Franz Mehring

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Franz Mehring

Franz Erdmann Mehring (* 27. Februar 1846 in Schlawe in Pommern; † 28. Januar 1919 in Berlin) war ein deutscher Publizist und Politiker. Er war einer der bedeutendsten marxistischen Historiker seiner Zeit und verfasste eine der bekanntesten frühen Biographien zu Karl Marx. Seine Äußerungen zum Judentum werden teilweise als antisemitisch kritisiert.

Leben[Bearbeiten]

Herkunft, Ausbildung, Studium[Bearbeiten]

Franz Mehring war Sohn von Carl Wilhelm Mehring, eines ehemaligen Offiziers und höheren Steuerbeamten, und von Henriette Mehring, geb. Schulze. Er besuchte das Gymnasium in Greifenberg und studierte vom 30. Oktober 1866 bis 1868 Klassische Philologie an der Universität Leipzig und vom 28. November 1868 bis zur Zwangsexmatrikulation am 12. Juli 1870 an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin. In Leipzig gehörte er zeitweise der Leipziger Burschenschaft Dresdensia an.[1] Er promovierte am 9. August 1882 an der Universität Leipzig zum Dr. phil. mit der Arbeit: „Die deutsche Sozialdemokratie. Ihre Geschichte und ihre Lehre“.[2] Die Arbeit wurde mit „löblich“ beurteilt, die Dissertation fand „sine examine“ statt.[3]

Erste politische Präferenzen und publizistische Aktivitäten[Bearbeiten]

Politisch war er zunächst bürgerlicher Demokrat. Seit 1870 arbeitete er für verschiedene Tages- und Wochenzeitungen. 1868 wechselte er zum weiteren Studium nach Berlin und arbeitete zunächst in der Redaktion der demokratischen Tageszeitung Die Zukunft (Herausgeber Johann Jacoby und Guido Weiß). Im Jahr 1882 promovierte Mehring in Leipzig zum Dr. phil.

Gedenktafel am Hause Beymestraße 7, Berlin-Steglitz

Bereits 1867 traf Mehring in Berlin auf August Bebel und Wilhelm Liebknecht, ohne dass dies zunächst Folgen für seinen politischen Standpunkt gehabt hätte. Vielmehr wandte er sich unter dem Eindruck des Krieges von 1870/71 vorübergehend von den Demokraten ab und dem nationalliberalen Lager zu. In den folgenden Jahren kehrte er jedoch zu seinen demokratischen Positionen zurück. 1871 bis 1874 berichtete er für das „Oldenberg’sche Korrespondenzbüro“ über Reichstags- und Landtagssitzungen und wurde zu einem bekannten Parlamentsreporter. Danach arbeitete er als politischer Korrespondent für Die Waage. Wochenblatt für Politik und Literatur.[4] Hier veröffentlichte er 1875 eine Artikelserie gegen Heinrich von Treitschke, die kurze Zeit später als Buch unter dem Namen Herr von Treitschke, der Sozialistentödter und die Endziele des Liberalismus – Eine sozialistische Replik erschien. Er arbeitete auch für die, dem jüdischstämmigen Verleger Leopold Sonnemann gehörende, demokratisch orientierte, Frankfurter Zeitung. Sonnemann stand der Sozialdemokratie nahe und wurde von den Parteiführern geschätzt. Im Mai 1876 wandte sich Mehring in einem Artikel in der Staatsbürger-Zeitung gegen seinen Verleger.[5] Er warf ihm vor, Bestechungsgelder angenommen und während der Gründerjahre an kriminellen Börsenspekulationen teilgenommen zu haben. Damit griff Mehring nach Ansicht des Historikers Robert Wistrich eine Kampagne von radikalen Antisemiten vom Schlage eines Otto Glagau und Wilhelm Marr auf. Mehrings Beschuldigungen gegen Sonnemann wurden von der Führung der Sozialdemokratie unter August Bebel und Wilhelm Liebknecht öffentlich abgelehnt. Diese Auseinandersetzung führte zu einem 15 Jahre dauernden Riss zwischen Mehring und der Sozialdemokratie.[6] Die Führung der Sozialdemokratie betrachtete Mehring mit Misstrauen, zumal Mehring danach mehrere antisozialistische Arbeiten verfasste. Vor allem sein Buch »Die Deutsche Socialdemokratie, ihre Geschichte und ihre Lehre« (1877) wurde von der SPD heftig kritisiert.[7] Ab 1878 bis 1884 arbeitet Mehring für die Bremer Weser-Zeitung, 1883/84 für die Demokratischen Blätter.

