Helmut Schmidt

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Helmut Schmidt (1969)
Helmut Schmidt Signatur.svg

Helmut Heinrich Waldemar Schmidt (* 23. Dezember 1918 in Hamburg) ist ein deutscher Politiker der SPD. Er war von 1974 bis 1982 der fünfte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.

Ab 1961 war Schmidt Senator der Polizeibehörde in Hamburg und erlangte während der Sturmflut 1962 als Krisenmanager große Popularität. Von 1967 bis 1969 war er Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, 1969 bis 1972 Bundesminister der Verteidigung, 1972 war er für ein halbes Jahr gleichzeitig Bundesminister für Wirtschaft und Finanzen. Bis 1974 war er Bundesminister der Finanzen. 1974 wurde er zum Bundeskanzler gewählt. Gegen Ende seiner Amtszeit als Bundeskanzler leitete Schmidt, bedingt durch das Ausscheiden des Koalitionspartners FDP, für knapp zwei Wochen auch das Außenministerium.

Schmidt ist Mitglied des deutsch-amerikanischen Netzwerks Atlantik-Brücke.

Seit 1983 ist er Mitherausgeber der Wochenzeitung Die Zeit.

Leben[Bearbeiten]

Ausbildung und Wehrdienst[Bearbeiten]

Als siebzehnjähriger Schüler flog Helmut Schmidt 1936 wegen zu flotter Sprüche aus der Marine-Hitlerjugend, in die er zwei Jahre zuvor mit seinem Schülerruderverein eingegliedert worden war.[1] Nach dem Abitur im März 1937 an der Lichtwarkschule in Hamburg leistete Schmidt einen sechsmonatigen Arbeitsdienst in Hamburg-Reitbrook. Am 1. Oktober 1937 wurde er zum Wehrdienst bei der Flakartillerie in Bremen-Vegesack eingezogen. In dieser Zeit hatte er eine freundschaftliche Beziehung zu Tim und Cato Bontjes van Beek und deren Familie.

Ab 1939 war der Feldwebel der Reserve zur Luftverteidigung Bremens eingesetzt. Im Jahr 1941 wurde er als Leutnant der Reserve in das Oberkommando der Luftwaffe nach Berlin versetzt. Von August 1941 bis 1942 diente Schmidt als Offizier in einer leichten Flakabteilung der 1. Panzer-Division an der Ostfront und war u. a. an der Leningrader Blockade beteiligt; er erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse.[2] Anschließend war er bis 1944 als Referent für Ausbildungsvorschriften der leichten Flakartillerie im Reichsluftfahrtministerium in Berlin und in Bernau eingesetzt.

Als Angehöriger des Reichsluftfahrtministeriums wurde Oberleutnant Helmut Schmidt als Zuschauer zu den Schauprozessen des Volksgerichtshofes gegen die Männer des Attentats vom 20. Juli 1944 abkommandiert.[3] Angewidert vom Verhalten des Vorsitzenden Richters Roland Freisler, ließ sich Schmidt von seinem vorgesetzten General von der Zuhörerschaft entbinden.[4]

Ab Dezember 1944 als Batteriechef an der Westfront zunächst nach Belgien versetzt, äußerte er sich Anfang 1945 während einer Übung auf dem Flak-Schießplatz Rerik an der Ostsee kritisch über Reichsmarschall Hermann Göring und das NS-Regime. Dafür wollte ihn ein NS-Führungsoffizier vor Gericht stellen lassen. Ein Prozess wurde jedoch verhindert, indem zwei vorgesetzte Generäle Schmidt durch ständige Versetzungen dem Zugriff der Justiz entzogen.

Im April 1945 geriet Schmidt in Soltau in der Lüneburger Heide in britische Kriegsgefangenschaft. In einem belgischen Gefangenenlager in Jabbeke nahm ihm der „Vortrag“ von Hans Bohnenkamp über das Thema „Verführtes Volk“ im Juni 1945 die letzten „Illusionen“ über den Nationalsozialismus.[5] Am 31. August 1945 wurde er aus der Kriegsgefangenschaft entlassen.[6]

Nach Gründung der Bundeswehr wurde Schmidt im März 1958 zum Hauptmann d. R. befördert. Im Oktober/November 1958 nahm er an einer Wehrübung in der „Reichspräsident-Ebert-Kaserne“ in Hamburg-Iserbrook teil;[7] noch während der Übung wurde er mit der Begründung, er sei ein Militarist, aus dem Vorstand der SPD-Bundestagsfraktion abgewählt.[8][9]

Studium und Beruf[Bearbeiten]

Nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft studierte Schmidt in Hamburg Volkswirtschaftslehre sowie Staatswissenschaft und beendete sein Studium 1949 als Diplom-Volkswirt.[10] Im Anschluss war er bis 1953 bei der von Karl Schiller geleiteten Behörde für Wirtschaft und Verkehr der Freien und Hansestadt Hamburg tätig. Hier leitete er von 1952 bis 1953 das Amt für Verkehr.

