Hagios Demetrios

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Hagios Demetrios, die Demetriosbasilika in Thessaloniki, Außenansicht
Grundriss der Kirche Hagios Demetrios, der Demetriosbasilika in Thessaloniki
Hagios Demetrios, die Demetriosbasilika in Thessaloniki, Hauptschiff (Innenansicht)
Hl. Demetrios mit Stiftern, Mosaik aus dem 6./7. Jahrhundert, Demetriosbasilika in Thessalonik
Hl. Dimitrios mit Kindern, Mosaik aus dem 6./7. Jahrhundert, Demetriosbasilika in Thessaloniki

Die Kirche Hagios Demetrios (griechisch Άγιος Δημήτριος Agios Dimitrios) ist eine dem Hl. Demetrios von Thessaloniki geweihte frühchristliche Basilika in Thessaloniki. Sie liegt am Fuß des Hügels der Oberstadt in der Nähe des alten Marktes und ist diesem frühchristlichen Heiligen geweiht, einem der wichtigsten Heiligen der griechisch-orthodoxen Kirche. Seit 1988 ist die Kirche Teil des UNESCO-Welterbes der frühchristlichen und byzantinische Bauten in Thessaloniki.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Ursprüngliche Kirche und Basilika[Bearbeiten]

Die erste kleine Kirche wurde im frühen 4. Jahrhundert an der Stelle eines römischen Badekomplexes errichtet. Ein Jahrhundert später folgte eine dreischiffige Basilika, die mehrfach durch Feuer und Erdbeben beschädigt wurde.

Fünfschiffige Basilika des Byzantinischen Reiches[Bearbeiten]

In den Jahren 629 bis 634 erfolgte der Wiederaufbau als fünfschiffige Basilika.

Moschee (Camii) im osmanischen Reich[Bearbeiten]

Von 1493 bis 1912 wurde die Kirche als Moschee genutzt und in türkisch mit Kasımiye Camii benannt.[2]

Wiedereinsetzung als Basilika[Bearbeiten]

Der große Stadtbrand von 1917 führte zur Zerstörung der Dächer und der oberen Wandpartien. Der unter Einbeziehung der noch vorhandenen Substanz erfolgte Wiederaufbau, während dessen umfangreiche Ausgrabungen stattfanden, zog sich bis 1949 hin.

Bau[Bearbeiten]

Basilika[Bearbeiten]

Die Kirche ist eine fünfschiffige, flachgedeckte Basilika von 53,58 Meter Länge und 33 Meter Breite[3] mit Emporen und Lichtgaden über den Seitenschiffen und zwei Arkadenreihen mit Stützenwechsel, dreischiffigem Querhaus und schmalem Narthex und dreibogigem Eingang (Trivelum). Sie hat einen offenen Dachstuhl. Die Säulenkapitelle von großer Vielfalt sind größtenteils Spolien.

Krypta[Bearbeiten]

Die Krypta, einst Kultstätte für den nach der Überlieferung hier getöteten Demetrios, ist in den römischen Thermen errichtet. In islamischer Zeit war sie zugeschüttet. Sie ist vom südlichen Querhausarm zugänglich und birgt eine Ausstellung.

Euthymios-Kapelle[Bearbeiten]

Die dreischiffige Kapelle des hl. Euthymios an der Ostseite des südlichen Querhauses wurde in der Zeit der Paläologen angebaut. Ihre dem Protáton auf dem Berg Athos und der Períblebtos-Kirche in Ochrid nahestehenden Fresken repräsentieren die Malerei des beginnenden 14. Jahrhunderts in Thessaloniki.