Allerdings las er um 1880 intensiv die Schriften von Karl Marx, die ihn stark beeinflussten. Die Kritik an den Sozialistengesetzen und die Überzeugung, dass Bismarcks Sozialgesetzgebung keine grundlegende Lösung der Sozialen Frage bringen würde, führten zu einer Wiederannäherung an die Sozialdemokratie. Zwischen 1884 und 1890 war Mehring Mitarbeiter der liberalen Volkszeitung. Organ für Jedermann aus dem Volke[8] und im April 1889 Chefredakteur[9] dieser Zeitung.[10] In dieser Zeit entwickelte sich ein freundschaftliches Verhältnis zu August Bebel und Paul Singer.[11] Im Sommer 1890 wurde Mehring in eine Auseinandersetzung mit Paul Lindau verwickelt,[12] die auch den Bruch mit den Besitzern der Volks-Zeitung, Rudolf Mosse und Emil Cohn, zur Folge hatte.[13] Noch im gleichen Jahr wurde ihm die Leitung der Zeitung entzogen.[14] Laut Robert S. Wistrich waren die Gründe dafür der politische Kampf Mehrings wie beispielsweise sein Eintreten gegen die Sozialistengesetze, der durch häufige Verbote zu einer Existenzgefährdung der Zeitung geführt hatte. Der andere Grund war die Kritik an dem von Mehring geführten Kreuzzug gegen den einflussreichen jüdischstämmigen Theatermann Lindau. Dieser hatte versucht, seine ehemalige Freundin, eine Schauspielerin, an der Berufsausübung an allen Theatern Berlins zu hindern, was Mehrings journalistisches Engagement für die Frau provozierte.[15] Ab Juni 1891 schrieb Mehring Leitartikel für die sozialdemokratische Neue Zeit, dies markiert seinen Eintritt in die deutsche marxistisch geprägte Arbeiterbewegung.[16]

Franz-Mehring-Denkmal von Heinrich Apel am gleichnamigen Platz in Berlin-Friedrichshain

Engagement für die Sozialdemokratie[Bearbeiten]

Im Jahr 1891 trat Mehring der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands bei. In der Folgezeit arbeitete er für verschiedene sozialdemokratische Blätter. In den Jahren 1891 bis 1913 schrieb er für Die Neue Zeit, die damals wichtigste theoretische Zeitschrift der SPD. Von 1902 bis 1907 war Mehring Chefredakteur der sozialdemokratischen Leipziger Volkszeitung. Bis 1913 blieb er weiter Mitarbeiter des Blattes. Außerdem publizierte er im Vorwärts und anderen sozialdemokratischen Blättern. In den Jahren 1913/14 war er Mitherausgeber der Sozialdemokratischen Korrespondenz. Neben der publizistischen Tätigkeit lehrte Mehring von 1906 bis 1911 an der zentralen Parteischule der SPD. Daneben war er von 1892 bis 1895 Leiter des Vereins der Freien Volksbühne in Berlin. 1917/1918 war er Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses. Innerhalb der SPD blieb der bildungsbürgerlich geprägte Mehring ein Außenseiter. Der Parteivorsitzende August Bebel schrieb am 20. März 1892 an Friedrich Engels:

„Mehrings Arbeiten sind allerdings ausgezeichnet, aber trotzdem lässt sich kein intimeres Verhältnis zu ihm aufbauen; man befürchtet immer, er bekäme einen Rückfall; und ausserdem muss man sich fürchten, mit ihm sich vertraulicher einzulassen, weil der Verdacht besteht, er notierte alles, was er hört. Das sind fatale Eigentschaften, die sein Person nicht zur Geltung kommen lassen.“[17]

Opposition zur Mehrheitssozialdemokratie[Bearbeiten]

In den innerparteilichen Grundsatzdebatten vor dem Ersten Weltkrieg, bei dem etwa Eduard Bernstein und der neue Parteivorsitzende Friedrich Ebert revisionistische, reformorientierte Positionen vertraten, beharrte Mehring ähnlich wie Karl Liebknecht auf der traditionellen Vorstellung vom Klassenkampf. Während des Ersten Weltkrieges distanzierte er sich aufgrund der Burgfriedenspolitik und der Zustimmung großer Teile der Partei zu den Kriegskrediten weiter von der SPD. Gemeinsam mit Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg und Clara Zetkin sah er darin eine Unterwerfung unter die herrschende Klasse und den Tod der Internationale.[18] Dieser Streit spaltete die Partei. Mehring war 1915 Mitherausgeber der Zeitschrift Die Internationale und gründete 1916 mit anderen führenden Linken in der SPD die Spartakusgruppe. 1917 trat er der USPD bei, die für eine sofortige Beendigung des Krieges eintrat. Mehring war Ende 1918 entscheidend an der Vorbereitung des Gründungsparteitages der KPD beteiligt, welche die Arbeit des Spartakusbundes fortführte.

