Heidenhain

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Dieser Artikel erläutert das Unternehmen HEIDENHAIN; für andere Bedeutungen siehe Heidenhain (Begriffsklärung).
Dr. Johannes Heidenhain GmbH
Heidenhain-Logo
Rechtsform GmbH
Sitz Traunreut, Deutschland
Mitarbeiter ca. 6000
Branche Messtechnik, Industrieelektronik
Produkte Messgeräte, Maßstäbe, Drehgeber, BahnsteuerungenVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.heidenhain.de

Die Dr. Johannes Heidenhain GmbH ist ein deutscher Hersteller mechatronischer Messgeräte für Länge und Winkel mit Sitz im oberbayerischen Traunreut; außerdem werden CNC-Steuerungen hergestellt.[1] Die Längen- und Winkelmesssysteme eignen sich z.B. für den Einsatz in automatisierten Maschinen und Anlagen, insbesondere für Werkzeugmaschinen.

Geschichte[Bearbeiten]

Positionier-Steuerung TNC110 (ab 1972)

Das Unternehmen hat seine Ursprünge in einer 1889 in Berlin gegründete Metallätzerei zurück, welche von Wilhelm Heidenhain gegründet wurde. Diese Metallätzerei fertigte neben Schablonen, Firmen- und Typenschildern auch Skalen.[2] 1928 wurde bei Heidenhain das Metallur-Verfahren entwickelt und als Patent angemeldet. Dieses Bleisulfid-Kopierverfahren ermöglichte erstmals die exakte Kopie einer Originalteilung auf eine Metalloberfläche und ließ sich industriell nutzen. 1932 verstarb der Firmeninhaber Wilhelm Heidenhain und sein Sohn Dr. Johannes Heidenhain (1898-1980), der seit 1929[3] bereits Teilhaber war, übernahm die Leitung des Unternehmens. 1943 fertigte Heidenhain Längenmaßstäbe mit einer Abweichung von ± 15 µm und Kreisteilscheiben mit einer Abweichung von ± 1 Winkelsekunde. Augenblicklich fertigt Heidenhain Längenmaßstäbe mit Messschritten von 0,005 µm.[2]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Firma Dr. Johannes Heidenhain gegründet (Eintrag im Handelsregister vom 1. Januar 1947), zunächst mit Sitz in Rain am Lech, es folgte aber schon 1948 der Umzug nach Traunreut.[3] Die Erfindung des Diadur-Verfahrens gestattete es sehr feine Strukturen aus Chrom auf beliebige Substrate wie z.B. Glas aufzubringen. Dies nutzte Heidenhain für die Herstellung von preisanzeigenden Waagenskalen oder Schriftscheiben. Am 28. Februar 1950 erfolgte die Patentierung des DIADUR-Verfahrens. Auf das Diadur-Verfahren aufbauend wurden 1952 optische Positionsmessgeräte für Werkzeugmaschinen ins Programm genommen. 1961 folgten fotoelektrisch abgetastete Längen- und Winkelmessgeräte. 1968 wurden erstmals numerische Positionanzeigen hergestellt.

Im Jahre 1970 wurde die gemeinnützige Dr. Johannes Heidenhain Stiftung GmbH gegründet.[2] Die Dr. Johannes Heidenhain GmbH gehört zu 100% der Stiftung.[4]

1976 wurde die erste Heidenhain CNC-Steuerung entwickelt. 1987 erfolgte die Serieneinführung eines Längenmaßstabs mit interferentiellem Messprinzip, der Messschritte bis zu einem Nanometer ermöglicht. 1997 wurde mit der EnDAT-Schnittstelle ein schneller serieller Datenkanal zur Übertragung von Positionsinformationen geschaffen.[2]

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2005 wurde in Ergänzung zum Firmenmuseum das Firmenarchiv gegründet.

Firmendaten[Bearbeiten]

Drehgeber ROD 420

Das Unternehmen produziert Längenmessgeräte, Messtaster, Winkelmessgeräte, Drehgeber, Bahnsteuerungen, Werkzeug-/Werkstück-Tastsysteme, Positionsanzeigen und Zählerkarten.

Das Unternehmen ist zu 100 % an verschiedenen Tochterunternehmen beteiligt:

  • MD Elektronik GmbH, Waldkraiburg, Landkreis Mühldorf am Inn (Hersteller von Kabelkonfektionen für den Automobilbereich)
  • RSF Elektronik Ges.m.b.H., Tarsdorf, Österreich (Hersteller von Längenmesssystemen)

Heidenhain hat Anfang 2011 nach eigenen Angaben in 50 Ländern Vertriebsniederlassungen und beschäftigt etwa 6000 Menschen, davon 2700 (Stand: 2007) im Stammwerk Traunreut, Deutschland. Bis Anfang 2011 wurden etwa 12,5 Millionen Längen- oder Winkelmessgeräte, 450.000 Positionsanzeigen und über 220.000 CNC-Steuerungen gefertigt.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Das Johannes-Heidenhain-Gymnasium in Traunreut trägt den Namen der Firma. Die Stiftung vergibt jedes Jahr an einen Abiturienten der Schule ein Stipendium, das ein Studium über bis zu fünf Jahre finanziell absichert.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das Produkt- und Anwendungsspektrum von HEIDENHAIN. Dr. Johannes Heidenhain GmbH, abgerufen am 27. Oktober 2013.
  2. a b c d Die Geschichte von Heidenhain und die Meilensteine der Produktentwicklung. Dr. Johannes Heidenhain GmbH, archiviert vom Original, abgerufen am 14. Oktober 2013.
  3. a b Dr. Johannes Heidenhain - ein Unternehmer. Herausgegeben von der Dr. J. Heidenhain GmbH, Januar 1998; ohne ISBN.
  4. Dr. Johannes Heidenhain Stiftung GmbH. Dr. Johannes Heidenhain GmbH, abgerufen am 14. Oktober 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heidenhain – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

47.96412.5946Koordinaten: 47° 57′ 50″ N, 12° 35′ 41″ O