Gut Rixdorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Gut Rixdorf gehört zur Gemeinde Lebrade und liegt im Kreis Plön in der Holsteinischen Schweiz.

Torhaus des Gutes Rixdorf
Einfahrt in den Gutshof

Geschichte[Bearbeiten]

Namensgebend könnte ein Ritter namens Ryckestorp sein, der 1369 im nicht weit entfernten Gut Lehmkuhlen als Besitzer bezeugt ist. Umgebaut wurde es zwischen 1730 und 1740 unter dem Baumeister Rudolph Matthias Dallin. Das Gut gehört seit 1790 den Grafen von Westphalen zu Fürstenberg.

1928 erfolgte die Auflösung des Gutsbezirkes und es entstanden die Gemeinden Rathjensdorf (bis 1949 Tramm), Lebrade und Mucheln. Rathjensdorf mit seinen Ortsteilen Theresienhof, Tramm und Neutramm waren schon seit Jahrhunderten als Meierhöfe zum Gut Rixdorf zugehörig.

Geographie[Bearbeiten]

Das Gut liegt an der L 53 zwischen der B 430 (Plön-Lütjenburg) und Lebrade. Durch das historische Dorf mit seinen vielen reetgedeckten Fachwerkhäusern fließt der kleine Fluss Kossau, der nach dem Durchfließen des Großen Binnensees in die Ostsee mündet.

Aufbau des Gutes[Bearbeiten]

Das Dorf wird von einer Kopfsteinpflasterstraße durchschnitten. Auf der einen Seite befinden sich die Alte Meierei, ein größeres Wohnhaus, in dem mehrere Familien und Einzelpersonen leben und ein Einfamilienhaus. Auf der anderen Seite befindet sich die Vorstadt, eine Straße mit mehreren Häusern, der Gutshof mit dem Gutshaus, dem 99 Meter langem, reetgedeckten Torhaus und vielen alten Scheunen und Pferdeställen, das Schloss, ein moderneres Gebäude, das als Herberge für Behinderte genutzt wurde, die Alte Schmiede, eine Straße mit zwei Wohnhäusern und der Försterweg mit dem Forsthaus. Ein Pferdestall und eine Scheune brannten am Morgen des 21. Juni 2013 bis auf die Grundmauern ab.[1]

Über der Toreinfahrt findet sich das Wappen der Grafen Baudissin, die zeitweise Besitzer des Gutes waren. Das Wappen zeigt drei spiralförmig angeordnete Hörner.

Insgesamt hat Rixdorf zwischen 50 und 60 Einwohner von denen ungefähr die Hälfte Kinder und Jugendliche sind.

Wirtschaft, Bildung und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die nächstgelegene Stadt, Plön, liegt etwa 6 km entfernt und ist mit dem Bus zu erreichen. Dort ist die nächste Einkaufsmöglichkeit. Eine eigene Schule hat die Gemeinde Lebrade nicht mehr, weshalb die Kinder aus Kossau, Lebrade, Rixdorf und Rathjensdorf jeden Tag mit dem Bus oder mit dem Fahrrad zu den Plöner Schulen fahren müssen.

Rixdorf hatte eine eigene Freiwillige Feuerwehr, die jedoch 2006 geschlossen wurde. Rixdorf erhält nun Brandschutz durch die Feuerwehr von Lebrade.

Kultur[Bearbeiten]

Ein besonderer kultureller Höhepunkt in Rixdorf war die Maifeier am 1. Mai eines jeden Jahres. Es trafen sich ab den Morgenstunden zahlreiche Folk-Musiker der Folk Szene aus Schleswig-Holstein, Hamburg und den Niederlanden mit teilweise historischen (Bordun)- und anderen Folk-Instrumenten, um nach dem Aufstellen des Maibaums ein musikalisches und traditionelles Rahmenprogramm zur Maifeier zu schaffen. Zahlreiche Schaulustige verfolgten jedes Jahr die Darbietungen.

Dieses Event wurde ursprünglich von der Freiwilligen Feuerwehr veranstaltet. Nach deren Schließung wurde der Verein „Dorfgemeinschaft Rixdorf“ gegründet, um weiterhin den 1. Mai feiern zu können. 2014 fand die letzte Maifeier statt und soll durch Konzertabende ersetzt werden. Ausgerichtet werden diese Konzerte ebenfalls durch den Verein „Dorfgemeinschaft Rixdorf“.[2][3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Alix Johanna Cord: Der Strukturwandel in der ostholsteinischen Gutswirtschaft um 1800: dargestellt am Beispiel der adligen Güter Rixdorf und Salzau, Neumünster 1997, ISBN 3-529-02928-9.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Brand auf Gut Rixdorf“, Kieler Nachrichten Online vom 21. Juni 2013
  2. „Ein vorletztes Mal“, Kieler Nachrichten Online, 1. Mai 2013
  3. Ein letztes Mal Rixdorfer Maifest, Kieler Nachrichten Online, 1. Mai 2014

54.20777810.423611Koordinaten: 54° 12′ 28″ N, 10° 25′ 25″ O