Wirken[Bearbeiten]

Verhältnis zum Judentum[Bearbeiten]

Mehring äußerte sich seit 1876 immer wieder zur Judenfrage und kritisierte dabei sowohl Antisemitismus als auch Philosemitismus.[19] Kein anderer sozialistischer Autor beschäftigte sich laut dem Historiker Lars Fischer so intensiv mit diesem Themenkomplex, Fischer spricht von einer regelrechten „Obsession“.[20]

Nach dem Berliner Antisemitismusstreit verteidigte Mehring 1882 Heinrich von Treitschke gegen dessen Kritiker, weil dieser die angeblich negativen Seiten der Judenemanzipation beim Namen nenne. In diesem Zusammenhang tat er judenfeindliche Krawalle in seiner hinterpommerschen Heimat, bei denen die Synagoge von Neustettin niedergebrannt worden war, als „Unfug“ ab, den der darüber erhobene Lärm erst entstehen lasse. Um dem Antisemitismus zu begegnen, empfahl er, angeblich von Juden verursachte Missstände „mit äußerster, schärfster Bestimmtheit“ zu benennen.[21] Mehring lieferte sich Auseinandersetzungen mit Mitgliedern der Freisinnigen Partei, die er als „Philosemiten“ bezeichnete und vorwarf, nicht wie behauptet die Juden zu schützen – er nennt als Beispiel den Konflikt zwischen Marx und Eugen Richter –,[22] sondern den Kapitalismus zu verteidigen:

„Auf der anderen Seite aber ist der Philosemitismus um kein Haar besser, als der Antisemitismus. Wenn dieser den Kapitalismus zu bekämpfen behauptet, indem er die Juden verfolgt, so behauptet dieser, die Juden zu schützen, indem er den Kapitalismus durch dick und dünn vertheidigt.“[23]

Mehrings Polemik gegen die Philosemiten führte 1893 zu einer Kontroverse mit dem Parteitheoretiker Eduard Bernstein.[24] Nach Mehrings Überzeugung würde erst eine neue Organisation der Gesellschaft den „Schacher“ aufheben und eine „Emanzipation …vom praktischen, realen Judenthum“ bewirken.[25] Ähnliche Thesen fand Mehring in Marx‘ innerhalb der Arbeiterbewegung wenig beachteter Frühschrift Zur Judenfrage, um deren Verbreitung er sich bemühte. In einem Vorwort kritisierte Mehring, das eigentlich demokratische und liberale Judentum wäre sofort bereit, Demokratie und Liberalismus „zu verraten, wenn sie seiner eigenen Herrschaft hinderlich werden sollten.“[26] 1893 verteidigte Mehring in einem Artikel den antisemitischen Politiker Adolf Stoecker, dessen „glücklicher Leichtsinn im Behaupten und Widerrufen von Thatsachen […] von den Soldschreibern des Geldjudenthums mit äußerstem Bemühen ausgenutzt worden ist, um aus Stöcker eine Vogelscheuche der Unwahrhaftigkeit zu machen“.[27] Im gleichen Jahr äußerte er im Vorwärts die Hoffnung, antisemitisch eingestellte Kleinbürger würden „einen sehr lehrreichen Vorkurs zur Sozialdemokratie durchlaufen“, bald würden Antisemiten und Sozialisten gemeinsam die „gehäuften Sünden des bürgerlichen Liberalismus“ bekämpfen.[28]

