Halensee

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem See. Für den nach dem See benannten Stadtteil siehe Berlin-Halensee, für den gleichnamigen Bahnhof siehe Bahnhof Berlin-Halensee.
Halensee, Blick zum Ostufer
Halensee, Blick zum Ostufer

Der Halensee ist ein See der kleinen Grunewaldseenkette im Ortsteil Grunewald des Berliner Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf nahe dem westlichen Ende des Kurfürstendamms. Er hat eine Fläche von etwa 57.000 m² und ist bis zu zehn Meter tief. Der mit Grundwasser gespeiste See wird heute zusätzlich über eine Rohrleitung vom Koenigssee versorgt.

Aus dem schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts bestehenden Ausflugsziel mit Wirtshaus und verschiedenen Attraktionen wurde das 1909 am Ostufer des Halensees eröffnete Vergnügungsgelände Lunapark, ein beliebtes Berliner Ausflugsziel und bis zum Ersten Weltkrieg Europas größter Vergnügungspark. Im Buch Frau Jenny Treibel von Theodor Fontane wird im 10. Kapitel ein Ausflug der Gesellschaft in den Lunapark am Halensee beschrieben.

Die Nationalsozialisten schlossen den Lunapark; auf einem Teil seines Geländes wurde die Halenseestraße gebaut. Das direkt am nordöstlichen Ufer des Sees gelegene Gelände wurde dann 1938 von Joseph Pertl zum Landschaftspark umgestaltet; diese damals „Halenseepark“ genannte Grünanlage wird heute im Sommer überwiegend von Nacktbadern benutzt - aber es herrscht kein FKK-Zwang. 1997 wurde der Park nach dem preußischen Politiker und Unternehmer Karl Rudolf Friedenthal benannt. Eine Gedenktafel an einem großen Findling im Park informiert über die Hintergründe der Umbenennung. Seit das gegenüberliegende Strandbad an einen Privatmann verkauft wurde, ist der Friedenthalpark der einzige freie Zugang zum See.

Der Halensee ist der Berliner See mit der höchsten Keimbelastung. Dies ergibt sich aus seiner Kessellage und dem Zufluss von Regenwasser von den umliegenden Straßen, vor allem dem an den Friedenthalpark angrenzenden Zubringer zum Berliner Stadtring. Seit Jahrzehnten werden die Regenabwässer der versiegelten Straßenflächen am Halensee und damit Keime und Schadstoffe mehr oder weniger direkt in den See gespült. Alles, was zunächst am Ufer liegen bleibt, landet am Ende ebenfalls im Wasser. Das Schließen der Überlaufsperre an der nordwestlich des Halensees gelegenen AVUS im Jahr 1996 hat das Einzugsgebiet des Sees zwar auf jetzt ca. 67 Hektar mehr als halbiert und damit zu einer Entlastung geführt, das Grundproblem aber nicht gelöst. Seit dem Jahr 2003 besteht wegen häufiger Grenzwertüberschreitungen bei der Wasserüberprüfung für den Halensee ein „Badeverbot“, das aber von vielen missachtet wird.

Im September 2005 begannen auf ein Jahr veranschlagte Bauarbeiten für eine Bodenfilteranlage, die die Wasserqualität des Halensees nachhaltig verbessern soll. Dafür wurden im Friedenthalpark etwa 30 Bäume gefällt und die Nacktbadewiese um etwa 300 m² verkleinert. Als Eigentümer der Stadtautobahn finanziert der Bund 61 % der auf drei Mio. € taxierten Kosten der Filteranlage. Den Rest trägt das Land Berlin. Nach Schätzung der Berliner Wasserbetriebe wird sich erst zwei bis drei Jahre nach Inbetriebnahme der Filteranlage die Wasserqualität so verbessert haben, dass im Halensee wieder offiziell gebadet werden kann. [1]


[Bearbeiten] Geschichte

Im Ortsteil befand sich Ecke Kurfürstendamm und Joachim-Friedrich-Straße das Haus des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS), vor dem auf den Anführer der Studentenunruhen von 1968 Rudi Dutschke geschossen wurde. Hieran erinnert heute eine Bodenplatte.

[Bearbeiten] Belege

  1. Brigitte Schmiemann: Halensee: Bodenfilter soll 2006 fertig sein. Berliner Morgenpost, 13. September 2005,

Koordinaten: 52° 29′ 41" N, 13° 16′ 52" O

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