Seit 1983 ist er Mitherausgeber der Wochenzeitung Die Zeit. Schmidt ist Mitglied des Vereins Atlantik-Brücke und Ehrenpräsident der Deutsch-Britischen Gesellschaft. 1993 gründete er die Deutsche Nationalstiftung, deren Ehrenvorsitzender er ist. Die Stiftung möchte das Zusammenwachsen Deutschlands und die Idee der deutschen Nation als Teil eines vereinten Europas unterstützen. Gleichfalls hat er den Ehrenvorsitz des ebenfalls von ihm selbst mitbegründeten InterAction Council inne, eines Rates ehemaliger Staatsmänner und -frauen, den er mit Freunden initiierte und dessen Vorsitzender er von 1985 bis 1995 war. 1993 wurde die Helmut-und-Loki-Schmidt-Stiftung (Hamburg) gegründet. 1995–1999 war er Präsident des Deutschen Polen-Instituts (Darmstadt). Sein Privatarchiv wird im Archiv der sozialen Demokratie verwaltet. Schmidt gehörte 1997 zu den Erstunterzeichnern der Allgemeinen Erklärung der Menschenpflichten.

Parteilaufbahn[Bearbeiten]

Helmut Schmidt auf einem Parteitag der SPD in Dortmund, 1976
Der stellvertretende Parteivorsitzende Schmidt beim SPD-Parteitag im April 1982

Unmittelbar nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft 1945 schloss sich Schmidt, nach eigenen Angaben beeinflusst durch den Mitgefangenen Hans Bohnenkamp, der SPD an.[11] Hier engagierte er sich zunächst im Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) und war 1947/48 dessen Vorsitzender. Von 1968 bis 1984 war Schmidt stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD. Anders als die beiden anderen sozialdemokratischen Bundeskanzler Willy Brandt und Gerhard Schröder war Schmidt nie Bundesvorsitzender seiner Partei.

Als Vorbilder in seiner eigenen Partei bezeichnet Schmidt unter anderem Max Brauer, Fritz Erler, Wilhelm Hoegner, Wilhelm Kaisen, Waldemar von Knoeringen, Heinz Kühn und Ernst Reuter.

Zu seiner Motivation, sich politisch zu engagieren, äußerte sich Schmidt 2008:

„Ehrgeiz ist ein Begriff, den ich auf mich nicht anwenden würde; natürlich lag mir an öffentlicher Anerkennung, aber die Antriebskraft lag woanders. Die Antriebskraft war typisch für die Generation, der ich angehört habe: Wir kamen aus dem Kriege, wir haben viel Elend und Scheiße erlebt im Kriege, und wir waren alle entschlossen, einen Beitrag dazu zu leisten, dass all diese grauenhaften Dinge sich niemals wiederholen sollten in Deutschland. Das war die eigentliche Antriebskraft.[12]

Abgeordnetentätigkeit[Bearbeiten]

Von 1953 bis zum 19. Januar 1962 und von 1965 bis 1987 war Schmidt Mitglied des Deutschen Bundestages. Nach seinem Wiedereinzug 1965 wurde er sofort stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion. Von 1967 bis 1969, während der ersten Großen Koalition der Bundesrepublik, hatte er schließlich den Vorsitz der Fraktion inne. Schmidt bekannte später, dass ihm dieses Amt während seiner politischen Laufbahn am meisten Spaß gemacht habe. Vom 27. April 1967 bis 1969 leitete er den Fraktionsarbeitskreis Außenpolitik und gesamtdeutsche Fragen.

Vom 27. Februar 1958 bis zum 29. November 1961 war er außerdem Mitglied des Europäischen Parlaments.

