Haimar

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52.307510.04861111111169Koordinaten: 52° 18′ 27″ N, 10° 2′ 55″ O

Haimar
Stadt Sehnde
Wappen von Haimar
Höhe: 69 m ü. NN
Einwohner: 780 (2010) [1]
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31319
Vorwahl: 05138
Karte

Die Lage von Haimar im Stadtgebiet von Sehnde

Haimar ist ein Ortsteil der Stadt Sehnde, südöstlich von Hannover.

Geschichte[Bearbeiten]

Um 800 setzte die Besiedlung des Gebiets um Haimar mit fränkischen Kolonisten und der Zugehörigkeit zum Großen Freien ein. Das älteste erhaltene Dokument, das Haimar erwähnt, stammt aus dem Jahr 1117. Zu dieser Zeit siedelte Graf Adalbert von Haimar nach Wernigerode über, dessen Familie 1429 erlosch. Vermutlich wurde er von Heinrich V. im Harz mit Ländereien belehnt. 1512 fiel Haimar als Ort innerhalb der Amtsvogtei Ilten an das Fürstentum Lüneburg und litt erheblich in der Zeit der Hildesheimer Stiftsfehde. Der Nachbarort Gilgen wurde in deren Folge 1519 aufgegeben. Die Bewohner siedelten nach Haimar. 1534 setzte die Reformation in Haimar ein.

Im Zuge der Gebietsreform wurde Haimar am 1. März 1974 ein Ortsteil der Gemeinde, heute Stadt Sehnde.[2]

Kirche[Bearbeiten]

Barockkirche St. Ulrich in Haimar

Kirchlich gehörte die Siedlung Haimar anfangs zum Nachbarort Evern. Bereits um 1160 kam der Pfarrsitz nach Haimar und um 1200 entstand ein romanischer Kirchenbau. Das Kirchenpatronat hatten die Grafen von Wernigerode inne. 1540 wurde es vom Haus Rethmar der Familie von Rutenberg wahrgenommen. Der ursprüngliche Kirchenbau veränderte sich über die Jahrhunderte oft. Dafür waren Umbauten, Sturmschäden und Blitzeinschläge verantwortlich. Während des Dreißigjährigen Krieges erlitt das Inventar Plünderungen. Ab 1660 kam es zu umfangreichen Restaurierungsarbeiten. Da die kleine Kirche im 18. Jahrhundert zu klein wurde, errichtete man zwischen 1784 und 1788 die heutige barocke Saalkirche St. Ulrich. Der dreistöckige Westturm diente früher der Orientierung für Reisende in der baumarmen Landschaft. Die barocke Innenraumgestaltung der Kirche ist noch heute vorhanden. Zur Kirchengemeinde Haimar gehören noch die Dörfer Dolgen und Evern. Die Kirchengemeinde Haimar ist mit der Kirchengemeinde Rethmar pfarramtlich verbunden. Der gemeinsame Pastor der beiden Kirchengemeinden hat seinen Wohnsitz in Rethmar.

Baudenkmale[Bearbeiten]

Name[Bearbeiten]

Der Name Haimar ist vermutlich von Heimbere oder Heymbere für die Himbeeren in den ehemals ausgedehnten Wäldern um den Ort abgeleitet worden. Einige Kilometer weiter nordöstlich liegt der Hämeler Wald, der einst Teil des großen Nordwaldes war. Zu Haimar selbst gehört heute nur noch ein kleiner Waldteil.

Verkehr[Bearbeiten]

Zwischen 1898 und 1935 verband eine Straßenbahn der Üstra Haimar mit Hannover. Die Strecke führte über Sehnde, Ilten, Höver und Anderten weiter nach Hannover. Heute besteht eine Anbindung nach Hannover durch eine Buslinie. Nördlich von Haimar liegt der Mittellandkanal. Durch den Ort verläuft die B 65, sie ist eine Verbindung zwischen Hannover und Peine.

Politik[Bearbeiten]

Ortsbürgermeister ist Konrad Haarstrich.

Literatur[Bearbeiten]

  • Fritz Garbe: Die Heimatkirche. Aus der Geschichte der Kirchengemeinde Haimar. Burgdorf 1963/64
  • Jan Habermann: Die Grafen von Wernigerode. Herrschaftsprofil, Wirkungsbereich und Königsnähe hochadliger Potentaten am Nordharz im späten Mittelalter. Norderstedt 2008, ISBN 978-3-8370-2820-1
  • Dieter Rose Borsum, Günter Winkelmann: Haimar. Aus der Vergangenheit zur Gegenwart. Ein Dorf erzählt. Hrsg.: Realverband Haimar.
  • Werner Walkling, Hannover: Familienbuch Haimar, Orte Haimar, Evern und Dolgen, 660 Seiten, Softcover, Eigenverlag, Hannover, 2014

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sehnde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stadt Sehnde: Zahlen - Daten - Fakten
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 223.