Ob Mehring wegen dieser Äußerungen als Antisemit beschrieben werden kann, ist in der Forschung umstritten. Edmund Silberner rechnete Mehring zu den bedeutenden Sozialisten mit einer Voreingenommenheit gegenüber Juden.[29] Nach Ansicht des israelischen Historikers Robert S. Wistrich war Mehrings Haltung gegenüber den Juden im Pressewesen „praktisch ununterscheidbar vom verfeinerten Antisemitismus, der mit einer ganzen Richtung konservativer Kulturkritik einherging“. Mehring illustriere die Schwierigkeiten der Arbeiterbewegung, „die marxistische klar von der antisemitischen Kritik am liberalen Kapitalismus abzugrenzen“.[30] Nach Paul Massing ist in Mehrings Veröffentlichungen zum Judentum die Ursache dafür zu sehen, dass die Arbeiterbewegung den nationalsozialistischen Judenverfolgungen eher gleichgültig gegenüberstand.[31] Shlomo Na’aman bestreitet dagegen, dass Mehring ein Antisemit gewesen sei, da er niemals gefordert habe, die Emanzipation rückgängig zu machen.[32] Obwohl Mehrings „Abneigung gegen das ‚Judentum‘“ sowohl in religiöser Hinsicht als auch, was seine Erfolge in Kapitalismus und Pressewesen betrifft, deutlich sei, glaubt auch Matthias Vetter nicht, dass er ein „ideologischer Antisemit“ war.[33] Rosemarie Leuschen-Seppel nimmt eine vermittelnde Position ein und verweist darauf, dass Mehring als „Sondererscheinung“ für die Sozialdemokratie nicht typisch sei.[34] Auch Götz Aly stellt den offen oder verdeckt antisemitischen Äußerungen Mehrings die Haltung der großen Mehrheit der deutschen Sozialdemokratie gegenüber, die jeden Antisemitismus klar verurteilte.[35]

Bedeutung seiner Schriften[Bearbeiten]

Mehrings Bedeutung liegt weniger in seinem konkreten politischen Handeln, sondern in seinen zahlreichen Schriften, insbesondere zur Geschichte der Arbeiterbewegung und der Sozialdemokratie. Dazu zählt etwa die zweibändige Geschichte der deutschen Sozialdemokratie (1898). Seine 1910/11 erschienene Deutsche Geschichte vom Ausgang des Mittelalters bediente sich der von Marx und Engels begründeten Methode des historischen Materialismus. Mehring war einer der ersten Historiker, der die marxistische Theorie konsequent auf die Geschichtswissenschaft anwandte. Kurz vor seinem Tode veröffentlichte er im Jahr 1918 die erste und bis heute einflussreiche Biographie über Karl Marx.

Ehrungen[Bearbeiten]

Briefmarke der Deutschen Post der DDR, 1955.

Sein Grab befindet sich auf dem Berliner Zentralfriedhof Friedrichsfelde in der Gedenkstätte der Sozialisten im Rondell G3.

In Berlin tragen sowohl der Mehringplatz als auch der benachbarte Mehringdamm sowie der Franz-Mehring-Platz im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg seinen Namen. Bundesweit tragen rund siebzig Straßen, Plätze, Wege und Viertel seinen Namen.[36]

Die Deutsche Post der DDR gab am 20. Juni 1955 im Rahmen der Ausgabe „Führer der deutschen Arbeiterbewegung“ eine Sondermarke zu Ehren Mehrings heraus.

Die Franz-Mehring-Ehrennadel des Verbandes der Journalisten der DDR wurde nach ihm benannt.

Auf dem Franz-Mehring-Platz steht vor dem Redaktionsgebäude der Tageszeitung Neues Deutschland das von Heinrich Apel 1978/81 geschaffene Bronze-Denkmal.

Schriften[Bearbeiten]