Schmidt zog 1953 und 1965 über die Landesliste Hamburg, 1957 und 1961 als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Hamburg VIII und danach stets als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Hamburg-Bergedorf in den Bundestag ein.

Ämter und politische Funktionen[Bearbeiten]

Senator in Hamburg (1961–1965)[Bearbeiten]

Vom 13. Dezember 1961 bis zum 14. Dezember 1965 amtierte Schmidt unter den Ersten Bürgermeistern Paul Nevermann und Herbert Weichmann als Senator der Polizeibehörde (ab Juni 1962: Innensenator) der Freien und Hansestadt Hamburg. In diesem Amt erlangte er vor allem als Krisenmanager bei der Sturmflut 1962 an der deutschen Nordseeküste in der Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962 Popularität und sehr hohes Ansehen. Er koordinierte den Großeinsatz von Rettungsdiensten, Katastrophenschutz und THW. Ohne dazu durch gesetzliche Grundlagen legimitiert zu sein, nutzte Schmidt bestehende Kontakte zur Bundeswehr und NATO, um mit Soldaten, Hubschraubern, Pioniergerät und Versorgungsgütern von Bundeswehr und Alliierten schnelle und umfassende Hilfe zu ermöglichen. Schmidt schuf damit ein Vorbild für Einsätze von Bundeswehr und Militärressourcen im Inland im Rahmen von Amts- und Nothilfe bei Naturkatastrophen. Er wird hierzu mit den Worten zitiert: „Ich habe das Grundgesetz nicht angeguckt in jenen Tagen.“ Im Januar 1963 ermittelte die Bundesanwaltschaft im Zuge der Spiegel-Affäre gegen den Innensenator wegen Beihilfe zum Landesverrat. Hintergrund war, dass Schmidt im Herbst 1962 der Bitte seines Studienfreunds Conrad Ahlers um Überprüfung von Auszügen des kurz vor der Veröffentlichung stehenden Artikels „Bedingt abwehrbereit“ auf strafrechtliche Veröffentlichungshindernisse nachkam. Das Verfahren wurde Anfang 1965 eingestellt.[13]

SPD-Fraktionsvorsitzender im Bundestag (1966/67–1969)[Bearbeiten]

Schmidt mit Maria Meyer-Sevenich, Ministerin für Bundesangelegenheiten, Vertriebene und Flüchtlinge in Niedersachsen (April 1967)

Bei den Wahlen von 1965 errang Schmidt erneut ein Bundestagsmandat. Als ein Jahr später die unionsgeführte Regierung Ludwig Erhard stürzte, bildete die SPD zusammen mit den Unionsparteien CDU/CSU die erste Große Koalition mit Kurt Georg Kiesinger (CDU) als Kanzler und Willy Brandt (SPD) als Vize-Kanzler und Außenminister. Schmidt, der aufgrund der Erkrankung Fritz Erlers bereits seit Herbst 1966 kommissarisch den Vorsitz der SPD-Bundestagsfraktion führte und ihn nach Erlers Tod im Februar 1967 auch offiziell übernahm, und Rainer Barzel fielen dabei als Fraktionsvorsitzenden der beiden Haupt-Koalitionspartner Schlüsselrollen bei der Abstimmung der parteiinternen Arbeit zu. Auf dieser Basis entstand ein persönliches Freundschaftsverhältnis mit dem politischen Gegner Barzel, das bis zu dessen Tod im Jahre 2006 anhielt. Schmidt hielt im Bundestag beim Staatsakt für Rainer Barzel die Trauerrede. Schmidts erfolgreiche Tätigkeit als Hamburger Innensenator und Fraktionsvorsitzender machten ihn zu einem der ersten Anwärter seiner Partei auf höhere Regierungsaufgaben in der Bundespolitik.

Bundesminister (1969–1974)[Bearbeiten]

Verteidigungsminister Schmidt (zweiter von links) auf einer Begegnung von Brandt mit der Bundeswehrführung, 1969 (links: Johannes Steinhoff, rechts neben Brandt: Ulrich de Maizière)

Nach dem Wahlsieg der SPD in der Bundestagswahl 1969 und der Vereinbarung der Sozialliberalen Koalition mit der FDP berief Bundeskanzler Willy Brandt Schmidt am 22. Oktober 1969 als Bundesminister der Verteidigung in die neue Bundesregierung. In seiner Amtszeit wurde der Grundwehrdienst von 18 auf 15 Monate verkürzt und die Gründung der Bundeswehruniversitäten in Hamburg und München beschlossen.