Ausstattung[Bearbeiten]

Byzantinische Mosaike[Bearbeiten]

Große Teile der Ausstattung, auch der Ausmalung und der Mosaiken, sind beim Brand 1917 verloren gegangen. Von den Marmorinkrustationen haben sich nur spärliche Reste erhalten. Von der einst reichen Ausstattung mit Mosaiken aus dem 5. bis 9. Jahrhundert haben sich nur neun an den Vierungspfeilern und an der Langhauswestwand erhalten, die 1917 freigelegt wurden. Diese von einer graeco-byzantinischen Mosaikwerkstatt in Thessaloniki geschaffenen Bilder werden zu den bedeutendsten Beispielen der frühen byzantinischen Mosaikkunst gerechnet.

Renaissance-Grabmal[Bearbeiten]

Das Marmorgrabmal des Loukás Spantoúnis ist aus dem Jahr 1481 und stilistisch der venezianischen Renaissance zuzurechnen, einer Periode, in der auch Thessaloniki teilweise unter dem Einfluss von Venedig stand. Trotzdem ist es ungewöhnlich, in einer Kirche in Griechenland solch ein Renaissance-Grabmal zu finden[4].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. UNESCO World Heritage List − Paleochristian and Byzantine Monuments of Thessalonika (englisch)
  2. K. Kourkoutidou-Nikolaïdou, A. Tourta: Spaziergänge durch das byzantinische Thessaloniki. Editionen Kapon, Athen 1997, ISBN 960-7254-48-1, S. 154
  3. Apostolos Papajannopoulos: Baudenkmäler Thessalonikis. Rekos, Thessaloniki 1983, S. 44.
  4. Dana Facaros, Linda Theodorou: Greece (Cadogan Guide Greece). London 2003 (Englisch)

Literatur[Bearbeiten]

  • Andreas Xyngopoulos: Η βασιλική του Αγίου Δημητρίου Θεσσαλονίκης. Thessaloniki 1946.
  • Georgios Sotiriou: Η βασιλική του Αγίου Δημητρίου Θεσσαλονίκης. Athen 1952.
  • Robin S. Cormack: The mosaic decoration of S. Demetrios, Thessaloniki. In: Annual of the British School at Athens 64 (1969) S. 16-52.
  • Andreas Xyngopoulos: Τα ψυφιδωτά του ναού του Αγίου Δημητρίου Θεσσαλονίκης. Thessaloniki 1969.
  • Charalombos Bouras: Το επιτύμβιο του Λουκά Σπαντούνη στη βασιλική του Αγίου Δημητρίου Θεσσαλονίκης. Epistimonikí Epetirís tis Polytechnikís Scholís tou Aristoteleíou Panepistimíou Thessaloníkis, St-I, 1973, S. 1-63.
  • Thalia Gouma-Peterson: The Parecclesion of St. Euthymios in Thessalonica. Art and monastic policy under Andronicos II. In: Art Bulletin 58 (1976) S. 168-183.
  • Demetrios Pallas: Le ciborium hexagonal de Saint-Démétrios de Thessalonique. In: Zograf 10 (1979) S. 44-58.
  • Charalambos Bakirtzis: Η βασιλική του Αγίου Δημητρίου. Thessaloniki 1986.
  • Thalia Gouma-Peterson: The frescoes of the Parecclesion of St. Euthymios in Thessaloniki – Patrons, Workshops and Style. In: Twilight of Byzantium. Papers from the Colloquium held at Princeton University, 1989, S. 111-129.
  • James C. Skedros: Saint Demetrios of Thessaloniki: Civic Patron and Divine Protector, 4th-7th Centuries. (Harvard Theological Studies), Trinity Press International, 1999.
  • Eugenia Russell: St Demetrius of Thessalonica; Cult and Devotion in the Middle Ages. Peter Lang, Oxford 2010, ISBN 978-3-0343-0181-7.
  • Benjamin Fourlas: Κτίστας θεωρεῖς: Wer ist der zivile Würdenträger auf dem Stiftermosaik in der Demetrios-Kirche in Thessaloniki? In: Byzantina Symmeikta. 20, 2010, S. 195-244. PDF (13MB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hagios Demetrios – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

40.63888888888922.948055555556Koordinaten: 40° 38′ 20″ N, 22° 56′ 53″ O