Haus der Presse (Dresden)

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Das Haus der Presse ist ein Hochhaus an der Ostra-Allee 20 in Dresden, das 1966 als „bestes Bauwerk der Stadt Dresden“ mit einem Architekturpreis ausgezeichnet wurde. Es symbolisiert den architektonischen Übergang von der Nationalen Bautradition zum Internationalen Stil.

Beschreibung[Bearbeiten]

Haus der Presse

Das 13-geschossige Hochhaus wurde von Wolfgang Hänsch und Herbert Löschau in den Jahren 1958/1961 als Druckerei- und Verlagskomplex entworfen und gebaut. Das Gebäude wurde in einer Stahlskelett-Montagebauweise errichtet. Die Fensterbänder erhielten profilierte Aluminiumbrüstungen, die Giebelflächen wurden mit Waschbetonplatten verkleidet. Der Kompaktbau wurde mit Keramikplatten verkleidet, ansonsten Sichtbetonflächen.[1]

Es ist heute Verlagshaus der Sächsischen Zeitung und war zwischenzeitlich Sitz der Dresdner Morgenpost. Das 1966 als „bestes Bauwerk der Stadt Dresden“ mit einem Architekturpreis ausgezeichnete Gebäude kennzeichnet eine deutliche Zäsur in der DDR-Architekturpolitik für Dresden: „Während noch wenige Jahre zuvor dem Leitbild der ‚Nationalen Bautradition‘ entsprochen wurde, nahm man mit diesem Verlagsneubau Abschied von einer national gedeuteten Architektur und orientierte sich stattdessen nach den Prinzipien der Architektur des Internationalen Stils“.[2]

Im Jahr 1966 wurde im Hof des Gebäudes ein 30 × 18 m großes Betonrelief von Rudolf Sitte aufgestellt. Gegenstand war „Der Produktionsprozess. Zeitungsdruck“. Von 1967 stammen fünf Reliefplatten aus Bronze von Walter Howard mit dem Titel „Franz Mehring – Publizist seiner Zeit”. Sie messen 60 × 120 cm und befinden sich an einer Wand in der Eingangshalle des Gebäudes[3]. Aus dem gleichen Jahr stammt die Bronzeplastik einer Tänzerin von Ursula Naumann[4] . Im Jahr 1975 schuf Johannes Peschel einen „Block aus Zement“ vor dem Haus der Presse. Die Politplastik stellte die Vereinigung der KPD und SPD in Sachsen dar und wurde 1989 entfernt.

Im Jahr 2003 wurde das Gebäude von Martin Seelinger saniert und erhielt eine neue, kupfergrüne Glasverkleidung. Auf der Verkleidung sind lose Folgen von Typographien als Schmuck angebracht worden. Wolfgang Hänsch, der Architekt aus den 1960er-Jahren, bezeichnete dies als „typographische Überschwemmung [und] Verpackungsarchitektur“.[2] Die Buchstaben „Haus der Presse“, die am Hochhaus befestigt waren, wurden abgenommen und in Vitrinen an der Straße aufgestellt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. May et al., S. 29 Bildnr. 22 (Haus der Presse)
  2. a b http://www.das-neue-dresden.de/sz-hochhaus.html
  3. Erika Neumann, Ulrich Kurt: Kunst und Architektur. Baugebundene Kunst in der DDR. VEB E. A. Seemann Verlag, Leipzig 1974
  4. Heinz Quinger: Dresden, E. A. Seemann Verlag, Leipzig 1991, ISBN 3-363-00489-3, Reihe Kunstgeschichtliche Städtebücher

Literatur[Bearbeiten]

  •  Walter May, Werner Pampel und Hans Konrad: Architekturführer DDR, Bezirk Dresden. VEB Verlag für Bauwesen, Berlin 1979.S.29 Nr. 22 (1,5)
  • Wolfgang Hänsch:„Druckerei Sächsische Zeitung Dresden“ in:Deutsche Architektur, Heft 3, Jahrgang 1967, S. 141-149.
  • Gerhard Krenz, Walter Stiebitz, Claus Weidner: „Architekturwettbewerb 1966“, in:Deutsche Architektur, Heft 8, Jahrgang 1967, S. 456.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Haus der Presse, Dresden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


51.05759413.728212Koordinaten: 51° 3′ 27″ N, 13° 43′ 42″ O