Eduard Mörike

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Eduard Mörike

Eduard Friedrich Mörike (* 8. September 1804 in Ludwigsburg, Herzogtum Württemberg; † 4. Juni 1875 in Stuttgart, Königreich Württemberg) war ein deutscher Lyriker der Schwäbischen Schule, Erzähler und Übersetzer. Er war auch evangelischer Pfarrer, haderte aber bis zu seiner frühen Pensionierung stets mit diesem „Brotberuf“.

Leben[Bearbeiten]

Mörikes Geburtshaus in Ludwigsburg

Mörike wurde als siebtes Kind des Medizinalrates Karl Friedrich Mörike und der Pfarrerstochter Charlotte Dorothea geb. Bayer geboren. Er hatte insgesamt zwölf Geschwister. Ab 1811 besuchte er die Lateinschule in Ludwigsburg.

Ausbildung in Urach und Tübingen[Bearbeiten]

Nach dem Tod des Vaters 1817 kam er zu seinem Onkel Eberhard Friedrich Georgii nach Stuttgart, dem für seinen Neffen die geistliche Laufbahn vorschwebte. Entsprechend besuchte Mörike nach einem Jahr im Stuttgarter Gymnasium illustre ab 1818 das evangelische Seminar Urach, ein humanistisches Gymnasium im ehemaligen Uracher Chorherrenstift, und von 1822 bis 1826 das Tübinger Stift.[1] Zwar waren seine schulischen Leistungen nur mäßig, und das Uracher Seminar nahm ihn trotz nicht bestandenen „Landexamens“ auf, aber die dortige Beschäftigung mit antiken Klassikern wurde prägend für den späteren Schriftsteller.

Viele lebenslange Freundschaften Mörikes gehen zudem auf seine Seminarzeit zurück, was ihm diese Zeit im Rückblick verklärt hat: so im Gedicht von 1827 über einen zwei Jahre zurückliegenden Besuch in Urach.[2] In Tübingen gehörten zu seinen Studienfreunden einerseits Wilhelm Waiblinger, der ihm auch Kontakt zum alten Friedrich Hölderlin verschaffte,[3] andererseits Ludwig Bauer, mit dem zusammen er das Fantasieland Orplid ersann; das Gedicht Gesang Weylas (Du bist Orplid) ist 1831 wiederum im Rückblick entstanden.[4] Der Dreierbund der Freunde war spannungsreich: Bauer, den Mörike einst vor einem Angriff des betrunkenen Waiblinger in Schutz genommen hatte, warnte Mörike vor dessen dämonischem Einfluss.[5] Aber im Rückblick bezeichnete Mörike bei seiner Investitur als Pfarrer den inzwischen verstorbenen Waiblinger als „einen von Jesu Evangelium innigst durchdrungenen Diener“.[6]

In den Osterferien 1823 begegnete Mörike in einem Ludwigsburger Gasthaus Maria Meyer (1802–1865), die dort (nicht zuletzt wegen ihrer geheimnisvollen Schönheit) als Bedienung angestellt war. Spätere biographische Berichte über die aus Schaffhausen stammende Frau im Gefolge der Sektenstifterin Juliane von Krüdener enthalten offenbar viel Ausschmückung.[7] Mörike verliebte sich stürmisch in die Geheimnisvolle, zum Entsetzen seiner älteren Schwester Luise, die die Gefahr beschwor, die „seinem edelsten Selbst in der engen Verbindung mit dem Unreinen droht“.[8] Mörike führte den Kontakt zu Maria bis auf einen zum Jahresende abgebrochenen (und vernichteten) Briefwechsel nicht weiter und entzog sich einem von ihr angestrebten Wiedersehen im Juli 1824.[9] Aus diesem einschneidenden Erlebnis entstand der Zyklus der Peregrina-Gedichte, von dem aus den Jahren 1824 bis 1867 zehn unterschiedliche Fassungen vorliegen.[10]

Stationen als Vikar[Bearbeiten]