Brandt und Schmidt auf dem SPD-Parteitag 1973

Am 7. Juli 1972 übernahm er nach dem Rücktritt von Professor Karl Schiller das Amt des Finanz- und Wirtschaftsministers. Nach der Bundestagswahl 1972 wurde dieses „Superministerium“ wieder geteilt. Die FDP stellte ab dem 15. Dezember 1972 den Bundeswirtschaftsminister; Schmidt führte weiterhin das Bundesministerium der Finanzen.

Bundeskanzler (1974–1982)[Bearbeiten]

Schmidt an seinem Arbeitsplatz im damals neuen Kanzleramt in Bonn, 1976. Auf seine Initiative hin wurde das hinter ihm erkennbare Porträt August Bebels dem Kanzleramt zur Verfügung gestellt.

Nach dem Rücktritt Willy Brandts als Regierungschef wählte der Bundestag Schmidt am 16. Mai 1974 mit 267 Ja-Stimmen zum 5. Kanzler der Bundesrepublik. Die größten Herausforderungen während seiner Amtszeit waren die weltweite Wirtschaftsrezession und die Ölkrisen der 1970er Jahre, die die Bundesrepublik unter seiner Führung besser überstand als die meisten anderen Industriestaaten, sowie die Rentenfinanzierung 1976/77 und der Terrorismus der Rote Armee Fraktion (RAF) im sogenannten „Deutschen Herbst“. Seine frühere Verhandlungsbereitschaft mit den Terroristen, speziell bei der Entführung von Peter Lorenz 1975, sah er später als Fehler an. Er verfolgte von da an eine unnachgiebige harte Linie, die ihm mitunter harsche Kritik seitens der Angehörigen von Opfern einbrachte.[14] In einem Interview mit der Zeit sagte Schmidt im Jahr 2007, dass er die enorme Verantwortung für das Leben anderer bei Geiselnahmen wie der von Hanns Martin Schleyer als existenziell bedrückend empfunden habe. Insgesamt gesehen habe die Epoche des linken Terrorismus jedoch durch die Medien ein Gewicht bekommen, das ihre tatsächliche Bedeutung für die deutsche Geschichte deutlich übersteige.[14]

Schmidt ist entschiedener Befürworter der Stromerzeugung aus Kernkraft. 1977 beabsichtigte seine Regierung die Errichtung einer Anlage zur Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen in Gorleben.

Gemeinsam mit dem französischen Staatspräsidenten Valéry Giscard d’Estaing, mit dem ihn eine persönliche Freundschaft verbindet, verbesserte Schmidt die deutsch-französischen Beziehungen und verwirklichte entscheidende Schritte hin zur weiteren europäischen Integration. So wurde kurz nach Schmidts Amtsübernahme der Europäische Rat etabliert, und auch die wirtschaftspolitisch bedeutendste Maßnahme seiner Regierungszeit ergriff er in Zusammenarbeit mit Giscard: die Einführung des Europäischen Währungssystems und der Europäischen Währungseinheit (ECU) zum 1. Januar 1979, aus denen später die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion und der Euro hervorgehen sollten. Auf eine Idee Schmidts und Giscards ging auch die Gründung der Gruppe der 7 (G7) zurück.

Im Jahr 1977 wies Schmidt als erster westlicher Staatsmann auf die Gefahren für das Rüstungsgleichgewicht durch die neuen SS-20 Mittelstreckenraketen der Sowjetunion hin: Er befürchtete, die Fähigkeit der Sowjetunion, Westeuropa atomar angreifen zu können, ohne dabei seine Schutzmacht USA in Mitleidenschaft zu ziehen, könnte auf Dauer zu einer Entkoppelung der amerikanischen von den europäischen Sicherheitsinteressen führen. Er drängte daher auf den sogenannten NATO-Doppelbeschluss, der die Aufstellung von Mittelstreckenraketen in Westeuropa vorsah, dies aber mit einem Verhandlungsangebot an die Sowjetunion verband, beiderseits auf diese Waffensysteme zu verzichten. Dieser Beschluss war in der Bevölkerung und vor allem in der eigenen Partei sehr umstritten. Aus der Protestbewegung gegen den NATO-Doppelbeschluss, die sich mit der wachsenden Zahl von Umweltschützern verband, ging am Ende von Schmidts Regierungszeit die neue Partei der Grünen hervor.

