Jetty Treffz

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Jetty Treffz

Jetty Treffz (* 1. Juli 1818 in Alser Vorstadt; † 8. April 1878 in Hietzing; eigentlich:Henriette Karoline Josefa Chalupetzky), war eine Sopranistin und die erste Frau von Johann Strauß (Sohn).

Inhaltsverzeichnis

Leben [Bearbeiten]

Henriette Chalupetzky wurde in der Wiener Alservorstadt Nr. 60 (heute: Laudongasse 17) geboren. Ihr Vater Joseph Chalupetzky stammte aus einer aus Böhmen eingewanderten Familie von Gold- und Silberschmieden; ihre Mutter Henriette Wilhelmine Treffz (1794–1871) stammt aus einer württembergischen Beamtenfamilie und war auch eine Enkelin des Verlegers Christian Friedrich Schwan. Die Eltern trennten sich früh, Mutter und Tochter namen danach wieder den Nachnamen Treffz an. Über das von Schwan ererbte Vermögen war im Hause Treffz ein großbügerlicher Lebensstil möglich.

Bereits in frühen Jahren wurde Henriette "Jetty" Treffz als Sängerin ausgebildet. 1837 feierte sie ihr Debüt am Theater am Kärntnertor. Es folgten 1839 bis 1841 Auftritte am Hoftheater Dresden mit Wilhelmine Schröder-Devrient, in Brünn und Leipzig. Danach kehrte Henriette Treffz-Chalupetzky wiederum ans Kärntnertortheater zurück. 1844 bis 1848 sang sie zuerst im Theater in der Josefstadt, anschließend am Theater an der Wien mit Jenny Lind.

1844 begann ihre Liaison mit dem reichen jüdischen Fabrikanten und Mitbesitzer der Textilfabrik Marienthal, Moritz von Todesco (1816-1873). Mit ihm hatte sie zwei ihrer insgesamt sieben unehelichen Kinder, namentlich die beiden Töchter Franziska (1846–1921) und „Louise Henriette“ Aloisia (1850-?), die nachweislich von Todesco adoptiert wurden; wohl nicht zuletzt, um ihnen bessere Chancen auf dem Heiratsmarkt zu verschaffen. Henriettes Söhne Alois, Heinrich, Emil und Alfred stammten aus anderen Beziehungen, ebenso hatte sie bereits vor ihrer Beziehung zu Todesco eine ebenfalls uneheliche Tochter namens Henriette mit dem italienischen Baumeister Peter Cavaliere di Galvagni (1797-1868). Obwohl sie aus konfessionellen Gründen nie mit Moritz von Todesco verheiratet war, ließ sich sie sich gerne „Baronin Todesco“ nennen - eigentlich ein doppelter Etikettenschwindel, denn neben der Illegitimität der Beziehung wurde Todesco erst 1861 in den Ritterstand erhoben, den Titel eines Barons führte nur Todescos älterer Bruder Eduard ab 1869.

Johann Strauß Sohn (1825-1899) kannte sie bereits seit 15 Jahren, bevor sie ihn am 27. August 1862 im Wiener Stephansdom heiratete. Ihren Wohnsitz hatten sie in der Wiener Praterstraße 54, dort, wo der „Donauwalzer“ komponiert wurde. Heute befindet sich das Johann-Strauß-Museum in dieser Wohnung und ist der Öffentlichkeit zugänglich. Treffz‘ Kinder blieben bei Todesco, der ihr eine hohe Abfindung zahlte. Für Strauß, mit dem sie keine Kinder hatte, war sie als Managerin hilfreich und nahm ihrem Mann die Vorbereitungen auf Tourneen und die Arbeit des Notenkopierens ab. Historiker meinen, dass sie Strauß zur Operettenkomposition geführt habe.[1]

Henriette Treffz starb am 8. April 1878 in ihrem Haus in Hietzing, vermutlich an einem Schlaganfall. Ihr ehrenhalber gewidmetes Grab befindet sich auf dem Hietzinger Friedhof (Gruppe 13, Nummer 73). 1955 wurde die Treffzgasse in Wien-Hietzing nach ihr benannt.

Literatur [Bearbeiten]

  • Klaus Konrad Dillmann: Das abenteuerliche Leben von Franz August Treffz, Jetty Treffz-Strauß, Germain Metternich, Weinsberg 2000.

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. http://aeiou.iicm.tugraz.at/js-frau.htm