Nach einem mittelmäßigen Examen und einer kirchlichen Prüfung vor dem württembergischen Konsistorium, das ihm „ziemlich mangelhaftes, dennoch keineswegs zu verachtendes Wissen“[11] bescheinigte, durchlebte (und durchlitt) Mörike eine achtjährige „Vikariatsknechtschaft“ als Vikar und später Pfarrverweser: 1826 Oberboihingen; 1827 Möhringen, Köngen; 1829 Pflummern, Plattenhardt (dort als Pfarrverweser an der Antholianuskirche und Verlobung mit Luise Rau, der Tochter des verstorbenen Pfarrers, 1833 gelöst), Owen; 1831 Eltingen; 1832 Ochsenwang (im dortigen Mörikehaus werden Briefe, Zeichnungen und Pfarrberichte gezeigt); 1833 Weilheim an der Teck, erneut Owen, Ötlingen.

Sein Dienst war von Dezember 1827 bis Februar 1829 durch Urlaub unterbrochen, den er aus gesundheitlichen Gründen beantragt hatte, vielleicht ausgelöst durch den Tod seiner Schwester Luise. Dahinter steckten allerdings seine generellen Zweifel an einer kirchlichen Laufbahn:

„Du ahnest ohne Zweifel bereits den Grund jener unschmackhaften Stimmung. Das geistliche Leben ists. Ich bin nun überzeugt, es taugt nicht für mich… der Doktor [hat mir] einen Urlaub auf einige Zeit vom Consistorium ausgewirkt… Meine Gesundheit kann diß sehr wohl brauchen, aber hauptsächlich will ich die Zeit dazu benutzen mir durch irgend eine Arbeit das Zutrauen des Cotta zu erwerben um indessen durch Geschäft bei ihm einen Ausweg und von da vielleicht e. Anstellung bey einer Bibliothek zu finden.“

– Brief an Ludwig Bauer vom 9. Dezember 1827[12]

Mörike hätte sich also lieber der Schriftstellerei gewidmet, wagte es aber, anders als seinerzeit Hölderlin, nicht, sich als freier Schriftsteller durchzuschlagen: Einen Vertrag mit dem Verleger Friedrich Gottlob Franckh, der ihn 1828 zu regelmäßigen „erzählenden und anderen ästhetischen Aufsätze[n]“ in dessen „Damen-Zeitung“ verpflichtete gegen ein jährliches Honorar von 600 Gulden,[13] löste Mörike nach wenigen Monaten wieder.

Pfarramt in Cleversulzbach[Bearbeiten]

Pfarrhaus in Cleversulzbach
Von Mörike aufgestelltes Steinkreuz mit der Inschrift Schillers Mutter auf ihrem Grab in Cleversulzbach

1834 wurde Mörike schließlich Pfarrer in Cleversulzbach, wo seine Mutter und seine jüngste Schwester Klara mit ihm im Pfarrhaus wohnten. Seine Predigten, die auf das Verständnis seiner Gemeinde zugeschnitten waren, ließen nicht erkennen, wie sehr Mörike mit der zeitgenössischen Theologie haderte. Nur in der Privatheit eines Briefes vom Dezember 1837 diagnostizierte Mörike gegenüber Friedrich Theodor Vischer einen nun „landkundig werdenden theologischen Bankerott“,[14] womit er auf den Streit um David Friedrich Strauß’ Buch Leben Jesu anspielte, dessen historische Kritik an den Evangelienberichten von konservativen Kreisen (z. B. am Tübinger Stift) verurteilt wurde. Mörike nahm Strauß’ Buch unaufgeregt zur Kenntnis, weil für ihn Glaube nicht aus dem Fürwahrhalten der Evangelienberichte bestand, sondern aus den Empfindungen, die dem Poeten Mörike eingegeben wurden, wenn er sein Leben deutete.

