Sehnde

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Sehnde
Sehnde
Deutschlandkarte, Position der Stadt Sehnde hervorgehoben
52.3161111111119.964166666666753Koordinaten: 52° 19′ N, 9° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Region Hannover
Höhe: 53 m ü. NHN
Fläche: 103,44 km²
Einwohner: 23.181 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 224 Einwohner je km²
Postleitzahl: 31319
Vorwahlen: 05138, 05132 (Höver, Ilten)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: H
Gemeindeschlüssel: 03 2 41 016
Stadtgliederung: 15 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Nordstr. 21
31319 Sehnde
Webpräsenz: www.sehnde.de
Bürgermeister: Carl Jürgen Lehrke (CDU)
Lage der Stadt Sehnde in der Region Hannover
Region Hannover Niedersachsen Wedemark Burgwedel Neustadt am Rübenberge Burgdorf Uetze Lehrte Isernhagen Langenhagen Garbsen Wunstorf Seelze Barsinghausen Sehnde Hannover Gehrden Laatzen Wennigsen Ronnenberg Hemmingen Pattensen Springe Landkreis Hameln-Pyrmont Landkreis Schaumburg Landkreis Nienburg/Weser Landkreis Heidekreis Landkreis Celle Landkreis Peine Landkreis Gifhorn Landkreis HildesheimKarte
Über dieses Bild

Sehnde ist eine Stadt (seit dem 18. Oktober 1997) in Niedersachsen am Südostrand der Region Hannover. Sie besteht aus 15 Ortsteilen mit rund 24.000 Einwohnern.

Geografie[Bearbeiten]

Stadtgliederung von Sehnde

Sehnde grenzt im Uhrzeigersinn, beginnend im Südwesten, an Laatzen, Hannover und Lehrte, sowie an Hohenhameln (Landkreis Peine) und an Algermissen (Landkreis Hildesheim).

Geschichte[Bearbeiten]

Sehnde 1896

Um 800 wurde das Gebiet um Sehnde von fränkischen Militärkolonisten besiedelt. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortsnamens Sehnde stammt aus dem Jahr 1147. Nach mehreren kriegerischen Auseinandersetzungen wurde das Gebiet zwischen den braunschweigisch-lüneburgischen Welfen und dem Hochstift Hildesheim aufgeteilt. In dieser Zeit gehörten zehn Sehnder Ortsteile zum Großen Freien, während die restlichen fünf den Landkreisen Hannover und Hildesheim angehörten.

Aus diesem Grunde gehörten die Sehnder Ortsteile bis zur Gebietsreform zu den drei Regierungsbezirken Lüneburg, Hildesheim und Hannover.

Bis zum 31. Dezember 2004 gehörte Sehnde zum damaligen Regierungsbezirk Hannover, der wie alle niedersächsischen Regierungsbezirke aufgelöst wurde.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die Gebietsreform, die am 1. März 1974 wirksam wurde, schuf die neue Gemeinde aus den 15 bisher selbstständigen Gemeinden Bilm, Bolzum, Dolgen, Evern, Gretenberg, Haimar, Höver, Ilten, Klein Lobke, Müllingen, Rethmar, Sehnde, Wassel, Wehmingen und Wirringen.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

(am 6. Juni 1961, am 27. Mai 1970 Volkszählungsergebnisse, jeweils mit den später eingegliederten Orten[2], ab 1998 jeweils am 31. Dezember)

  • 1961 - 18.223
  • 1970 - 18.524
  • 1998 - 19.787
  • 1999 - 20.241
  • 2000 - 20.759
  • 2001 - 21.123
  • 2002 - 21.543
  • 2003 - 21.902
  • 2004 - 22.198
  • 2005 - 22.759
  • 2010 - 23.497
  • 2014 - 24.202

Religion[Bearbeiten]

Die evangelisch-lutherische Gemeinde Sehnde gehört zum Kirchenkreis Burgdorf. Zu ihr gehört in Sehnde die historische Kreuzkirche am Südrand des einstigen Dorfkerns. Das 1963 am Papenholz errichtete Bonhoeffer-Haus mit Kirchsaal und Gemeinderäumen wurde 2012 aufgegeben und an die Stadt verkauft.

Die katholische Pfarrgemeinde St. Maria gehört zum Dekanat Hannover. Sie verfügt über die gleichnamige Kirche von 1955 am Papenholz.

Die Evangelisch Freikirchliche Gemeinde Sehnde hat ihre Kirche am Steinweg, es handelt sich um die Kirche die 2006 von der neuapostolischen Gemeinde Sehnde aufgegeben wurde. Die nächstgelegene neuapostolische Kirche befindet sich heute 8 km entfernt in Lehrte. Die Bibel-Gemeinde Sehnde veranstaltet ihre Gottesdienste in der Begegnungsstätte der Stadt Sehnde. Die Zeugen Jehovas verfügen über eine Versammlung in Sehnde.

Weitere Kirchen befinden sich in zu Sehnde eingemeindeten Ortsteilen.

