Chinesische Hauskirche

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Die Chinesischen Hauskirchen sind Hauskirchen, die einen Teil des Christentums in China ausmachen. Sie haben viele Millionen Besucher.[1] Die Zahl ihrer Mitglieder steigt.[2] Viele der Hauskirchen gehören zum Protestantismus in China.[3] Es besteht eine Überschneidung der Gruppe der chinesischen Hauskirchen mit der Gruppe der Wiedergeburt, den Unabhängigen Kirchen in China, der Kleinen Herde und der Römisch-katholischen Kirche.

Hintergrund[Bearbeiten]

Das ursprüngliche traditionell europäisch geprägte Christentum in China litt an einem Mangel an chinesischen Klerikern. Bei den staatlich anerkannten Kirchen waren in den 1980er jahren mit etwa 15.000 kaum mehr Priester im Einsatz als 1949.[4] Dies fiel bei den Hauskirchen, die auf die Mitwirkung von Laien und insbesondere auch Frauen setzten, keineswegs als Mangel auf, diese wuchsen auch während der Verfolgung der christlichen Kirchen bis 1979.[4] Ironischerweise beförderte die Kulturrevolution die Ausbreitung der Local Churches, da viele städtischen Familien sich gezwungen sahen, ein Kind zeitweise in die ländlichen Regionen zu schicken.[4] Als 1979 offene religiöse Betätigung nicht mehr verboten wurde, waren auch in den Regionen eine Vielzahl von Gemeinden vorhanden.[4] Bereits 1989 sprachen offizielle Stellen vom Christentumfieber (Christianity fever), da entgegen den Erwartungen vieler das Christentum keineswegs ausgerottet war, sondern insbesondere der Protestantismus erhebliche Wachstumsraten zu verzeichnen hatte.[4]

Die Situation der Hauskirchen in Festlandchina ist nicht völlig frei, hat sich aber erheblich verbessert.[5] China ist beim Weltverfolgungsindex 2013 von Open Doors auf Platz 37.[6] Daher entstanden die Hauskirchen als Untergrundkirchen.

Allerdings werden die Hauskirchen von der offiziellen evangelischen Kirche in der Regel mit Bibeln, Gesangbüchern und anderen Schriften unterstützt, und auch die soziale und karitative Arbeit vieler ihrer Kirchenmitglieder wird anerkannt.[7] Die Regierung will die Kirchen nicht nur unterstützen, sondern auch kontrollieren und die nicht registrierten Gemeinschaften beanstanden den Mangel an Rechtssicherheit bei Streitfällen mit lokalen Funktionären.[8] Dies ist ein allgemeines Problem in China, welches aktuell bis in die obersten Parteigremien behandelt wird. So schätzt Amnesty International jährlich etliche Tausend Verhaftungen.[9] Andere Schätzungen liegen bei knapp 1000 Verhaftungen.[10] Bei über 25 Mio. Mitgliedern der Hauskirchen[11] sind dies zwar Einzelfälle, es kann aber bei Streitfällen sehr wohl zu Verhaftungen kommen. Zwischen dem Vatikan und der chinesischen Regierung kommt es immer wieder zu Streit und der Papst war bisher zu einer Reise nach China nicht bereit, trotzdem sind inzwischen 85 % bis 90 % der Bischöfe der offiziellen „katholischen patriotischen Kirche Chinas“ vom Vatikan anerkannt und der Papst versucht in den letzten Jahren, zwischen den registrierten Katholiken und den nicht registrierten Katholiken zu vermitteln.[12]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.cip.nl/nieuwsbericht_detail.asp?id=13205
  2. http://www.cip.nl/nieuwsbericht_detail.asp?id=15323
  3. http://www.holyhome.nl/china.html
  4. a b c d e Protestantism in Contemporary China, Alan Hunter, Kim-Kwong Chan, Cambridge University Press, 2007, S.83ff
  5. http://www.opendoors.de/verfolgung/laenderprofile/china/
  6. http://www.opendoors.de/weltverfolgungsindex
  7. Hermann Gröhe Delegationsreise der EKD nach China im Jahr 2004
  8. Die evangelische Kirche in China Gotthard Oblau; 28. Dezember 2007 (PDF-Datei; 22 kB)
  9. Amnesty International Jahresbericht 2008
  10. Deutsche Evangelische Allianz Umfangreichste Verfolgung seit 25 Jahren, 4. März 2008
  11. Time Magazine Der Kampf um Chinas Seele, 20. August 2006
  12. Chinas Christen vor der Olympiade Deutschlandradio Kultur, Norbert Sommer 2. August 2008