Schmidt 1981 während eines Besuchs in der DDR mit Erich Honecker

Im Spätsommer 1982 scheiterte – vordergründig[15] an Differenzen in der Wirtschafts- und Sozialpolitik (Bundeshaushalt, öffentliche Verschuldung, Beschäftigungsprogramme) zwischen SPD und FDP, hintergründig jedoch an der zunehmenden Abkehr der SPD vom Nato-Doppelbeschluss[16] – die von ihm geführte sozialliberale Koalition. Am 17. September 1982 traten sämtliche FDP-Bundesminister (Hans-Dietrich Genscher, Gerhart Baum, Otto Graf Lambsdorff und Josef Ertl) zurück. Schmidt übernahm daher zusätzlich zum Amt des Bundeskanzlers noch das Amt des Bundesministers des Auswärtigen (wie als einziger Bundeskanzler sonst nur Konrad Adenauer) und führte die Regierungsgeschäfte ohne Mehrheit im Bundestag weiter. Am 1. Oktober 1982 wurde durch ein konstruktives Misstrauensvotum mit den Stimmen von CDU, CSU und der Mehrheit der FDP-Fraktion Helmut Kohl zu seinem Nachfolger im Amt des Bundeskanzlers gewählt.

Mangelnde Unterstützung in der SPD nach Abwahl, INF-Verträge 1987[Bearbeiten]

Schmidt verlor danach in der SPD fast jede Unterstützung für seine Sicherheitspolitik: Auf dem Kölner Parteitag der SPD vom 18. und 19. November 1983 stimmten von rund 400 Delegierten neben Schmidt nur 14 dem Seeheimer Kreis zugehörige Delegierte für den Nato-Doppelbeschluss; darunter der frühere Verteidigungsminister Hans Apel. Am 10. September 1986 hielt Helmut Schmidt seine Abschiedsrede im Bundestag und schied aus dem Haus aus.[17][18]

Die Sicherheitspolitik Schmidts wurde derweil von der christlich-liberalen Koalition fortgeführt und mündete in den Abschluss der INF-Verträge am 8. Dezember 1987.[19] Mit dem Zustandekommen dieses Abkommens wurde das bereits 1977 von Schmidt formulierte Fernziel des NATO-Doppelbeschlusses von 1979 – die beidseitige Vernichtung sowjetischer und US-amerikanischer atomarer Mittelstreckenraketen – erreicht.[20][21][22][23][24]

Besonderheiten des Berufspolitikers[Bearbeiten]

Schmidt wurde während seiner politisch aktiven Zeit aufgrund seines Redetalents gerade auch von Gegnern „Schmidt Schnauze“ genannt. Sein ökonomischer Sachverstand fand breite Anerkennung.[25] Schmidt befasste sich außerdem intensiv mit Fragen der Strategie und insbesondere der Nuklearstrategie und war als Kenner nahezu der gesamten einschlägigen Fachliteratur einer der ausgewiesensten Experten in der politischen Klasse der westlichen Welt auf diesem Gebiet. Eine Freundschaft verbindet ihn mit dem früheren französischen Staatspräsidenten Valéry Giscard d’Estaing sowie mit dem ehemaligen Außenminister der Vereinigten Staaten, Henry Kissinger. Zusammen mit Giscard d’Estaing rief Schmidt 1975 den Weltwirtschaftsgipfel ins Leben, der als eigentlich informelle Zusammenkunft der Staats- und Regierungschefs der bedeutendsten westlichen Demokratien geplant war. Teilnehmer des ersten Treffens auf Schloss Rambouillet waren die Regierungschefs aus Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten.

Helmut Schmidt (Mitte) vor seiner Weltethos-Rede in Tübingen zusammen mit Hans Küng (rechts) und Boris Palmer (links) 2007

Schmidt ist öffentlichkeitswirksamer Raucher. Seine Kolumne bei der Wochenzeitung Die Zeit hieß Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt. Im öffentlichen Raum – etwa in der Hamburger Bürgerschaft – verbietet man ihm das Rauchen nach wie vor nicht. Selbst während Fernsehreportagen oder in Fernsehstudios raucht Schmidt. Im Plenarsaal des Bundestages, in dem bereits früh ein Rauchverbot herrschte, stieg er während der Sitzungen auf Schnupftabak um. Die aktuelle Verschärfung heiß debattierter Rauchverbote in den Bundesländern hält er für eine vorübergehende gesellschaftliche Erscheinung. Wegen seines Rauchens wird er regelmäßig in der WDR-Sendung Mitternachtsspitzen parodiert.