  • Herr von Treitschke, der Sozialistentödter und die Endziele des Liberalismus – Eine sozialistische Replik. Genossenschaftsbuchdruckerei, Leipzig 1875.
  • Herr Sonnemann. Zwei Leitartikel der Staatsbürger Zeitung. Den Frankfurter Reichstagswählern gewidmet. Berlin 1876.
  • Zur Geschichte der deutschen Socialdemokratie. Ein historischer Versuch. Faber, Magdeburg 1877.
  • Die deutsche Sozialdemokratie: Ihre Geschichte u. ihre Lehre ; Eine historisch-kritische Darstellung. C. Schünemann, Bremen 1877.
  • Herr Hofprediger Stöcker der Socialpolitiker. Eine Streitschrift. Schünemann, Bremen 1882.
  • Franz Duncker. Ein Gedenkblatt. Gutenberg Druck und Verlag, Berlin 1888.
  • Der Fall Lindau. Dargestellt und erläutert von Franz Mehring. K. Brachvogel & Ranft, Berlin 1890.
  • Kapital und Presse. Ein Nachspiel zum Fall Lindau. K.Brachvogel & Ranft, Berlin 1891 Digitalisat des 2. Tausend der ersten Auflage 1891
  • Herrn Eugen Richters Bilder aus der Gegenwart. Eine Entgegnung. Wörlein & Co., Nürnberg 1892.
  • Die Lessing-Legende. Eine Rettung, nebst einem Anhang über den historischen Materialismus. J. H. W. Dietz, Stuttgart 1893.
  • Gustav Adolf. Ein Fürstenspiegel zu Lehr und Nutz der deutschen Arbeiter. Verlag der Expedition des Vorwärts, Berlin 1894 (2. verb. Aufl. 1908).
  • Kunst und Proletariat. In: Die Neue Zeit. Revue des geistigen und öffentlichen Lebens, Bd. 15 (1896/97), S. 129–133. Dietz, Stuttgart 1897. (Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv)
  • Geschichte der deutschen Sozialdemokratie. 2 Teile, Dietz, Stuttgart 1897/98 (2.verb. Aufl., 4B de., Stuttgart, Dietz, 1903/04).
  • Herrn Hardens Fabeln. Eine nothgedrungene Abwehr. H. Walther, Berlin 1899 Digitalisat
  • Weltkrach und Weltmarkt. Eine weltpolitische Skizze. Vorwärts, Berlin 1900 Digitalisat
  • Arbeiterklasse und Flottenvorlage. Vorwärts, Berlin 1900.
  • Gesammelte Schriften von Karl Marx und Friedrich Engels, Bände 1–3. Dietz, Stuttgart 1902 Digitalisat Band 2
  • Briefe von Ferdinand Lassalle an Karl Marx und Friedrich Engels 1849 bis 1862 hrsg. von Franz Mehring. J. H. W. Dietz Nachf. (G.m.b.H.), Stuttgart 1902 Digitalisat
  • Meine Rechtfertigung. Ein nachträgliches Wort zum Dresdner Parteitag. Verlag der Leipziger Buchdruckerei, Leipzig 1903 Digitalisat
  • Schiller. Ein Lebensbild für deutsche Arbeiter. Verlag der Leipziger Buchdruckerei, Leipzig 1905.
  • Jena und Tilsit. Ein Kapitel ostelbischer Junkergeschichte. Verlag der Leipziger Buchdruckerei, Leipzig 1906.
  • Eine Geschichte der Kriegskunst. Paul Singer, Stuttgart 1908.
  • Wilhelm Wolff: Gesammelte Schriften. Nebst einer Biographie Wolffs von Friedrich Engels. Mit Einleitung und Anmerkungen. Hrsg. von Fr. Mehring. Jubiläums-Ausgabe. Buchhandlung Vorwärts, Berlin 1909 (=Sozialistische Neudrucke III) Digitalisat.
  • Antonio Labriola. Zum Gedächtnis des Kommunistischen Manifestes. Eingeleitet und übersetzt von Franz Mehring. Mit einem Bildnis des Verfassers. Verlag der Leipziger Buchdruckerei Aktiengesellschaft, Leipzig 1909 (Reprint: Verlag Neue Kritik, Frankfurt am Main 1970 (=Archiv sozialistischer Literatur)).
  • Deutsche Geschichte vom Ausgang des Mittelalters. Ein Leitfaden für Lehrende und Lernende. 2 Teile, Vorwärts, Berlin 1910/11 Digitalisat; (Digitalisat des 1. Teils 1910).
  • Heinrich Heines Werke in zehn Bänden. Mit einer biographischen Einleitung. Buchhandlung Vorwärts, Berlin 1911
  • Freiligrath und Marx in ihrem Briefwechsel. Singer, Stuttgart 1912 (= Ergänzungshefte zur Neuen Zeit).
  • 1807 bis 1812. Von Tilsit nach Tauroggen. Dietz, Stuttgart 1912
  • Politische Reden und aufsätze von J. B. Schwitzer. Vorwärts, Berlin 1912 Digitalisat
  • 1813 bis 1819. Von Kalisch bis Karlsbad. Dietz, Stuttgart 1913.
  • Kriegsartikel. Aktion, Berlin 1918.
  • Karl Marx. Geschichte seines Lebens. Leipziger Buchdruckerei, Leipzig 1918 = Gesammelte Schriften, Band 3. Berlin, 1960, S. 3–552 online.

