Guy Klucevsek

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Guy Klucevsek (* 26. Februar 1947 in New Kensington, Pennsylvania) ist ein amerikanischer Akkordeonist und Komponist. Der souverän improvisierende, aber auch schwierige Partituren vom Blatt spielende Musiker gab der Modern Creative Music wichtige Impulse und führte vielfältige Traditionen von der Polka, der Country- und Balkanmusik in Richtung Avantgarde weiter.[1]

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Klucevsek, Sohn slowenischer Einwanderer, lernte seit 1955 Akkordeon; im Alter von 14 Jahren gründete er seine erste Band. Bis 1972 studierte er, unter anderem am California Institute of the Arts, Komposition bei Morton Subotnick, Gerald Shapiro und Robert Bernat. Dann agierte er zunächst als Musiker in Theater- und Ballettproduktionen, bevor er 1987 mit seinem Soloprojekt „Scenes from a Mirage“ auf sich aufmerksam machte, wo das Akkordeon zwar wie eine Orgel, ein Synthesizer oder ein Harmonium klang, die Klangfarben des Instrumentes aber nicht elektronisch bearbeitet wurden. Danach arbeitete er mit John Zorn und Bill Frisell, mit denen er zahlreiche Aufnahmen machte. Zu Beginn der 1990er Jahre legte er zwei avantgardistische Polkaalben vor. 1996 war er einer der Gründer des Accordion Tribe, mit dem er mehrfach auf Tournee war. Seit 1998 gehörte er zum Ensemble Charms of the Night Sky von Dave Douglas. Sein Bantam Orchestra leuchtete das Feld zwischen Modern Jazz und Neuer Musik aus. Weiterhin arbeitet er mit Alan Bern, Laurie Anderson, Elliott Sharp, Anthony Braxton, Amy Denio, Anthony Coleman, Doug Wieselman, dem Kronos Quartet und Phillip Johnston zusammen. Er führte auch Kompositionen von Pauline Oliveros, Alvin Lucier, Mary Ellen Childs, Fred Frith, William Duckworth, Aaron Jay Kernis, Jerome Kitzke, Stephen Montague, Somei Satoh und John Cage auf.

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten]

1995 und 2002 wurde er mit einer Bessie (New York Dance & Performance Award) ausgezeichnet; 1996 erhielt er für seine Musik zum Hörbuch Accordion Crimes einen der Publishers Weekly Listen Up Audiobook Awards.

Diskographie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Manhattan Cascade (1991)
  • Flying Vegetables of the Apocalypse (1991)
  • Polka Dots and Laser Beams (1992)
  • Who Stole the Polka? (1992)
  • Citrus, My Love (1993)
  • Transylvanian Softwear (1994)
  • Stolen Memories (1996)
  • Free Range Accordion (2000)
  • Accordance (2001)
  • Tales from the Cryptic (2003)
  • The Well-Tampered Accordion (2005)
  • Dancing on the Volcano (2009)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wolf Kampmann, Reclams Jazzlexikon Stuttgart 2003