Königstochter Johanna von Wales 1206 geboren. Nach der Niederlage seines Vaters gegen den englischen König Johann Ohneland 1211 wurde Gruffydd als Geisel gestellt und blieb bis 1215 in englischer Geiselhaft.

Konflikt mit dem Vater wegen der Erbfolge[Bearbeiten]

Nach seiner Freilassung übertrug ihm sein Vater die Herrschaft über Merionydd und Ardudwy, doch diese wurden ihm 1221 wegen Misswirtschaft wieder abgenommen.[1] 1223 diente er als Hauptmann der Haustruppe seines Vaters während des Krieges gegen William Marshal, der Cardigan und Carmarthen Castle erobert hatte. Bei Carmarthen führte er ein ergebnisloses Gefecht, und wegen mangelnder Vorräte zog sich Gruffydd unmittelbar danach nach Gwynedd zurück. Wenig später führte er seine Truppe nach Carnwyllion, wo sie das Vorrücken Marshals stoppten.

Ab 1220 plante sein Vater, ihn entgegen dem traditionellen walisischen Recht in der Erbfolge zu übergehen. Eine Ursache dafür war Gruffydds erwiesene Verantwortungslos und Eigensinnigkeit,[2] vor allem hoffte sein Vater jedoch, dass sein ehelicher Sohn Dafydd bessere Beziehungen zu dem englischen König Heinrich III. unterhalten könne, da dieser sein Onkel war. Obwohl sein Vater Gruffydd nicht völlig vom Erbe ausschließen wollte, widersetzte sich dieser heftig dieser Regelung, so dass ihn sein Vater schließlich 1228 gefangen nahm und in Deganwy Castle inhaftierte. Erst 1234 ließ ihn sein Vater wieder frei und übergab ihm die Herrschaft über Lleyn und zusätzlich die Einkünfte aus dem besetzten Powys Wenwynwyn.

Gefangener seines Bruders und des englischen Königs[Bearbeiten]

Nach dem Schlaganfall seines Vaters wurde er jedoch ab 1237 von seinem Bruder ausgeschaltet. Zuerst entzog ihm Dafydd die Einkünfte aus Powys Wenwynwyn. Nachdem ihr Vater im April 1240 gestorben war, folgte Dafydd ihm als Fürst von Gwynedd nach. Im August 1240, eventuell sogar schon 1239, ließ Dafydd Gruffydd und seinen ältesten Sohn gefangen nehmen[3] und inhaftierte ihn in Criccieth Castle. Während des Feldzugs von Heinrich III. gegen Gwynedd schloss Gruffydds Frau Senena am 12. August 1241 mit dem König eine Vereinbarung, nach der sie dem König 600 Mark für die Freilassung und Einsetzung als Fürst eines Teils von Gwynedd zahlen wollte. Als sich Dafydd zwei Wochen später nach seiner Niederlage dem König unterwerfen musste, verlangte der König auch die Auslieferung von Gruffydd. Er ließ ihn aber nicht frei, sondern wollte ihn als Druckmittel gegenüber Dafydd einsetzen und ließ ihn im Tower of London inhaftieren. Dort lebte Gruffydd in milder Haft, zeitweise zusammen mit seiner Frau Senena und einem Teil seiner Kinder. In der Nacht des 1. März 1244 starb er bei einem Fluchtversuch, als er sich vom White Tower aus mit einem selbst gemachten Seil abseilen wollte. Das Seil riss jedoch und Gruffydd brach sich bei dem Sturz das Genick. Die Äbte von Strata Florida und Aberconwy Abbey erreichten 1248, dass seine Gebeine umgebettet und in Aberconwy Abbey beigesetzt wurden.[4]

Familie und Nachkommen[Bearbeiten]

Mit seiner Frau Senena hatte er vier Söhne und eine Tochter:

Da sein Bruder Dafydd 1246 ohne männliche Nachkommen starb, wurden Gruffydds Söhne Owain und Llywelyn Fürsten von Gwynedd.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gruffudd ap Llywelyn Fawr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • T. F. Tout, A. D. Carr : Gruffudd ap Llywelyn (d. 1244) , Oxford Dictionary of National Biography, Oxford University Press, 2004; Online Ausgabe, Januar 2008 [1], abgerufen am 05. Juli 2014
  • Thomas Jones Pierce: Gruffydd ap Llywelyn (d. 1244), Welsh Biography Online, National Library of Wales [2], abgerufen am 3. Juli 2014

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. David Walker: Medieval Wales. Cambridge University Press, Cambridge 1990. ISBN 978-0-521-31153-3, S. 103
  2. Welsh Biography Online: Gruffydd ap Llywelyn. Abgerufen am 5. Juli 2014.
  3. Oxford DNB: Gruffudd ap Llywelyn. Abgerufen am 5. Juli 2014.
  4. Monastic Wales: Event detail for site: Aberconwy 1. Abgerufen am 4. Juli 2014.