H. C. Erik Midelfort

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H.C. (Hans Christian) Erik Midelfort (* 1942 in Eau Claire (Wisconsin)), ist ein amerikanischer Historiker der University of Virginia.

Leben[Bearbeiten]

Er wurde mit Forschungsarbeiten im Bereich der frühen Moderne, der Reformation und der christlichen Religionsgeschichte in Mitteleuropa bekannt. Unter anderem mit vielfältigen Übersetzungen von Sekundärquellen hat er die deutsch-amerikanische historische Forschungszusammenarbeit wesentlich beflügelt. Mit Themen wie Magie, Hexenverfolgung und Geisteskrankheit wurde er mit mehreren preisgekrönten Büchern, Lehraufträgen und Veröffentlichungen bekannt . Er war unter anderem an den Universitäten in Stanford, Yale, Bern, Stuttgart, Harvard und Oxford tätig.

Er begann sein Studium in Yale und schloss dort 1964 mit dem Baccalaureusgrad ab. Er blieb einige Jahre in Yale und arbeitete dort unter anderem mit Jaroslav Pelikan, Claus Peter Clasn, J. H. Hexter und Edmund S. Morgan zusammen. Er erhielte seinen Doktorgrad im Jahre 1970. Sein erstes Buch Witch Hunting in Southwestern Germany, 1562-1684: The Social and Intellectual Foundations erhielt den Gustav O. Arlt Award der National Endowment for the Humanities.

Neben den Arbeiten zur Hexerei wurde er mit Studien wie Mad Princes in Renaissance Germany (1994, deutsch Verrückte Hoheit) oder 1997 A History of Madness in Sixteenth-Century Germany bekannt. Er erhielt zwei Mal den Roland Bainton Preis für das historische Buch des Jahres und einmal den Ralph Waldo Emerson Award von Phi Beta Kappa.

In Deutschland wurde er unter anderem mit einer Festschrift geehrt, so Wider alle Hexerei und Teufelswerk: Die europäische Hexenverfolgung und ihre Auswirkungen auf Südwestdeutschland, die von Sönke Lorenz und Jürgen Michael Schmidt herausgegeben wurde. 2008 wurde eine zweite Festschrift, Ideas and Cultural Margins in Early Modern Germany von Marjorie Elizabeth Plummer und Robin Barnes herausgegeben.

Nach einer letzten Vorlesung zum Magischen und der Moderne zog er sich 2008 vom Universitätsleben zurück.

Midelfort ist im Frühjahr 2011 als Ellen Maria Gorrison Fellow an der American Academy in Berlin.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Buchtitel[Bearbeiten]

  • Exorcism and Enlightenment: Johann Joseph Gassner and the Demons of 18th-Century Germany. Yale University Press, 2005
  • A History of Madness in Sixteenth-Century Germany. Stanford University Press, 1999.
  • Mad Princes of Renaissance Germany. University Press of Virginia, 1994
  • Witch Hunting in Southwestern Germany, 1562-1684: The Social and Intellectual Foundations. Stanford University Press, 1972.

Herausgabe und Übersetzungen[Bearbeiten]

  • Herausgabe mit Jonathan Dewald et al., Europe: 1450-1789. Encyclopedia of the Early Modern World, 6 volumes, Charles Scribner's Sons, 2003
  • Übersetzung von Wolfgang Behringer, Shaman of Oberstdorf: Conrad Stoechkhlin and the Phantoms of the Night. University of Virginia Press, 1998.
  • Übersetzung mit Benjamin Kohl, von Johan Weyer, On Witchraft. Pegasus Press, 1998.
  • Übersetzung mit Thomas A. Brady, Jr. von Peter Blickle, The Revolution of 1525. Johns Hopkins University Press, 1981.
  • Übersetzung mit Mark U. Edwards von Bernd Moeller, Imperial Cities and the Reformation, Three Essays. Fortress Press, 1972 and subsequent editions.
  • Mitherausgeber der Serie Hexenforschung zusammen mit Dieter R. Bauer, Wolfgang Behringer, Heide Dienst, Sönke Lorenz, Wolfgang Schild und dem Institut für geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften der Universität Tübingen
  • Herausgeber der Studies in Early Modern German History, University of Virginia Press

Artikel[Bearbeiten]

  • "Melancholische Eiszeit?” in Wolfgang Behringer, Hartmut Lehmann, and Christian Pfister, eds., Kulturelle Konsequenzen der ‘Kleinen Eiszeit’ (Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2005), S. 239–254.
  • “Natur und Besessenheit: Natürliche Erklärungen für Besessenheit von der Melancholie bis zum Magnetismus,” in Hans de Waardt et al., Hrsg., Dämonische Besessenheit. Zur Interpretation eines kulturhistorischen Phänomens (Bielefeld: Verlag für Regionalgeschichte, 2005), S. 73–88
  • "Charcot, Freud and the Demons," in Werewolves, Witches, and Wandering Spirits. Traditional Belief & Folklore in Early Modern Europe , Hrsg. Kathryn A. Edwards (Kirksville, 2002), S. 199–215.
  • "Madness and the Millennium of Münster, 1534-1535," in C. Kleinhenz and F. J. Lemoine, Hrsg., Fearful Hope (Madison, 1999), 115–134
  • "Religious Melancholy and Suicide: On the Reformation Origins of a Sociological Stereotype," in Madness, Melancholy and the Limits of the Self (= Graven Images Bd. 3) (1996), S. 41–56
  • "Selbstmord im Urteil von Reformation und Gegenreformation," in Wolfgang Reinhard and Heinz Schilling, Hrsg., Die katholische Konfessionalisierung (Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus, 1995), S. 296–310
  • "Geisteskranke Fürsten im 16. Jahrhundert: Von der Absetzung zur Behandlung," in Jahrbuch des Instituts für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung Bd. 7 (1990), S. 25–40.
  • "Adeliges Landleben und die Legitimationskrise des deutschen Adels im 16. Jahrhundert," in Georg Schmidt, Hrsg., Stände und Gesellschaft im alten Reich (Stuttgart, 1989), S. 245–264.

Weblinks[Bearbeiten]