Gorm

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Gorm (Begriffsklärung) aufgeführt.
Runenstein Gorm, Vorderseite
Runenstein Gorm, Rückseite
Gorm der Alte bekommt Nachricht vom Tod seines Sohnes Knut (August Carl Vilhelm Thomsen, 19. Jahrhundert)

Gorm der Alte, dänisch Gorm den Gamle, (* vor 900; † ca. 936/958) war ein dänischer Anführer, der vielfach als erster König Dänemarks angesehen wird. Die beiden Grabhügel in Jelling sind nach ihm und seiner Frau Thyra Danebod benannt.

Leben[Bearbeiten]

Gorm wurde als Sohn des dänischen Anführers Harthaknut im späten 9. Jahrhundert geboren. Angeblich stammte er von Dänen ab, die in East Anglia regierten. Sein Vater kam 916 oder 917 nach Dänemark und übernahm die Herrschaft des jungen Königs Sigtrygg Gnupasson. Nach dem Tode seines Vaters (etwa 934) bestieg Gorm den Thron. Gorm wurde von späteren Historikern (Saxo Grammaticus in seiner Gesta Danorum) als älter als andere Monarchen seiner Zeit beschrieben. Er sei bereits erblindet gewesen, als sein Sohn Knut getötet worden sei.

Gorm heiratete Thyra, die Tochter eines lokalen Häuptlings, wahrscheinlich aus Südjütland. Laut der Gesta Danorum war Thyra die Tochter von König Æthelred von Wessex.

Seiner Frau setzte Gorm den kleineren der beiden Runensteine von Jelling mit der Inschrift: „König Gorm machte dieses Denkmal nach Thyra, seiner Frau, Dänemarks Zierde“, die Bedeutung der letzten Wendung ist allerdings umstritten. Gorms genaues Todesdatum ist nicht bekannt. Teilweise wird in der Forschung die Zeit um 936 angenommen, doch deuten dendrochronologische Untersuchungen einer Holzkammer in seinem vermuteten Grab in Jelling auf 958 hin.[1]

Da der ältere Sohn Knut bereits vor dem Tode seines Vaters verstorben war, folgte Gorm sein jüngerer Sohn Harald Blauzahn auf dem Thron. Dieser setzte den großen Jellingstein für seine Eltern mit dem ältesten Christusbild des Nordens. Er wird auch als Taufstein Dänemarks angesehen. Die Runensteine von Jelling gehören zum Weltkulturerbe.

Literatur[Bearbeiten]

  • S. Otto Brenner: Nachkommen Gorms des Alten. Silberburg, Stuttgart 1965.
  • Lutz Mohr: Der "Kleine" und der "Große Jelling-Stein" in Jelling/Jütland/Königreich Dänemark - Symbol des Ruhmes und der Macht der Könige Gorm der Alte (um 900-um 945) und Harald Blauzahn (um 945-986) zur Wikingerzeit. In: Steinkreuzforschung (SKF). Studien zur deutschen und internationalen Flurdenkmalforschung. Beiträge zur Runensteinforschung. Hrsg. von Rainer H. Schmiessner. Reihe B (Monographienreihe), Band Nr. 10, Regensburg 1999, S. 64-77.
  • Birgit Sawyer, Peter Sawyer: Die Welt der Wikinger. Die Deutschen und das europäische Mittelalter. Siedler, Berlin 2002.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gorm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Gorm Grymme (Fontane) – Quellen und Volltexte

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Knut Helle (Hrsg.): The Cambridge History of Scandinavia. Band 1. Cambridge 2003, S. 174.
Vorgänger Amt Nachfolger
Sigerich König von Dänemark Harald Blauzahn