Heinrich Ludolph Wendland

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Gedenktafel für die Familien Wendland, 1948 angebracht am Bibliothekspavillon vor dem Berggarten

Heinrich Ludolph Wendland (* 29. April 1791 in Herrenhausen; † 15. Juli 1869 in Teplitz) war ein deutscher Botaniker und Gartenbauer. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „H.L. Wendl.“.

Biografie[Bearbeiten]

Wendland war Sohn Garteninspektors Johann Christoph Wendland[1] in Herrenhausen.

Wendland machte in den Jahren von 1811 bis 1814 zunächst eine botanische Lehre in Wien und war anschließend von 1815 bis 1816 in den Kew Gardens in London bevor er in der Zeit von 1816 bis 1819 an der Georg-August-Universität Göttingen Biologie studierte und Mitglied des Corps Hannovera Göttingen wurde. Kurz vor dem Tode seines Vaters wurde er 1827 Gartenmeister der Herrenhäuser Gärten. 1850 übernahm er unter dem Oberhofmarschall Carl Ernst von Malortie die leitende Stelle des Königlichen Hofgarteninspektors.

Anlässlich des Baus des von Georg Ludwig Friedrich Laves und Hofbauinspektor Georg Heinrich Schuster geschaffenen Welfenmausoleums war Wendland zuständig für den Ausbau des Berggartens in seinen endgültigen Ausmaßen[2] und den Georgen-Garten, das Palmenhaus wie auch den Eichenhain rund um das Mausoleum.

Wissenschaftlich beschrieb er einige Akazienarten wie die Weidenblatt-Akazie.

Das von ihm unter Berücksichtigung der Beschreibungen seines Vaters angelegte Herrenhäuser Herbar befindet sich auf Veranlassung von Prinz Ernst August IV. von Hannover als Geschenk des Hauses Hannover im Besitz der Georg-August-Universität Göttingen.[3]

Sein Sohn Hermann Wendland wurde in dritter Generation ebenfalls Hofgärtner in Herrenhausen. Der archivalische Nachlass der Hofgärtnerfamilie Wendland befindet sich in der Königlichen Gartenbibliothek Herrenhausen.

Ehrentaxon[Bearbeiten]

Ihm zu Ehren wurde die Gattung Wendlandia Bartl. ex DC. der Pflanzenfamilie der Rötegewächse (Rubiaceae) benannt.

Werke[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dieter Lange: Das Mausoleum im Berggarten, in: Günther Kokkelink, Harold Hammer-Schenk (Hrsg.): Laves und Hannover. Niedersächsische Architektur im neunzehnten Jahrhundert, hrsg. von Harold Hammer-Schenk und Günther Kokkelink (revidierte Neuauflage der Publikation Vom Schloss zum Bahnhof...), Ed. Libri Artis Schäfer, 1989, ISBN 3-88746-236-X (582 Seiten), S. 186–188
  • Gerhard Wagenitz: : Das Herrenhäuser Herbar (Auszug)
  • Heinrich Curschmann: Blaubuch des Corps Hannovera (1809-1899), Göttingen 2002, S. 81, Nr. 211
  • Festschrift Herrenhausen 1666 - 1966
  • K. H. Meyer: Königliche Gärten. Dreihundert Jahre Herrenhausen, 1966, S. 236–257
  • Rainer Schomann (Hrsg.), Urs Beck (Texte): Historische Gärten in Niedersachsen, Katalog zur Landesausstellung, anlässlich der gleichnamigen Landesausstellung, die vom 10. bis 29. Juni 2000 im Foyer des Niedersächsischen Landtages in Hannover gezeigt wurde und als Wanderausstellung konzipiert war, im Anschluss war die Ausstellung in folgenden Orten zu sehen sein: 10. Juli bis 1. September 2000 in Bückeburg, Nds. Staatsarchiv, Schloss, vom 7. September bis 13. Oktober 2000 in Meppen, Kreishaus, danach in Neustadt a. Rgb. und anderen Orten, veranstaltet vom Heimatbund Niedersachsen e.V. und der Niedersächsischen Gesellschaft zur Erhaltung Historischer Gärten e.V., 2000
  • Helmut Knocke: WENDLAND, (1) Heinrich Ludolph, in: Hannoversches biographisches Lexikon, S. 383
  • Helmut Knocke: Wendland, (1) Heinrich Ludolph, in: Stadtlexikon Hannover, S. 670

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heinrich Ludolph Wendland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Herausgeber des Werks Botanische Beobachtungen nebst einigen neuen Gattungen und Arten
  2. Dieter Lange: Das Mausoleum im Berggarten (siehe Literatur)
  3. Gerhard Wagenitz: Das Herrenhäuser Herbar (siehe Literatur)
  4. a b Nach Dieter Lange (siehe Literatur) bewahrt dazu das Gartenamt der Stadt Hannover [Grünflächenamt] Tagebuch und Rapport ... auf