Johannes Praetorius (Schriftsteller)

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Johannes Praetorius (genannt Praetorius Zetlingensis zur Unterscheidung von anderen Trägern gleichen Namens; wirklicher Name Hans Schultze; * 22. Oktober 1630 in Zethlingen/Altmark; † 25. Oktober 1680 in Leipzig) war ein deutscher Schriftsteller, Polyhistor und Kompilator.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Praetorius besuchte die Schule in Salzwedel, später das Gymnasium in Halle (Saale) und immatrikulierte sich anschließend an der Universität Leipzig, wo er Naturwissenschaften studierte, 1653 den Magister erwarb, und wo er zeitlebens verbleiben sollte. Das gelehrte Universitätsleben faszinierte ihn, vor allem aber die damals großenteils noch ungehobenen Schätze der Bibliothek.

Zwar hielt er gelegentlich Vorlesungen, doch verbrachte er den wesentlichsten Teil seiner Zeit in emsiger schriftstellerischer Tätigkeit, vornehmlich als Kompilator von Märchen und kuriosen Legenden. Insgesamt veröffentlichte er mehr als 50 Bücher. Für die Nachwelt wurde er unvergesslich vor allem durch seine Sammlung der Rübezahl-Sagen.

Dem Elbschwanenorden gehörte er unter dem Namen Prophulidor an.

Werke[Bearbeiten]

Johannes Praetorius: Bloks Bergs Verrichtung, Leipzig 1668
  • Daemonologia Rubinzalii … Ein ausführlicher Bericht von … dem Rübezahl. Leipzig 1662.
  • Catastrophe Muhammetica: Oder das Endliche Valet, und Schändliche Nativität des gantzen und nunmehr vergänglichen Türckischen Reichs: aus ziemlich vielen so wohl geistlichen Prophezeyungen als weltlichen Weissagungen ... an den Tag gegeben. Leipzig 1664. (Digitalisat)
  • Iudiciolum Asteriae oder Der mittägliche Strauss-Stern, so sich im Außgange des 1664. Jahrs nach Christi Geburt, im Monat Decemb. am 3. 4. 5. 12. und 18. gegen Süden früe Morgens, erschrecklich hat sehen lassen … 1664 (Digitalisat).
  • Anthropodemus Plutonicus, das ist, Eine Neue Weltbeschreibung. Magdeburg 1666.
  • Storchs und Schwalben Winter-Qvartier. Frankfurt am Main, Leipzig 1676.
  • Blockes-Berges Verrichtung oder ausführlicher geographischer Bericht von den hohen trefflich alt- und berühmten Blockes-Berge: ingleichen von der Hexenfahrt und Zauber-Sabbathe, so auff solchen Berge die Unholden aus gantz Teutschland Jährlich den 1. Maij in Sanct-Walpurgis-Nachte anstellen sollen; Aus vielen Autoribus abgefasset und mit schönen Raritäten angeschmücket sampt zugehörigen Figuren; Nebenst einen Appendice vom Blockes-Berge wie auch des Alten Reinsteins und der Baumans Höle am Hartz. Scheibe, Leipzig; Arnst, Frankfurt am Main 1668. (Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv)

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerhard Dünnhaupt: Chronogramme und Kryptonyme: Geheime Schlüssel zur Datierung und Autorschaft der Werke des Polyhistors Johannes Praetorius. In: Philobiblon. 21, 1977, S. 130–135.
  • Gerhard Dünnhaupt: Johann Praetorius (1630-1680). In: Personalbibliographien zu den Drucken des Barock. Band 5. Hiersemann, Stuttgart 1991, ISBN 3-7772-9133-1, S. 3145-3193. (Werk- und Literaturverzeichnis)
  • Ferdinand van Ingen: Das Geschäft mit dem Berggeist. In: Chloe. 7, 1988, S. 361–380.
  • Stefan Jordan: Praetorius, Johannes. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 20, Duncker & Humblot, Berlin 2001, ISBN 3-428-00201-6, S. 667 f. (Digitalisat).
  • Gerhild Scholz Williams: Ways of Knowing in Early Modern Germany. Johannes Praetorius as a Witness to his Time. Ashgate, Burlington VT 2006.
  • Friedrich Zarncke: Praetorius, Johannes (Dichter). In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 26, Duncker & Humblot, Leipzig 1888, S. 520–529.

Weblinks[Bearbeiten]