Dabei konnte er christliche Lehren in einer rational anmutenden Weise erklären, die freilich nicht zu unserem heutigen rationalen Erkenntnisstand passt. Ein Beispiel sind seine Aussagen über die „jenseitige Fortdauer“, wenn er Angehörige Verstorbener tröstete: „Für mich ist dieses eine ausgemachte natürliche Sache“, dass die Abgeschiedenen „auf dem Schauplatz einer neuen Natur“ leben, also eine Sache ohne göttliches Zutun, keine Glaubenssache, aber auch kein bloßes Räsonnement.[15] Ähnlich rationale Erklärungen gab Mörike zu spukhaften Geräuscherscheinungen im Pfarrhaus, die er in einem Tagebuch aufzeichnete, das Justinus Kerner später veröffentlichte.[16]

Als Mörikes Mutter 1841 starb, beerdigte er sie auf dem Cleversulzbacher Friedhof neben der Mutter Friedrich Schillers, deren fast vergessenes Grab er schon zu Beginn seines Pfarramtes dort entdeckt und mit einem schlichten Kreuz gekennzeichnet hatte (Gedicht Auf das Grab von Schillers Mutter, 1835).[17]

Nachdem Mörike sich aus gesundheitlichen Gründen beim Pfarrdienst mehrfach durch einen Vikar hatte unterstützen lassen, beantragte er 1843 die Versetzung in den Ruhestand, wozu ihm gnadenhalber eine Pension von jährlich 280 Gulden gewährt wurde (sein Pfarrergehalt hatte anfangs 600 Gulden betragen).[18] Eine literarische Verarbeitung seiner Zeit in Cleversulzbach schuf Mörike mit seinem Gedicht Zu Cleversulzbach im Unterland.[19]

Zeitweiliger Ruhestand[Bearbeiten]

Eduard Mörike, Lithografie von Bonaventura Weiß, 1851

Mörike ließ sich 1844, im Alter von 39 Jahren pensioniert, nach einem kurzen Aufenthalt in Schwäbisch Hall in Bad Mergentheim nieder. Seine Pension und gelegentliche Honorare reichten nicht zur Tilgung der Schulden, in die er durch Bürgschaften für seine Brüder geraten war, so zum Beispiel für den Scheerer Amtmann Karl Mörike, der wegen aufrührerischer Umtriebe ein Jahr Festungshaft in Hohenasperg verbüßt hatte (in dem Verfahren musste Eduard als Zeuge aussagen).[20]

Ablenkung verschafften ihm zum Beispiel Wanderungen, bei denen er nach Versteinerungen suchte. So kam es, dass er wie ein Paläontologe über die Schwäbische Alb zog und alle Versteinerungen einsammelte. Zu Hause verglich er sie mit anderen Funden oder las Fachliteratur. Diese Beschäftigung beschrieb er in dem Gedicht Der Petrefaktensammler (1847 veröffentlicht).[21] Überhaupt war Mörike ein begeisterter Sammler alltäglicher Gegenstände. Bei seinen häufigen Umzügen war das Sammelgut einerseits lästig, andererseits waren es gute und schöne Geschenke für Freunde und Verwandte.

Aus finanziellen Gründen dachte er zunächst nicht an eine Eheschließung. Erst 1851 heiratete er in der Mergentheimer Schlosskirche[22] Margarethe von Speeth, die katholische Tochter seines Vermieters und eine Freundin seiner Schwester Klara, die weiterhin bei ihm wohnte. Der Konfessionsunterschied war allerdings der Grund dafür, dass Mörikes ältester Freund Wilhelm Hartlaub (Pfarrer im nahen Wermutshausen) sich von ihm distanzierte. Auch das Verhältnis zwischen Klara und Margarethe sollte sich später trüben.[23] Das Ehepaar zog 1851 nach Stuttgart. Sie hatten zwei Töchter, Fanny (* 1855) und Marie (* 1857).