An der Eberhard Karls Universität Tübingen, wo er auf Einladung des Präsidenten der Stiftung Weltethos Hans Küng die 7. Weltethosrede hielt, führte Schmidt im Mai 2007 aus, in der rechtsstaatlich-demokratischen Ordnung komme der Vernunft der Politiker, nicht aber deren spezifischem religiösem Bekenntnis, eine verfassungspolitisch entscheidende Rolle zu. Vom Wirken der Kirchen sei er moralisch, politisch und ökonomisch enttäuscht, und nichts sei für ihn unwichtiger als die Theologie. Nach dem Zweiten Weltkrieg hätten die Kirchen weder eine Neubegründung der Moral noch der Demokratie und des Rechtsstaates geleistet. Trotz seiner gewachsenen Distanz bekenne er sich zum Verbleib in der Kirche, denn sie setze Gegengewichte gegen den moralischen Verfall.[26]

Privates[Bearbeiten]

Familie[Bearbeiten]

Helmut Schmidt mit Ehefrau Loki beim Bundeskanzlerfest 1977

Schmidts Vater Gustav (1888–1981), unehelicher Sohn des jüdischen deutschen Privatbankiers Ludwig Gumpel und einer Kellnerin, wurde von der Familie Schmidt adoptiert. Im Haus eines Hafenarbeiters aufgewachsen, hatte sich Gustav Schmidt nach einer Lehre in einer Anwaltskanzlei mit dem Berufsziel Bürovorsteher zum Volksschullehrer fortgebildet. Später machte er das Handelslehrerdiplom und war zuletzt Studienrat.[27] Die beiden Söhne von Gustav und Ludovica Schmidt, Helmut und sein jüngerer Bruder Wolfgang († 2006), besuchten die Volksschule Wallstraße östlich der Außenalster und im Anschluss daran die Lichtwark-Oberschule am Grasweg in Winterhude.[28][27]

Nach Aussage Schmidts, selbst Protestant, vertuschten er und sein Vater dessen jüdische Abstammung durch Urkundenfälschung, sodass der Ariernachweis erteilt wurde.[29][27] Als „jüdischer Mischling zweiten Grades“ wäre Schmidt benachteiligt worden und eine Offizierslaufbahn in der Wehrmacht wohl ausgeschlossen gewesen.

In der Öffentlichkeit gab Schmidt diese Zusammenhänge erst 1984 auf Nachfrage bekannt, als Journalisten dies von Giscard d’Estaing über dessen deutschen Freund erfuhren. In seinen Kindheits- und Jugenderinnerungen (1992)[30] schreibt er, seine Herkunft habe seine Ablehnung des Nationalsozialismus mitbestimmt.

„Der Oberschüler Schmidt, der zum Zeitpunkt der Machtübertragung an Hitler 14 Jahre alt war, wusste, dass er „Vierteljude“ war und als rassisch minderwertig gegolten hätte, wenn dieser Sachverhalt bekannt geworden wäre. Der Marine-Hitlerjugend gehörte er anfangs nicht ungern an; im Sommer 1936 nahm er an einem „Adolf-Hitler-Marsch“ von Hamburg nach Nürnberg zum Reichsparteitag der NSDAP teil. Er wurde kein Nationalsozialist, ließ sich aber zeitweilig von der „sozialistischen“, die Werte der Gemeinschaft beschwörenden Propaganda des Regimes beeindrucken.“

Heinrich August Winkler[5]

Helmut Schmidt heiratete am 27. Juni 1942 Hannelore Glaser („Loki“, 1919–2010). Die kirchliche Trauung fand am 1. Juli 1942 in der St.-Cosmae-und-Damiani-Kirche zu Hambergen statt.[31] Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Ihr in Bernau bei Berlin behindert geborener Sohn Helmut Walter (* 26. Juni 1944) verstarb dort am 19. Februar 1945 noch vor seinem ersten Geburtstag. Tochter Susanne, die für den Wirtschaftsfernsehsender Bloomberg TV in London arbeitet, wurde im Mai 1947 in Hamburg geboren.[32]

