Hans heiratet

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Hans heiratet ist ein Schwank (ATU 859 (3, 2)). Er steht in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm ab der Zweitauflage von 1819 an Stelle 84 (KHM 84). Dort schrieb sich der Titel Hans heirathet.

Inhalt[Bearbeiten]

Der Pate will Hans eine Braut werben. Er setzt ihn hinter den Ofen, lässt ihn eine Münze halten und Brot in Milch brocken. Dem geizigen Brautvater erzählt er, Hans säße warm, habe Geld in der Hand, was einzubrocken und viele Placken (was sowohl Güter als auch Flicken heißt). Der Vater ist einverstanden. Nach der Hochzeit will die Braut die Güter sehen. Hans zieht vorsichtshalber ein altes Kleid an. Wenn die Braut auf die Felder schaut, haut er auf seine Flicken und sagt, das gehöre ihm. Der Erzähler antwortet auf die Frage, ob er auch auf der Hochzeit gewesen sei, ja, seine Kappe aus Schnee habe die Sonne geschmolzen, sein Kleid aus Spinnweben haben die Dornen zerrissen und seine gläsernen Schuhe seien an einem Stein zerbrochen.

Herkunft[Bearbeiten]

Grimms Anmerkung gibt als Quelle Johannes Praetorius’ Wünschelruthe an (1667). Das Angeben mit der Münze hätten sie oft als Scherz gehört. Der Schlusswitz mit der Kappe aus Schnee usw. sei aus mündlicher Überlieferung zugefügt, wie es oft am Schluss der Märchen gemacht werde (vgl. KHM 91, 70a). Dagegen schließen Praetorius und dessen anonyme Vorlage mit einer Warnung vor Leichtgläubigkeit.

Literatur[Bearbeiten]

  • Grimm, Brüder. Kinder- und Hausmärchen. Ausgabe letzter Hand mit den Originalanmerkungen der Brüder Grimm. Mit einem Anhang sämtlicher, nicht in allen Auflagen veröffentlichter Märchen und Herkunftsnachweisen herausgegeben von Heinz Rölleke. Band 3: Originalanmerkungen, Herkunftsnachweise, Nachwort. S. 156, 479. Durchgesehene und bibliographisch ergänzte Ausgabe, Stuttgart 1994. (Reclam-Verlag; ISBN 3-15-003193-1).
  • Uther, Hans-Jörg: Handbuch zu den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. Berlin 2008. S. 195-196. (de Gruyter; ISBN 978-3-11-019441-8).

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Hans heiratet – Quellen und Volltexte