Hauskirche

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Hauskirche (Begriffsklärung) aufgeführt.

Als Hauskirche oder Hausgemeinde bezeichnet man im Christentum Gruppen, die Gottesdienst eher integriert in ihren Lebensvollzug denn als gottesdienstliche Veranstaltung verstehen. Sie pflegen Gemeinschaft in kleineren Gruppen, oft in Privathäusern. Hauskirchen können einzeln existieren oder Teil einer mehr oder weniger organisierten größeren Gemeinschaft sein.

Im 20. Jahrhundert entstand in der evangelikalen Tradition eine so genannte Hauskirchenbewegung, die Gemeinschaft von Christen in Alltagsnähe betont (Privathäuser) und dafür eine eigenständige Kirchenlehre entwickelt hat.

Hintergrund[Bearbeiten]

Das Urchristentum begann mit Hauskirchen. In den ersten Jahrhunderten waren Hauskirchen schon deshalb üblich, weil es noch keine Kirchengebäude gab. Während des Hoch- und Spätmittelalters gab es Hauskirchen notgedrungen in den meisten christlichen Bewegungen außerhalb der Kirche, beispielsweise bei den Waldensern und Lollarden.

Neben den Hauskreisen gibt es bis in die Gegenwart Hauskirchen, bei denen das gesamte kirchliche Leben in Privathäusern stattfindet, insbesondere im Untergrund in kommunistischen oder islamischen Ländern, in denen das Christentum offiziell verboten ist oder war. Eine große Rolle spielen Hauskirchen beispielsweise im chinesischen Christentum (siehe Chinesische Hauskirche).

Besonderheiten[Bearbeiten]

Hauskirchen zeichnen sich durch einen ausgeprägten Kongregationalismus und das Losgelöstsein von herkömmlichen Gemeinden, Kirchen, Konfessionen und Denominationen aus. Betont wird das Priestertum aller Gläubigen und weniger ein Gegensatz Kleriker - Laien. Die einzelne Hausgemeinde wird als Familie bzw. als Großfamilie verstanden. Ihre Strukturen und Beziehungen sind dieser entsprechend nachzuempfunden. Die Überschaubarkeit und das enge Beziehungsgeflecht als Leben im Leib Christi angesehen. Die Beteiligung aller mit ihren Gaben und Fähigkeiten am Gemeindeleben wird in der Hauskirche betont, was charismatische Aspekte in Liturgie und Gemeindeleben mit einschließt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Keith Smith: Hauskirchen-Manifest für Deutschland, GloryWorld-Medien, 2009, ISBN 3-936322-38-4
  • Felicity Dale: Gesunder Start für Hauskirchen, GloryWorld-Medien, 2006, ISBN 3-936322-24-4
  • Tony & Felicity Dale: Einfach(e) Kirche, GloryWorld-Medien, 2003, ISBN 3-936322-05-8
  • Wolfgang Simson: Häuser, die die Welt verändern, C&P Verlag, 1999, ISBN 3-928093-12-6
  • Roger Gehring: Hausgemeinde und Mission, 2000, ISBN 3-7655-9438-5
  • Robert Fitts: Die Kirche im Haus – Eine Rückkehr zur Einfachheit, GloryWorld-Medien, 2002, ISBN 3-936322-00-7
  • Mike & Sue Dowgiewicz: Zeiten der Wiederherstellung, GloryWorld-Medien, ISBN 3-936322-23-6
  • Paul Hattaway: Heavenly Man, Brunnen Verlag Gießen, 5. Aufl. 2007 (Erfahrungsbericht eines chinesischen Hauskirchenleiters aus den 1980er und 1990er Jahren)