Gunnhild Gormsdottir

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Gunnhild auf den Orkneys

Gunnhild Gormsdottir war nach der Historia Norvegiae eine Tochter Gorms des Alten von Dänemark mit Thyra Danebod. Nach der Heimskringla war sie eine Tochter des ansonsten unbekannten Ossur Tote und in Finnmark aufgezogen worden. Die Saga berichtet legendenhaft, dass sie von Männern des Königs Erik Blutaxt in einer Erdhütte in Finnmark gefunden worden sei, wo sie Zauberkünste gelernt habe.

Ihre Ehe mit Erik machte sie zur Königin von Norwegen. Sie wird in den Sagas als grausam, heimtückisch, verräterisch, machthungrig, herrschsüchtig, geldgierig, aufhetzend und zauberkundig beschrieben. Vieles von dem ist kritisch zu sehen, da die Berichte von ihren Gegnern, insbesondere von dem Skalden Egill Skallagrímsson stammen. Sie soll von kleinem Wuchs, aber gutem und vornehmem Aussehen gewesen sein.

Als einer der Hauptzüge Gunnhilds wird genannt, dass sie zauberkundig gewesen sei. Das steht im Zusammenhang mit der Aussage Snorris, sie stamme aus Hålogaland, und ihr Vater sei Ossur Tote gewesen. Sie sei, als sie König Erik getroffen habe, in Finnmarken bei zwei der schlimmsten Zauberer gewesen, die sie dann getötet habe. Andere isländische Quellen nennen den Vater Ossur Lavskjegg, ein Name, der Gunnhild betont mit Finnen[1] und Zauberei in Verbindung bringt. Eines der ältesten Geschichtswerke über Norwegen, das außerdem von den isländischen Traditionen teilweise unabhängig ist, die Histora Norvegiæ, schreibt, dass sie Tochter des dänischen Königs Gorm und damit Schwester von Harald Blauzahn gewesen sei. Fast alle neueren Historiker gehen davon aus, dass dies wohl richtig ist.[2]

Nach dem Tode Eriks in York im Jahre 954 hatte sie die Vormundschaft über Harald Gråfell und die übrigen Söhne. Sie zog nach Dänemark und brachte ihren Bruder Harald Blauzahn dazu, sie gegen Håkon den Guten zu unterstützen. Als der besiegt und getötet worden war, übernahmen ihre Söhne die Macht, und sie konnte über ihre Söhne Macht ausüben. Sie wurde die „Königsmutter“, so dass die Söhne „Gunnhilds-Söhne“ genannt wurden. Als mehrere von ihnen getötet worden waren, musste sie wieder außer Landes gehen und zog auf die Orkneys, wo eine ihrer Töchter mit dem Jarl Arnfinn Thorfinnsson verheiratet war.

Wie alt Gunnhild wurde und wo sie gestorben ist, ist unbekannt. Aber im Jahre 970 soll sie noch gelebt haben.

Das wenige, das wir von Erik Blutaxt und seinen Söhnen wissen, lässt den Schluss zu, dass sie wahrscheinlich zu Beginn des 10. Jahrhunderts geboren wurde. Wahrscheinlich folgte sie Erik bei seiner Vertreibung aus Norwegen ins Ausland und kehrte auch mit den Erikssöhnen zurück. Nach der Ágrip und nach Theodricus Monachus in der Historia de antiquitate regum Norwagiensium wurde sie von den Männern des dänischen Königs getötet und als Zauberin in einem Moor versenkt. Das ist unwahrscheinlich. Wo sie starb, ist nicht bekannt, aber wahrscheinlich war es auf den Orkneys, denn sie hatte eine Tochter, die mit dem Sohn des damaligen Orkneyjarls verheiratet war. Nach der Niederlage der Erikssöhne dürfte sie 970 dorthin gereist und auch dort gestorben sein.[2]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. „Finnen“ war die Bezeichnung der in Finnmarken lebenden Samen, denen traditionell Zauberei zugeschrieben wurde.
  2. a b Krag.

Literatur[Bearbeiten]

  • Claus Krag: Gunnhild. In: Norsk biografisk leksikon, abgerufen am 14. Juni 2012.
  • Nils Petter Thuesen: Gunnhild Gormsdatter. In: Nils Petter Thuesen: Norges dronninger gjennom tusen år. Tiden Norsk Forlag, Oslo 1991, ISBN 82-10-03458-8, S. 16–17.