Werkausgaben[Bearbeiten]

  • Gesammelte Schriften und Aufsätze in Einzelausgaben. (Hrsg. Eduard Fuchs), Bd. 1–6 u. 12, Soziologische Verlagsanstalt, Berlin 1929–1933.
  • Walter Heist (Hrsg.): Beiträge zur Literaturgeschichte. Berlin 1948.
  • Krieg und Politik. 2Bde., Verlag des Min. für nationale Verteidigung, Berlin 1959/1961.
  • Gesammelte Schriften. (Hrsg. von Thomas Höhle, Hans Koch und Josef Schleifstein). 15 Bände. Dietz Verlag, Berlin 1960–1967, ISBN 3-320-00762-9.
  • Günther Cwojdrak (Hrsg.): Mit eingelegter Lanze. Literarische Streitschriften von Hutten bis Mehring. Reclam, Leipzig 1968.
  • Fritz J. Raddatz (Hrsg.): Werkauswahl. Bd. 1–3, Luchterhand, Neuwied, Darmstadt 1974–1975 (Sammlung Luchterhand 170,177 und 198).
  • Zur Geschichte Preußens. Dietz Verlag, Berlin 1981.
  • Politische Publizistik. Eine Auswahl in zwei Bänden. Ausgewählt und eingeleitet von Josef Schleifstein. Verlag Marxistische Blätter, Frankfurt am Maim 1977 (Marxistische Taschenbücher. Sozialistische Klassiker 45/46) ISBN 3-88012-445-0,