Als Lehrer für Literatur in Stuttgart[Bearbeiten]

In Stuttgart unterrichtete Mörike ab 1856 zehn Jahre lang Literatur am Königin-Katharina-Stift.[24] Neben seiner Ernennung zum Professor am Katharinenstift wurden Mörike in dieser Zeit weitere Ehrungen zuteil: 1852 der Ehrendoktortitel der Universität Tübingen, 1862 der Bayerische Maximiliansorden und 1864 das Ritterkreuz des württembergischen Friedrichs-Ordens. Er hatte Kontakt zu anderen Schriftstellern, so besuchten ihn Theodor Storm (der sich über Mörikes Gewohnheit des Tischgebets wunderte), Friedrich Hebbel und Iwan Turgenew. Eine tiefere Freundschaft verband ihn ab 1864 mit dem Maler Moritz von Schwind.[25] 1866 wurde er pensioniert.

Die letzten Jahre[Bearbeiten]

In der Zeit von 1867 bis 1873 wechselte der Dichter mehrmals Orte und Wohnungen. 1867 zog er nach Lorch,[24] 1869 wieder nach Stuttgart, 1870 nach Nürtingen, 1871 nochmals nach Stuttgart. Spannungen zwischen Klara und Margarethe übertrugen sich auch auf das Ehepaar. Anlässlich der Verlobung der 18-jährigen Fanny kam es 1873 zum Streit, nach dem Margarethe vorübergehend auszog. Mörike entschied sich zur Trennung und zog mit Klara und der Tochter Marie für kurze Zeit nach Fellbach, bevor er nach Stuttgart zurückkehrte. In dieser Zeit betrug sein jährliches Einkommen immerhin 1955 Gulden.[26]

1875 wurde Mörike bettlägerig. Kurz vor seinem Tod söhnte er sich am Krankenbett mit seiner Frau aus. Mörike wurde er auf dem Stuttgarter Pragfriedhof beerdigt, zwei Jahre nach dessen Eröffnung; Vischer hielt die Grabrede.

Andenken[Bearbeiten]

Denkmal für Eduard Mörike in Stuttgart

Zu Mörikes fünftem Todestag wurde in Stuttgart ein Denkmal aufgestellt. Der marmorne Sockel ist mit einem antikisierenden Relief versehen und wird von einer Büste Mörikes bekrönt, die von dem Bildhauer Wilhelm Rösch geschaffen wurde.

Die Stadt Fellbach ehrt ihn mit der regelmäßigen Verleihung ihres Mörike-Preises.

Nach Mörike sind etliche Schulen benannt, u. a. das Mörike-Gymnasium in Ludwigsburg, Mörike-Gymnasium in Esslingen am Neckar, die Mörikeschule in Tübingen, die Grundschulen Mörikeschule in Leonberg und Eduard-Mörike-Schule Ötlingen, das Evangelische Mörike-Gymnasium Stuttgart und das Eduard-Mörike-Gymnasium in Neuenstadt am Kocher.

Werke[Bearbeiten]

Das sogenannte „Wirtshaus zur Stadt Rom“ im Schlosspark Hohenheim, 1830 von Mörike gemietet. Hier vollendete er den Roman Maler Nolten.

Mörike wurde zu Lebzeiten als bedeutendster deutscher Lyriker nach Goethe bezeichnet.[28] Trotz der späten Ehrungen erkannten aber nur wenige seine literarische Bedeutung. Jakob Burckhardt gehörte zu ihnen, oder Theodor Storm und Iwan Turgenew. Mörike galt lange Zeit als ein typischer Vertreter des Biedermeier, der die vertraute und enge Heimat besingt. Georg Lukács tat ihn ab als einen der „niedlichen Zwerge“ unter den Dichtern des 19. Jahrhunderts.[29] Heute erkennt man das Abgründige in Mörikes Werk und die Modernität seiner radikalen Weltflucht.

