Berlin-Grunewald

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Grunewald
Ortsteil von Berlin
Berlin Halensee Westend Grunewald Schmargendorf Wilmersdorf Charlottenburg Charlottenburg-NordGrunewald auf der Karte von Charlottenburg-Wilmersdorf
Über dieses Bild
Koordinaten 52° 29′ 0″ N, 13° 16′ 0″ O52.48333333333313.266666666667Koordinaten: 52° 29′ 0″ N, 13° 16′ 0″ O
Fläche 22,33 km²
Einwohner 11.935 (30. Jun. 2014)
Bevölkerungsdichte 534 Einwohner/km²
Postleitzahl 14193
Ortsteilnummer 0404
Verwaltungsbezirk Charlottenburg-Wilmersdorf

Grunewald ist ein Ortsteil im Westen des Berliner Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf und wurde nach dem gleichnamigen Forst Grunewald benannt. Der Ortsteil zählt zu den wohlhabenderen Gebieten Berlins.

Geschichte[Bearbeiten]

In den 1880er Jahren verkaufte der preußische Staat nach persönlicher Intervention von Reichskanzler Otto von Bismarck 234 Hektar des Forstes Grunewald an die Kurfürstendamm-Gesellschaft, ein Bankenkonsortium, das sich zum Ziel gesetzt hatte, nach dem Muster der überaus erfolgreichen Villenkolonien Alsen und Lichterfelde ein noch aufwändiger angelegtes Wohnviertel zu errichten. Es entstand die spätere „Millionärskolonie Grunewald“.[1] In diesem Zusammenhang wurde auch der Kurfürstendamm ausgebaut und so entstand seit 1889 an seinem westlichen Ende ein neues nobles Wohnviertel, die Villenkolonie Grunewald.

Aufgrund baulicher Vorgaben waren große Grundstücke erforderlich, die nur zu einem geringen Teil bebaut sein durften. So entwickelte sich Grunewald zu einer der wohlhabendsten Wohngegenden Berlins, obwohl die Villen stilistisch sehr heterogen sind. Um 1870 wurden die künstlichen, in der glazialen Rinne der Grunewaldseenkette liegenden Seen Hubertussee (vorher Torffenn), Herthasee (Rundes Fenn), Koenigssee (Langes Fenn) und Dianasee (Diebsloch) ausgehoben und über artesische Brunnen mit Wasser gefüllt. Sie wurden entlang des ehemals sumpfigen Geländes angelegt. Man erreichte damit gleichzeitig zwei Dinge: Zum einen beseitigte man damit Moorgebiete (Fenns), die man als Infektionsherde fürchtete, zum anderen entstanden gleichzeitig Attraktionen für die potenziellen Bewohner, da sich die Villen um die Seen gruppierten und die Seeufer sowie die Hangbereiche frei von jeder Bebauung blieben und zu privaten Garten- und Parkanlagen wurden. In großer Zahl wählten Unternehmer, Bankiers, Akademiker und Künstler, oft jüdischer Religion, das inzwischen attraktive Gelände zum Wohngebiet.

Bei der Eingemeindung nach Groß-Berlin 1920 wurden 6449 Einwohner in Berlin-Grunewald Landgemeinde und 507 Einwohner in Berlin-Grunewald Forstgutsbezirk gezählt.

Durch Bomben im Zweiten Weltkrieg gerissene Lücken wurden teilweise mit Villenneubauten oder größeren Einfamilienhäusern gefüllt, teilweise aber auch mit profaner Mietarchitektur. Berlin-Grunewald ist bis heute das teuerste Viertel des Berliner Villenbogens, der sich im Südwesten der Stadt von Lichterfelde-West im Süden, über Dahlem und Grunewald bis nach Westend erstreckt.

Über den Bahnhof Grunewald besteht ein direkter Anschluss zur S-Bahn-Linie S7; von dort geht es in die Berliner Innenstadt bzw. stadtauswärts nach Potsdam.

Von diesem Bahnhof aus erfolgte während des Zweiten Weltkriegs seit Oktober 1941 die Deportation der Berliner Juden vorwiegend in östlich gelegene Konzentrations- und Vernichtungslager. Hieran erinnert seit 1998 das Mahnmal Gleis 17.

Gebäude und Denkmale[Bearbeiten]

Straßen und Plätze[Bearbeiten]

Hauptartikel: Liste der Straßen und Plätze in Berlin-Grunewald

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Kirchen und Glaubensgemeinschaften[Bearbeiten]

Schulen[Bearbeiten]

Diplomatische Vertretungen[Bearbeiten]

Botschaften[Bearbeiten]

In Grunewald befinden sich die Botschaften der Länder

Residenzen[Bearbeiten]

Daneben unterhalten folgende Länder im Ortsteil Grunewald private Residenzen ihrer Botschafter:

Prominente Bewohner des Ortsteils[Bearbeiten]

Die Grunewalder leben sprachlich korrekt in (nicht im) Grunewald.

Dieser Ortsteil hatte und hat viele berühmte Bewohner aus Politik, Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft:

Gedenktafel für Max Reinhardt am Haus Fontanestraße 8
Gedenktafel für Hermann Sudermann und Rolf Lauckner am Haus Bettinastraße 3
Gedenktafel für Hans Ullstein am Haus Bettinastraße 4

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Helga Gläser, Karl-Heinz Metzger u. a.: 100 Jahre Villenkolonie Grunewald 1889–1989. Bezirksamt Wilmersdorf, 1988.
  • Reinhard Milferstädt: Die Villenkolonie Grunewald. Entstehung und Entwicklung eines großbürgerlichen Wohnquartiers im 19. Jahrhundert. TU Braunschweig.
  • Herbert Siebert: Berlin-Grunewald: Ein Heimatbuch. Berlin 1930.
  • Maria Berning, Michael Braum, Engelbert Lütke Daldrup, Klaus-Dieter Schulz: Berliner Wohnquartiere: Ein Führer durch 60 Siedlungen in Ost und West. Reimer Verlag, Berlin 2003, ISBN 978-3-496-01260-3.
  • Peter-Alexander Bösel: Berlin-Grunewald in historischen Ansichten. Sutton Verlag, Erfurt 2005, ISBN 3-89702-853-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Berlin-Grunewald – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Karl-Heinz Metzger: Die Villenkolonie Grunewald. BA Charlottenburg-Wilmersdorf, abgerufen am 12. Oktober 2013.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kolonie Grunewald (Übersichtskarte). In: Berliner Adreßbuch, 1892, nach Teil 1, S. VI.
  2. Ingeborg Bachmann, Hans Werner Henze, Hans Höller: Briefe einer Freundschaft: mit 8 Faksimiles. 2. Ausgabe. Piper, 2006, ISBN 3-492-04608-8, S. 509.