Weißeritz

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Weißeritz (vereinigte)
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Mündung der Weißeritz in die Elbe in Dresden

Mündung der Weißeritz in die Elbe in Dresden

Daten
Gewässerkennzahl DE: 5372
Lage Region Dresden
Flusssystem Elbe
Abfluss über Elbe → Nordsee
Ursprung Vereinigung von Roter und Wilder Weißeritz in Freital-Hainsberg
50° 58′ 54″ N, 13° 37′ 46″ O50.9815613.629484183
Quellhöhe 183 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung in die Elbe in Dresden-Cotta51.06325913.686726104Koordinaten: 51° 3′ 48″ N, 13° 41′ 12″ O
51° 3′ 48″ N, 13° 41′ 12″ O51.06325913.686726104
Mündungshöhe 104 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 79 m
Länge 13,7 km[1]
Linke Nebenflüsse Wiederitz, Roßthaler Bach
Rechte Nebenflüsse Poisenbach, Vorholzbach, Burgker Bach
Großstädte Dresden
Mittelstädte Freital

Die Weißeritz (westslawisch: Bystrica – deutsch: Wildwasser), auch: Vereinigte Weißeritz genannt, ist ein 13,7 km langer Zufluss der Elbe in Sachsen. Wenn man die „Wilde Weißeritz“, ihren längsten Quellfluss, dazurechnet, ist sie 61 km lang.

Flusslauf[Bearbeiten]

Die ehemalige Einmündung der Weißeritz im Osten des Großen Ostrageheges

Die Weißeritz entsteht bei Freital-Hainsberg aus den beiden Quellflüssen Rote Weißeritz und Wilde Weißeritz. Sie fließt weiter durch das Döhlener Becken im Ortsgebiet von Freital und tritt dann in den Plauenschen Grund ein. Am Ende dieses Engtals fließt die Weißeritz durch den Dresdner Ortsamtsbezirk Cotta und mündet im dortigen Elbtalkessel von links in die Elbe.

Geschichte[Bearbeiten]

Um 1570 führten Arbeiten an den Befestigungsanlagen Dresdens zu einer Verlegung eines früheren Weißeritzarmes und seiner Mündung in die Elbe. Im Zuge dieser Arbeiten verschwand der Mündungsbereich dieses Weißeritzarmes am damaligen Dresdner Schloss. Die als Graben gefasste Wasserabführung erstreckte sich danach elbabwärts zu einer neuen Mündung und im Bereich zwischen dem Kleinen und Großen Ostragehege auf eine von Cornelius Gurlitt als „Wilde Weisseritz“ bezeichnete Flussauenzone zu. Ferner bezeichnet Gurlitt den als Weißeritzmühlgraben bekannten Lauf als „Weisseritz“ und bezieht sich dabei auf Arbeiten des Rochus zu Lynar.[2][3]. Der Schwemmkegel der Weißeritz ist durch die ihn charakterisierenden Schotter gekennzeichnet und verläuft auf seiner rechten Seite unter dem Zwinger bis an den Schlosskomplex heran und erstreckt sich an seinem rechten Rand bis in die Friedrichstadt.[4]

Noch im 19. Jahrhundert floss die Weißeritz knapp unterhalb der Dresdner Innenstadt (ungefähr an der Stelle der heutigen Marienbrücke) in die Elbe. Zur Gewinnung von Bauland für die Eisenbahnverbindung zwischen Dresden Hauptbahnhof und Bahnhof Dresden-Neustadt wurde die Mündung der Weißeritz verlegt. Der letzte Teil des Unterlaufs ist heute ein Kanal entlang des Emerich-Ambros-Ufers. Bis 1937 zweigte in Löbtau der Weißeritzmühlgraben beträchtliche Mengen des Wassers ab.

Ehemalige Mühlen[Bearbeiten]

Viele Mühlen existieren nicht mehr, einige sind umgebaut und dienen anderen Zwecken.

  • Mehnertmühle (Hainsberg)
  • Thode'sche Papierfabrik zu Hainsberg (urspr. Nutzung der Wasserkraft, aber keine Mühle) [1]
  • Egermühle (Deuben) [2]
  • Böhmert-Mühle (Deuben)
  • Rote Mühle (Döhlen, 1937 abgerissen) [3]
  • Winkelmühle (Döhlen)
  • Obermühle (Potschappel, 2002 abgerissen)
  • Hofemühle (Potschappel)
  • Eisenhammer (Dölzschen), später König-Friedrich-August-Hütte (urspr. Nutzung der Wasserkraft, aber keine Mühle) [4]
  • Weizenmühle (Coschütz), auch als Kupferhammer, Pulvermühle, Garnisonsmühle oder Kommißmühle bezeichnet [5]
  • Neumühle (Dölzschen), später auch als Braunesche Weizenmühle (nach Hofbäcker Gottfried Braune) oder Friedrich-August-Mühle bezeichnet [6]
  • Königsmühle (Dölzschen, jetzt Umbau zu Apartments) [7]
  • Buschmühle (Coschütz), auch Schweizer- oder Grundmühle (1857 abgerissen beim Bau der Felsenkeller-Brauerei) [8]
  • Bienertmühle (Hofmühle Plauen) [9]
  • Tuch-Walkmühle (Plauen, am Hofmühlengraben, 1898 abgerissen) [10]

Hochwasser 2002[Bearbeiten]

Während des Hochwassers 2002 suchte sich die Weißeritz in Dresden ihr altes Flussbett durch die Weißeritzstraße und überflutete die Stadtteile Plauen, Löbtau, die zwischen dem Kanal und der Elbe gelegene Friedrichstadt, die historische Altstadt und den Hauptbahnhof. Die Überschwemmungen der Weißeritz beschränkten sich nicht nur auf den Unterlauf.

Am gesamten Lauf der Roten Weißeritz von Altenberg über Kipsdorf, Dippoldiswalde, die Talsperre Malter bis Freital, an der Wilden Weißeritz in Tharandt und Freital sowie an der Vereinigten Weißeritz von Freital bis Dresden richtete das Hochwasser große Schäden an Häusern, Straßen und Bahnanlagen an. Besonders betroffen waren die Strecke Dresden–Chemnitz, hier vor allem Tharandt und der Hauptbahnhof Dresden, und die Weißeritztalbahn.

Galerie[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Zwischen Müglitz und Weißeritz (= Werte der deutschen Heimat. Band 8). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1964.
  • Hydrologisches Handbuch. Teil 2 – Gebietskennzahlen. Freistaat Sachsen – Landesamt für Umwelt und Geologie, S. 5, abgerufen am 30. Dezember 2012 (PDF, 115 kB).
  • Eberhard Gürtler: Staustufen - Mühlgräben. Längst vergangene Zeitzeugen. Freital 2006 (Digitalisat)
  • Wolfgang Thomas, Reimar Börnicke: Entlang der Weißeritz. Bildverlag Böttger, Witzschdorf 2007. ISBN 978-3-937496-18-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Weißeritz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gewässersteckbrief Weißeritz (PDF; 3,1 MB)
  2. Cornelius Gurlitt: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. Stadt Dresden. Heft 2, Dresden (Meinhold & Söhne) 1901, S. 315, 327–328
  3. Plan des Dorfes Ostra im Jahre 1568. In: Otto Richter: Atlas zur Geschichte Dresdens. Dresden 1898
  4. Wolfgang Alexowsky: Geologische Karte des Freistaates Sachsen 1:25 000. Blatt 4948 Dresden. Freiberg 2001, Signatur 10.