Maler Nolten[Bearbeiten]

Die Handlung des Romans Maler Nolten (1832)[30] ist von Intrigen bestimmt. Mörike verarbeitet darin seine eigenen Verstrickungen, zum Beispiel seine Begegnung mit Maria Meyer (Peregrina) in der Figur der Elisabeth. Enthalten ist das Puppenspiel Der letzte König von Orplid. Von 1853 bis zu seinem Tod arbeitete Mörike an einer zweiten Fassung, die mehr dem Realismus als der Romantik zuzuschreiben ist und als fast beendetes Fragment postum 1877 erschien. Maler Nolten gilt mit seiner Handlung als einer der düstersten deutschen Romane. Insbesondere durch seine kapitellose, komplizierte Struktur tut sich die Interpretation schwer, Licht in sein Dunkel zu bringen.[31]

Gedichte[Bearbeiten]

Widmungsgedicht (1838):
Ist’s der Dichter,
Ist’s der Richter,
Ist’s der leichtbestochne Freund,
dem ich diese Lieder schenke? –
Wenn ich es genau bedenke,
Sind sie alle drei gemeint.
        Der Deinige E. Mörike

Die Gedichte (1838) wurden 1848 und 1864 erweitert.[32][33] Aus der Phase während des Vikariats, in der er versuchte, als freier Schriftsteller zu arbeiten, stammen unter anderem Die traurige Krönung (1828), Septembermorgen und Er ist's (1829).

Vertont wurden die Gedichte unter anderem von Hugo Distler, Othmar Schoeck und Peter Schindler sowie von Hugo Wolf, zu dessen Mörikeliedern auch eine Vertonung des frühen Der Feuerreiter (1823 oder 1824) gehört.

Lucie Gelmeroth[Bearbeiten]

Die Novelle Lucie Gelmeroth (1839) ist bis auf die Namensänderung der Hauptfigur und die Verlegung der Handlung von England nach Deutschland identisch mit der 1833 im Urania-Taschenbuch abgedruckten „Skizze“ Miß Jenny Harrower. Diese war von Mörike als Einschub in seinen zweiten Roman geplant. Wegen privater Schwierigkeiten (Trennung von Luise Rau, Verhaftung des Bruders Karl) stellte er aber den Roman nicht fertig, sondern lieferte nur diesen Einschub beim Verleger ab. Die als Rückblick erzählte Handlung der Novelle dreht sich um die Begegnung eines Studenten mit einer Kinderfreundin in seiner Geburtsstadt, die eines Mordes bezichtigt wird und die er nach Erweis ihrer Unschuld heiratet. Auch hierin sind Anklänge an Maria Meyer zu finden.[34]

Weitere Werke[Bearbeiten]

  • Der Schatz (1835). Diese Erzählung war ebenfalls als Einschub in Mörikes zweiten Roman vorgesehen.
  • Der Bauer und sein Sohn (Märchen, 1839)
  • Die Regenbrüder (Oper, von Ignaz Lachner komponiert, 1839)
  • Idylle vom Bodensee oder Fischer Martin (Sieben Gesänge, 1846). Das Hexameter-Gedicht entstand in der Mergentheimer Zeit und machte Mörike über seine Heimat hinaus bekannt.[35] Bei den Zeitgenossen, allen voran Jacob Grimm und Ludwig Uhland, fand es eine positive Aufnahme. Das Werk traf offensichtlich ein Grundgefühl der Epoche, die Flucht in eine harmonische Welt.[36]
  • Das Stuttgarter Hutzelmännlein (1853), darin: Die Historie von der schönen Lau[37] (die auch in einem Tatort-Krimi thematisiert wurde)[38]
  • Die Hand der Jezerte (Märchen, 1853)
  • Mozart auf der Reise nach Prag (Novelle, Erstveröffentlichung Juli und August 1855 im Morgenblatt für gebildete Stände Nr. 30–33, selbständig als Buch dann 1856).[39] „Die berühmteste Künstlernovelle des 19. Jahrhunderts“.[40]

Nach 1856 entstanden keine großen Prosawerke mehr, und bis zu seinem Tode verfasste Mörike, abgesehen von wenigen Widmungs- und Gelegenheitsgedichten, kaum mehr Verse.