Politik[Bearbeiten]

Dem Rat der Stadt Sehnde gehören 34 Ratsfrauen und -herren an. Seit der Kommunalwahl vom 11. September 2011 setzt sich der Rat wie folgt zusammen.

CDU SPD Grüne Die Linke Gesamt
15 Sitze 14 Sitze 4 Sitze 1 Sitz 34 Sitze

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Im Ortsteil Rethmar befindet sich das Regional-Museum Sehnde, getragen durch den Verein Regional-Museum Sehnde e.V. Der Ortsteil Wehmingen beherbergt das Hannoversche Straßenbahn-Museum, getragen vom gleichnamigen Verein, welches sich auf dem Gelände des ehemaligen Kalibergwerks Hohenfels befindet. Der seit 1979 bestehende Kulturverein Sehnde e.V. bietet monatliche Kulturveranstaltungen unter anderem aus dem Bereich Theater und Literatur an.

Die Kernstadt Sehnde (zu den Ortsteilen siehe dort) ist geprägt durch einige charakteristische Gebäude:

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Ortsteile der heutigen Stadt Sehnde wurden und werden durch Landwirtschaft geprägt, wobei sich die meisten Ortsteile seit den 1970er Jahren durch Neubaugebiete zu Wohnsiedlungen wandeln. 2004 wurde die Justizvollzugsanstalt Sehnde eröffnet, wodurch die Einwohnerzahl weiter zunahm.

Viele Jahrzehnte war der Kalibergbau wichtigster Industriezweig. Das erste Kalibergwerk wurde ab 1896 in Wehmingen auf dem heute so genannten Gelände Hohenfels abgeteuft, und 1902 wurde mit der Förderung begonnen. Zwar wurde die Förderung hier bereits 1927 stillgelegt, im Kernort Sehnde und im Ortsteil Ilten wurde aber bis in die 1990er Jahre Kali für die Dünger- und Streusalzproduktion gefördert. Eine angegliederte Düngemittel- und Streusalzfabrik wird weiterhin betrieben.

Kaliwerke[Bearbeiten]

Das Kaliwerk Hohenfels wurde 1928 stillgelegt. Die Grubenbaue sind von 1984 bis 1992 mit Haldenlauge von der Halde Friedrichshall verfüllt worden. Das Kaliwerk Friedrichshall war von 1905 bis 1981 in Betrieb. Das Grubenfeld wurde bis 1981 von der Kali Chemie AG betrieben, danach von der K+S AG übernommen und bis 1994 weiter betrieben. Produziert wurden ausschließlich Düngemittel. Das Kaliwerk Hugo in Ilten gehörte zum Verbundbergwerk Bergmannssegen-Hugo. Nach Stilllegung der Förderung Ende 1994 wird in der Werksanlage weiter Kalidünger aus angelieferten Rohstoffen hergestellt. Die Grube wird zurzeit mit Sole und Süßwasser geflutet.

Neben weiteren kleineren Industriebetrieben gab es bis 1987 in Sehnde eine Zuckerfabrik und noch heute gibt es in Höver eine Zementfabrik.

Verkehr[Bearbeiten]

In Sehnde kreuzen sich die Bundesstraßen 65 und 443. Über sie werden die nahe gelegenen Bundesautobahnen 2 und 7 sowie die B 6 (Messeschnellweg) erreicht.

Sehnde liegt an der Bahnstrecke Lehrte–Hildesheim. Seit 2008 bietet die Linie S 3 der S-Bahn Hannover stündliche Verbindungen über Lehrte nach Hannover Hauptbahnhof sowie über Algermissen nach Hildesheim Hauptbahnhof. Des Weiteren erschließen die Üstra-Buslinien 370, 371, 372 und 390 sowie die Regiobuslinie 962 die Stadt.

An Sehnde führt der Mittellandkanal vorbei, von dem hier der Stichkanal Hildesheim abzweigt. Im Ortsteil Bolzum befindet sich die Schleuse Bolzum.

Persönlichkeiten der Stadt[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Adolf Meyer: Sehnde - Vom Bauerndorf zur Industriegemeinde. Hg. Gemeinde Sehnde, 1975.
  • Wolfgang Leonhardt, Ludwig Meyer: Ortssippenbuch Sehnde-Gretenberg 1585-1900. Hannover, 1998 [Reihe: Dt.Ortssippenbücher - Reihe B - Bd.170]
  • Stadt Sehnde: Sehnde - ganz nah draußen. BVB-Verlagsgesellschaft mbH, Nordhorn, 2003.
  • Werner Walkling, Hannover: Sehnde, O.T. Rethmar: Familienbuch Rethmar, 1686 - 1908, Hannover, 2006
  • Werner Walkling, Hannover: Sehnde, O.T. Haimar, Evern, Dolgen: Familienbuch Haimar, 1679 - 1915, Hannover, 2014

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sehnde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. a b  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 223.
  3. Heinz-Siegfried Strelow (Verantw.): Präsidiumsmitglieder mit Kontaktdaten auf der Seite heimatbund-niedersachsen.de