Heinz Schlaffer

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Heinz Schlaffer (* 21. Juni 1939 in Elhotten, Böhmen) ist Germanist und emeritierter Professor für Literaturwissenschaft der Universität Stuttgart. Er trat besonders mit Aufsehen erregenden Essays wie „Die kurze Geschichte der deutschen Literatur“ hervor.[1] Er ist mit Hannelore Schlaffer verheiratet.

Leben[Bearbeiten]

Schlaffers Habilitationsschrift wurde von Kurt Wölfel angeregt. 1972 erhielt er an der Philipps-Universität Marburg seine erste literaturwissenschaftliche Professur und wechselte 1975 nach Stuttgart. Den dortigen Lehrstuhl vertrat er von 1975 bis zur Emeritierung 2004.

Er verfasste zahlreiche Bücher, u. a. über Lyrik im Realismus, den Bürger als Helden, den ästhetischen Historismus, den Faust Goethes, Poesie und Wissen, außerdem wissenschaftliche Aufsätze sowie Essays und Literaturkritiken in Tageszeitungen.

„Pointierte Urteile und sprachliche Eleganz, Kürze und Würze sind typische Merkmale seiner Bücher, die keinen akademischen Jargon benötigen.“

Alexander Camman in der Tageszeitung (taz) vom 5. April 2008[1]

Werke[Bearbeiten]

  • Geistersprache. Zweck und Mittel und Lyrik. Carl Hanser, München 2012, ISBN 978-3-44623882-4.
  • Das entfesselte Wort: Nietzsches Stil und seine Folgen. Hanser, München 2007.
  • Poesie und Wissen: die Entstehung des ästhetischen Bewusstseins und der philologischen Erkenntnis. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1990, ISBN 3-518-58023-X;
Taschenbuchausgabe: Suhrkamp, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-518-29379-6.
  • Die kurze Geschichte der deutschen Literatur. Hanser, München; Wien 2002.
    • La brève histoire de la littérature allemande. Übersetzt von Marianne Rocher-Jacquin, Daniel Rocher. Éditions de la Maison des sciences de l’homme, Paris 2004, ISBN 2-7351-1024-9.
  • Faust zweiter Teil: die Allegorie des 19. Jahrhunderts. Metzler, Stuttgart 1989.
  • Der Bürger als Held: sozialgeschichtliche Auflösungen literarischer Widersprüche. Suhrkamp, Frankfurt (am Main) 1973.
    • The bourgeois as Hero. Übersetzt von James Lynn. Barnes and Noble, Savage, Md. 1989, ISBN 0-389-20889-2.
  • Musa iocosa. Gattungspoetik und Gattungsgeschichte der erotischen Dichtung in Deutschland. Metzler, Stuttgart 1971, ISBN 3-476-00190-3.
  • Lyrik im Realismus: Studien über Raum und Zeit in den Gedichten Mörikes, der Droste und Liliencrons. Bouvier, Bonn 1966.

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Patrick Bahners, Kurz sei unser Leben. Zum 70. Geburtstag von Heinz Schlaffer. In: FAZ, 15. Juni 2009, S. 32.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise, Quellen[Bearbeiten]

  1. a b Der Provokateur und entfesselte Stilist (taz vom 5. April 2008)