Übersetzungen[Bearbeiten]

Mörike war ein exzellenter Kenner der griechischen und römischen Poesie und veröffentlichte mehrere Übersetzungen. Er übersetzte unter anderem Kallinos, Tyrtaios, Theognis und einige Homerische Hymnen. Erstausgaben der Übersetzungen Mörikes:

  • Classische Blumenlese (Stuttgart 1840)
  • Theokrit, Bion und Moschos (Stuttgart 1855, gemeinsam mit Friedrich Notter)
  • Anakreon und die sogenannten Anakreontischen Lieder (Stuttgart 1864), wiederum – wie in der Classischen Blumenlese – als Bearbeitung bereits vorliegender Übersetzungen

Werkausgaben[Bearbeiten]

  • Griechische Lyrik. Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 1960.
  • Werke und Briefe. Historisch-kritische Gesamtausgabe in 28 Bänden. Klett-Cotta, Stuttgart 1967ff.
  • Werke in einem Band. Hrsg. v. Herbert G. Göpfert. Hanser, München 1993 (dtv 1995).
  • Sämtliche Werke in zwei Bänden. Winkler Weltliteratur. Artemis & Winkler, Zürich, Bd. 1: 5. Aufl., 1997, Bd. 2: 3. Aufl., 1996.
  • Du bist Orplid, mein Land! Das ferne leuchtet. Gedichte, Prosa, Briefe. Hg. & Nachwort Bernhard Zeller. Insel, Frankfurt & Leipzig 2004, ISBN 3-458-17224-6.
  • Eine phantastische Sudelei. Ausgewählte Zeichnungen. Hg. Alexander Reck. Betulius, Stuttgart 2004, ISBN 3-89511-086-8.

Literatur[Bearbeiten]

Biografien und Monografien
  • Peter Lahnstein: Eduard Mörike. List, München 1986
  • Birgit Mayer: Eduard Mörike. Sammlung Metzler (Realien zur Literatur), Band 237. J. B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1987, ISBN 3-476-10237-8.
  • Veronika Beci: Eduard Mörike. Die gestörte Idylle. Biografie. Artemis & Winkler, Düsseldorf 2004, ISBN 3-538-07176-4.
  • Ehrenfried Kluckert: Eduard Mörike. Dumont, Köln 2004, ISBN 3-8321-7846-5.
  • Mathias Mayer: Mörike und Peregrina. Geheimnis einer Liebe. Beck, München 2004, ISBN 3-406-51657-2.
  • Udo Quak: Reines Gold der Phantasie. Eine Biographie. Aufbau, Berlin 2004, ISBN 3-7466-2064-3.
  • Reiner Strunk: Eduard Mörike. Pfarrer und Poet. Calwer Verlag, Stuttgart 22004, ISBN 3-7668-3876-8.
  • Inge Wild, Reiner Wild: Mörike-Handbuch. Metzler, Stuttgart 2004
Interpretation und Einordnung
  • Siegbert S. Prawer: Mörike und seine Leser. Versuch einer Wirkungsgeschichte. Mit einer Mörike-Biographie und einem Verzeichnis der wichtigsten Vertonungen. Stuttgart 1960.
  • Christiaan L. Hart Nibbrig: Verlorene Unmittelbarkeit. Zeiterfahrung und Zeitgestaltung bei Eduard Mörike. Bouvier, Bonn 1973
  • Albrecht Goes: Mit Mörike und Mozart. Studien aus fünfzig Jahren. Fischer, Frankfurt am Main 31999
  • Jean Firges: Eduard Mörike. Dichter der Nacht. (Exemplarische Reihe Literatur und Philosophie, 19) Sonnenberg, Annweiler 2004, ISBN 978-3-933264-38-1
  • Erwin Petzi: Eduard Mörikes Kunst der schönen Täuschung. Frankfurt 2004
  • Armin Gebhardt: Schwäbischer Dichterkreis. Uhland, Kerner, Schwab, Hauff, Mörike. Tectum, Marburg 2004, ISBN 3-8288-8687-6.
  • Rainer Moritz: Lieber an Cleversulzbach denken. Hermann Lenz und Eduard Mörike. Ulrich Keicher, Warmbronn 2004, ISBN 3-932843-71-1
Lexika

