Harald Banter

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Harald Banter (* 16. März 1930 in Berlin als Gerd von Wysocki) ist ein deutscher Komponist, Arrangeur, Musikproduzent und Bandleader.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Der Sohn des künstlerischen Leiters der Schallplattenfirma Lindström-ODEON, Georg von Wysocki, war 1947 Kompositionsschüler von Johannes Pranschke und Georg Haentzsche und wurde nach einer Ausbildung zum Tonmeister beim Berliner Rundfunk 1950 Musikredakteur beim späteren Westdeutschen Rundfunk Köln (WDR) und gründete dort 1951 das Harald Banter Ensemble, die spätere WDR-Media Band, zu der Musiker wie Heinz Hötter und Friedel Berlipp gehörten. Die Jazzband war fester Bestandteil auf öffentlichen Veranstaltungen des WDR. Darüber hinaus gab es wöchentlich Musiksendungen mit diesem Ensemble. Im Kölner Gürzenich bestritt er 1956 das erste Jazzkonzert mit Albert Mangelsdorff. Zusammen mit dem Modern Jazz Quartet führte er die Zwölftonkomposition Twelve by Eleven von Gunther Schuller auf. Für das Ballett Marathona di danza von Hans Werner Henze für Symphonieorchester und Jazzband schrieb Banter in Zusammenarbeit mit Henze die Jazzparts. Als Komponist, Arrangeur und Dirigent arbeitete er in diesen Jahren auch mit Hermann Scherchen und Bernd Alois Zimmermann zusammen. Für das Fernsehen schrieb Banter zahlreiche Filmmusiken. Seine wohl berühmteste Melodie ist „Alfreds Thema“ aus der Fernsehserie Ein Herz und eine Seele, die er 1973 im Musette-Stil komponierte, er aber im Nachspann nicht genannt wurde.[1]

1960 wurde ihm die Leitung einer Jazzklasse am Duisburger Konservatorium anvertraut. Mit der Media-Band entstanden auch Aufnahmen für das Fernsehen.[2]

Auch war er in dieser Zeit mit der Media Band bei den Tanzkurs-Sendungen Gestatten Sie? und Tanzparty mit dem Ehepaar Fern dabei. 1974 übernahm Banter beim WDR die Leitung der Sparte Unterhaltende Musik. Von 1982 bis 1995 realisierte er als Produzent des Kölner Rundfunkorchesters Aufführungen und Aufnahmen verschollener Opern und Operetten, beispielsweise von Kurt Weill, Jacques Offenbach und Franz von Suppé.

Unter seinen Kompositionen sind besonders erwähnenswert sein konzertanter Jazz-Traumspiegel, das Ballett Diana Sorpresa, die Märchenbilder-Suite, das Stück Muse aus Soundland, die sinfonische Ouvertüre Prolog 2000, Amores (Liebeselegien) für Sprecher, Chor und Jazz-Orchester nach Texten von Ovid, das rhapsodische Konzert für Cello und Orchester Phädra, Die Reise als Werk für gemischten Chor und Orchester (nach Texten von Baudelaire) und die Oper Der blaue Vogel.

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten]

1992 erhielt er das Silberne Blatt der Dramatiker Union, 1993 die „Medaille für Verdienste um die deutsche Musik“ des Deutschen Komponistenverbandes, 1994 verlieh ihm die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen den Titel des Honorarprofessors. Seit 1996 ist er Ehrenmitglied der GEMA, deren Aufsichtsrat er mehr als 30 Jahre angehörte. Seit der Gründung des Deutschen Komponistenarchivs im Europäischen Zentrum der Künste Hellerau im Jahre 2005 ist Harald Banter Vorsitzender des Beirats.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. TV-Nostalgie: Ein Herz und eine Seele
  2. Peter Thomas nahm 1965/66 den Titel Melissa aus dem gleichnamigen Durbridge-Mehrteiler ursprünglich mit der Media Band auf. Der Bert Kaempfert-Trompeter Charly Tabor fungierte für diese Aufnahme ein einziges Mal als Bassgitarrist. Das Thema war im WDR-Dreiteiler als Hintergrundmusik zu hören und wurde im Film von einer Odeon-Single abgespielt.
  3. http://www.komponistenarchiv.de/satzung-und-beirat/