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas Höhle: Franz Mehring – Sein Weg zum Marxismus. Rütten & Loening, Berlin 1956. 2. verbesserte und erweiterte Aufl. 1958 enthält auf den Seiten 321–492 Artikel von 1874 bis 1891, die in keiner Werkausgabe abgedruckt wurden
  • Hans Koch: Franz Mehrings Beitrag zur marxistischen Literaturtheorie. Dietz, Berlin 1959 .Bibliografie der Werke und Schriften Mehrings S. 385–432.
  • Josef Schleifstein: Franz Mehring. Sein marxistisches Schaffen 1891–1919. Rütten & Loening, Berlin 1959.
  • Helga Grebing, Monika Kramme Franz Mehring. In Hans-Ulrich Wehler Deutsche Historiker, Band 5, Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1972, S. 73–94.
  • Mehring, Franz. In: Biographisches Wörterbuch zur Deutschen Geschichte. 2. Bd.. Francke, München 1974, ISBN 3-7720-1082-2, Sp. 1861–1862.
  • Glen Ronald McDougal: Franz Mehring: Politics and history in the Making of radical German social democracy 1869–1903. Columbia Univ., New York 1977.
  • Peter Kiefer: Bildungserlebnis und ökonomische Bürde. Franz Mehrings historische Strategie einer Kultur des Proletariats Peter Lang. Frankfurt am Main; Bern; New York 1986
  • Christoph Stamm: Mehring, Franz. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 16, Duncker & Humblot, Berlin 1990, ISBN 3-428-00197-4, S. 623–625 (Digitalisat).
  • Wilhelm Heinz Schröder: Sozialdemokratische Parlamentarier in den deutschen Reichs- und Landtagen 1867–1933. Biographien, Chronik und Wahldokumentation. Ein Handbuch. Droste, Düsseldorf 1995, ISBN 3-7700-5192-0, S. 609.
  • Manfred Asendorf: Mehring, Franz. In: Demokratische Wege. Deutsche Lebensläufe aus fünf Jahrhunderten, hrsg. von Manfred Asendorf und Rolf von Bockel: J. B. Metzler, Stuttgart/Weimar 1997, ISBN 3-476-01244-1, S. 421–422.
  • Hermann Weber, Andreas Herbst: Mehring, Franz. In: Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945. 2., überarb. und stark erw. Auflage. Karl Dietz Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-320-02130-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Franz Mehring – Quellen und Volltexte
 Commons: Franz Mehring – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Karl Römpler: Festgabe zum fünfzigsten Stiftungsfeste der Burschenschaft Dresdensia zu Leipzig – 1853–1903. Dieterich, Göttingen 1902.
  2. Die Arbeit war schon vorher bei C. Schünemann in Bremen 1877 erschienen.
  3. Thomas Höhle: Franz Mehring. Sein Weg zum Marxismus. Berlin 1958, S. 156.
  4. Gustav Mayer: Erinnerungen: Vom Journalisten zum Historiker der deutschen Arbeiterbewegung. Zürich/ München 1949. (Reprint: Hildesheim 1993, ISBN 3-487-09688-9, S. 198, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)
  5. Werner Ruch: Mit Franz Mehring aus der Geschichte lernen: Beiträge zu Leben und Werk. Norderstedt 2010, ISBN 978-3-8482-0818-0, S. 13.
  6. Robert S. Wistrich: Anti-capitalism or antisemitism? The case of Franz Mehring. In: Leo Baeck Institute Year Book. 22 (1977), S. 37.
  7. Lemma Mehring in Hermann Weber, Andreas Herbst: Mehring, Franz. In: Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945. 2., überarb. und stark erw. Auflage. Karl Dietz Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-320-02130-6.
  8. Diese Zeitung erschien vom 5. April 1853 bis zum 30. Juni 1904 unter diesem Titel.
  9. Thomas Höhle: Franz Mehring. Sein Weg zum Marxismus. Berlin 1958, S. 245.
  10. 1884 bis 1886 war der Chefredakteur der Zeitung Adolph Phillips und sein Nachfolger war Hermann Trescher.
  11. Protokoll über die Verhandlungen des Parteitages der SPD, abgehalten zu Dresden. Berlin 1903, S. 166, 218, 242.
  12. Franz Mehring: Der Fall Lindau. Berlin 1890.
  13. Thomas Höhle: Franz Mehring. Sein Weg zum Marxismus. Berlin 1958, S. 267–284.
  14. Franz Mehring. In: Projekt Literaturkritik Deutschland an der Universität Marburg.
  15. Robert S. Wistrich: From Ambivalence to Betrayal. The Left, the Jews and Israel. University of Nebraska Press, Lincoln 2012, S. 160.
  16. Josef Schleifstein: Franz Mehring. Sein marxistisches Schaffen. Berlin 1959.
  17. Werner Blumenberg (Hrsg.): August Bebels Briefwechsel mit Friedrich Engels. Mouton, London, Den Haag und Paris 1965, S. 527; vgl. Robert S. Wistrich: Anti-capitalism or antisemitism? The case of Franz Mehring. In: Leo Baeck Institute Year Book 22 (1977), S. 43.
  18. Helga Grebing: Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung. dtv. München 1973, S. 142.
  19. „Man darf diesen praktischen Antisemitismus zwar nicht billigen, aber man kann ihn verstehen; dagegen ein Räthsel, gleich geheimnißvoll für Weise und für Thoren, ist der theoretische Antisemitisimus. […] Ihrer Weisheit erster und letzter Schluß ist das geflügelte Wort: ‚Die Juden sind nun doch einmal unser Unglück‘, und als Beweis für diesen Satz dient eine Reihe von Aussprüchen ‚großer Männer‘ von Luther an bis auf Bismarck. Die Deklamationen gegen das Kapital, welche nebenher laufen, sind so allgemein wie möglich gehalten. […] Auf der anderen Seite aber ist der Philosemitismus um kein Haar besser, als der Antisemitismus. Wenn dieser den Kapitalismus zu bekämpfen behauptet, indem er die Juden verfolgt, so behauptet dieser, die Juden zu schützen, indem er den Kapitalismus durch dick und dünn vertheidigt. […] Für die klassenbewußten Arbeiter hat der ‚Gegensatz‘ zwischen Anti- und Philosemitismus nie irgend eine Bedeutung gehabt. In dem Programm der Internationalen heißt es, daß ‚die internationale Arbeiterassoziation und alle ihr angehörigen Gesellschaften und Individuen Wahrheit, Recht und Sitte als die Grundlage ihres Betragens untereinander und gegen alle ihre Mitmenschen ohne Rücksicht auf Farbe, Bekenntniß oder Nationalität anerkennen.‘“ Franz Mehring: Anti- und Philosemitisches, 1891; Shlomo Na’aman: Die Bedeutung der Judenfrage in der frühen Arbeiterbewegung. In: Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte 20 (1991), S. 173.