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Reiner Strunk: Eduard Mörike, S. 17 ff.
  2. Reiner Strunk: Eduard Mörike, S. 22 ff.
  3. Hermann Hesse stelte 1914 diese Begegnung in einer fiktiven Erzählung dar: Im Presselschen Gartenhaus. Eine Erzählung aus dem alten Tübingen. Reclam, Ditzingen 1991, ISBN 3-15-008912-3. Bibliographie des Textes siehe Wilhelm Waiblinger.
  4. Birgit Mayer: Eduard Mörike, S. 58
  5. Udo Quak: Reines Gold der Phantasie, S. 79 f.
  6. Eduard Mörike: Du bist Orplid, mein Land! Das ferne leuchtet. Gedichte, Prosa, Briefe. Frankfurt & Leipzig 2004, S. 14
  7. Mathias Mayer: Mörike und Peregrina, S. 23 ff.
  8. Mathias Mayer: Mörike und Peregrina, S. 51
  9. Mathias Mayer: Mörike und Peregrina, S. 35, 69 ff.
  10. Mathias Mayer: Mörike und Peregrina, S. 211 ff.
  11. Udo Quak: Reines Gold der Phantasie, S. 84
  12. Eduard Mörike: Du bist Orplid, mein Land! Das ferne leuchtet. Gedichte, Prosa, Briefe. Frankfurt & Leipzig 2004, S. 59 f.
  13. Udo Quak: Reines Gold der Phantasie, S. 106
  14. Reiner Strunk: Eduard Mörike, S. 113
  15. Reiner Strunk: Eduard Mörike, S. 142 f.
  16. Reiner Strunk: Eduard Mörike, S. 108
  17. Udo Quak: Reines Gold der Phantasie, S. 177 f.
  18. Udo Quak: Reines Gold der Phantasie, S. 152, 181
  19. Helmut Braun, Rudolf Schwan, Werner Uhlmann: Zu Cleversulzbach im Unterland. Eduard Mörikes Zeit in Cleversulzbach. Betulius Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-89511-083-3.
  20. Udo Quak: Reines Gold der Phantasie, S. 128 ff.
  21. Der Petrefaktensammler
  22. Auf Eduard Mörikes Spuren. In: Wertheimer Zeitung vom 7. März 2013
  23. Udo Quak: Reines Gold der Phantasie, S. 208, 233
  24. a b Udo Quak: Reines Gold der Phantasie, S. 260 ff.
  25. Reiner Strunk: Eduard Mörike, S. 174 ff.
  26. Udo Quak: Reines Gold der Phantasie, S. 266
  27. Bekanntmachung im Bundesgesetzblatt zur Mörike-Gedenkmünze 2004
  28. Ehrenfried Kluckert: Eduard Mörike, Köln 2004, Einlegeblatt
  29. Siegbert S. Prawer: Mörike und seine Leser, S. 83
  30. Maler Nolten, Bd. 1: Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv, Bd. 2: Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv
  31. Kindlers Literatur Lexikon, 3. Auflage 2009, Bd. 11, S. 490
  32. Gedichte 1838: Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv
  33. Kindlers Literatur Lexikon, 3. Auflage 2009, Bd. 11, S. 486 ff., Artikel zu Das Lyrische Werk
  34. Birgit Mayer: Eduard Mörike, S. 47 ff.
  35. Udo Quak: Reines Gold der Phantasie, S. 196 f.
  36. Kindlers Literatur Lexikon, 3. Auflage 2009, Bd. 11, S. 491
  37. Die Historie von der schönen Lau mit den Illustrationen von Moritz von Schwind goethezeitportal.de
  38. Tatort: Bienzle und die schöne Lau
  39. Mozart auf der Reise nach Prag: Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv
  40. Helmut Koopmann, in: E. Mörike, Sämtliche Werke, Band 1. Artemis und Winkler, Zürich 51997, S. 1055

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Eduard Mörike – Quellen und Volltexte
 Commons: Eduard Mörike – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Gedichte und Vertonungen