  20. Lars Fischer: The Socialist Response to Antisemitism in Imperial Germany. Cambridge University Press, 2007, S. 26.
  21. Robert S. Wistrich: Anti-capitalism or antisemitism? The case of Franz Mehring. In: Leo Baeck Institute Year Book. 22 (1977), S. 38–41; Götz Aly: Warum die Deutschen? Warum die Juden? Gleichheit, Neid und Rassenhass 1800–1933. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2011, S. 127 f. (hier das Zitat).
  22. Hat doch nie ein Antisemitenführer einen einzelnen Juden so erbarmungslos zu vernichten gesucht, wie Herr Eugen Richter, der oberste Führer des „freisinnigen“ Philosemitismus, eben erst den jüdischen Schriftsteller Marx, nur weil sich derselbe öffentlich zu beschweren wagte, daß er, einzig um seiner Eigenschaft als Jude willen, von einem freisinnig-philosemitischen Blatte brotlos gemacht worden war. Franz Mehring: Anti- und Philosemitisches, 1891.
  23. Franz Mehring: Anti- und Philosemitisches. In: Die neue Zeit, 9. Jahrgang, Band 2 (1890–1891), Nr. 45, S. 585 ff. (online, Zugriff am 20. Dezember 2012); vgl. Götz Aly: Warum die Deutschen? Warum die Juden? Gleichheit, Neid und Rassenhass 1800–1933. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2011, S. 127 f.
  24. Eduard Bernstein: Das Schlagwort und der Antisemitismus. In: Die Neue Zeit, XI. Jahrgang, 2. Bd. (1893), Nr. 35, S. 228–237 (online, Zugriff am 2. Januar 2013); Franz Mehring: Das erste Wahlergebniß. In: Die Neue Zeit, XI. Jg. 2. Bd. (1893), Nr. 40, S. 385–389 (online, Zugriff am 2. Januar 2013); vgl. Robert S. Wistrich: Anti-capitalism or antisemitism? The case of Franz Mehring. In: Leo Baeck Institute Year Book 22 (1977), S. 47 f.
  25. Franz Mehring: Kapitalistische Agonie. In: Die Neue Zeit X. Jahrgang (1891-92), 2. Bd.(1892), Nr. 44, S. 546 (online, Zugriff am 2. Januar 2013; Mehring zitiert hier Marx, Zur Judenfrage); vgl. Götz Aly: Warum die Deutschen? Warum die Juden? Gleichheit, Neid und Rassenhass 1800–1933. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2011, S. 127.
  26. Einleitende Bemerkungen Mehrings in: Derselbe (Hrsg.): Aus dem literarischen Nachlass von Karl Marx, Friedrich Engels und Ferdinand Lassalle. I. Gesammelte Schriften von Karl Marx und Friedrich Engels. Von März 1841 bis März 1844, J. H. W. Dietz Nachf. Stuttgart 1902, S. 356 ff.; vgl. Robert S. Wistrich: Anti-capitalism or antisemitism? The case of Franz Mehring. In: Leo Baeck Institute Year Book 22 (1977), S. 43–45.
  27. Franz Mehring: Das Ende eines Demagogen. In: Die Neue Zeit. XI. Jahrgang, Bd. II (1892–1893), Nr. 45, S. 545 (online, Zugriff am 20. Dezember 2012).
  28. Götz Aly: Warum die Deutschen? Warum die Juden? Gleichheit, Neid und Rassenhass 1800–1933. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2011, S. 135.
  29. Edmund Silberner: Sozialisten zur Judenfrage. Ein Beitrag zur Geschichte des Sozialismus vom Anfang des 19. Jahrhunderts bis 1914. Colloquium Verlag, Berlin 1962, S. 198–203; ähnlich Micha Brumlik in einer Rezension zu Götz Aly, Warum die Deutschen …: Holocaustforschung: Räuber und Mörder wie du und ich. In: Die Zeit vom 17. August 2011 (online, Zugriff am 8. Dezember 2012).
  30. Robert S. Wistrich: Anti-capitalism or antisemitism? The case of Franz Mehring. In: Leo Baeck Institute Year Book 22 (1977), S. 42 und 36.
  31. Paul Massing: Vorgeschichte des politischen Antisemitismus. Europäische Verlags-Anstalt, Hamburg 1986, zitiert nach Matthias Vetter: Franz Mehring. In: Wolfgang Benz (Hrsg.), Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart., Bd. 2/1: Personen L–Z. Walter de Gruyter, Berlin 2009, S. 536.
  32. Shlomo Na’aman: Die Judenfrage als Frage des Antisemitismus. In: Ludger Heid und Arnold Paucker (Hrsg.): Juden und deutsche Arbeiterbewegung bis 1933. J.C.B Mohr (Paul Siebeck), Tübingen 1992, S. 50; ähnlich Wolfgang Wippermann in einer Rezension zu Götz Aly, Warum die Deutschen …: Geschichte: Reiner Neid?. In: Jüdische Allgemeine vom 18. August 2011 (online, Zugriff am 20. Dezember 2012).
  33. Matthias Vetter: Franz Mehring. In: Wolfgang Benz (Hrsg.), Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart., Bd. 2/1: Personen L–Z. Walter de Gruyter, Berlin 2009, S. 536.
  34. Zitiert nach Peter G. J. Pulzer: Die Entstehung des politischen Antisemitismus in Deutschland und Österreich 1867 – 1914. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 2004, S. 26, Anm. 77.
  35. Götz Aly: Warum die Deutschen? Warum die Juden? Gleichheit, Neid und Rassenhass 1800–1933. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2011, S. 129.
  36. Klicktel Frühjahr 2011.