In einem späteren Interview gab Schmidt an, seine Familie habe in der Zeit des Nationalsozialismus mitunter Juden versteckt, von Konzentrationslagern und vom Genozid an den Juden habe er nichts gewusst, wie viele Menschen damals.[33]

Helmut Schmidt im Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz 1981

Im Herbst 1981 erkrankte Schmidt ernstlich, so dass ihm am 13. Oktober 1981 im Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz ein Herzschrittmacher eingesetzt wurde. Zuvor musste der damalige Bundeskanzler aufgrund von Adams-Stokes-Anfällen zweimal wiederbelebt werden.[34]

Schmidt wohnt seit langem in Hamburg-Langenhorn. Einen Zweitwohnsitz hat Schmidt am holsteinischen Brahmsee. Seine Konfession ist evangelisch-lutherisch, er selbst bezeichnet sich allerdings als nicht religiös, sei aber auch kein Atheist.[11] Im Juni 2007 äußerte er in einem TV-Interview in der Sendung „Menschen bei Maischberger“, er vertraue nicht mehr auf Gott, u. a. weil Gott Auschwitz zugelassen habe.[35] Auf die an ihn gestellte Frage, ob er das Amt des Bundeskanzlers gerne ausgeübt habe, antwortete er mit: „Eigentlich nicht sonderlich gern, nein.“ Diese Aussage begründete er damit, dass das Amt des Bundeskanzlers eine sehr große Belastung vor allem für das Privatleben sei.[36]

Im August 2012 gab Schmidt bekannt, dass er zwei Jahre nach Lokis Tod eine neue Lebensgefährtin hat: Ruth Loah (* 27. September 1933), die seit Jahrzehnten zu seinen Vertrauten zählt.[37]

Freundschaften[Bearbeiten]

Schmidt und der französische Präsident Giscard d’Estaing 1977

Helmut Schmidt war ein enger Freund des Bankiers, US-Offiziers und Gründers des deutsch-amerikanischen Netzwerks Atlantik-Brücke, Eric M. Warburg.

Paul Volcker, der weltweit überaus einflussreiche Direktor des American Council on Germany, langjähriges Mitglied und ehemaliger Direktor des Council on Foreign Relations, Mitglied der Trilateralen Kommission und Vorsitzender der US-Notenbank, gehört seit über 40 Jahren zu seinen Vertrauten. Ebenso hielt Schmidt Kontakt zu John J. McCloy, ehemals Präsident der Weltbank, Direktor des Council on Foreign Relations (CFR), Vorstandsvorsitzender der Chase Manhattan Bank sowie Initiator des deutsch-amerikanischen Netzwerks Atlantik-Brücke.[38]

Schmidt zählt den ermordeten ägyptischen Präsidenten Anwar as-Sadat und den ehemaligen französischen Staatspräsidenten Valéry Giscard d’Estaing zu seinen herausragendsten politischen Freunden. Der frühere US-Außenminister Kissinger sagte, er hoffe vor Schmidt zu sterben; er wolle in keiner Welt leben, in der es keinen Helmut Schmidt gebe.[39]

Rat holte Schmidt sich unter anderem bei dem Philosophen Karl Popper, mit dem er in engem brieflichem Kontakt stand.

Kunst, Musik, Philosophie und andere Interessen[Bearbeiten]

Moores „Large Two Forms“ vor dem BMZ (früheres Bundeskanzleramt)

Als Bundeskanzler sorgte Schmidt dafür, dass vor dem Bundeskanzleramt in Bonn die Skulptur „Large Two Forms“ von Henry Moore aufgestellt wurde, die das Zusammengehören der Bundesrepublik und der DDR symbolisieren sollte. Schmidts Leidenschaft für Kunst führte so weit, dass er das Bundeskanzleramt mit zahlreichen Kunstleihgaben ausstatten ließ. Außerdem ließ er das Schild „Bundeskanzler“ vor seinem Büro entfernen und stattdessen ein Schild mit der Aufschrift „Nolde-Zimmer“ anbringen, das auf die Kunst in seinem Büro hinweisen sollte. Für die Galerie ehemaliger Bundeskanzler im Kanzleramt entschied Schmidt sich 1986 für den Leipziger Maler Bernhard Heisig als Porträtisten. Diese Wahl wurde zu dieser Zeit als Überraschung empfunden. In seinem 95. Lebensjahr saß Helmut Schmidt dem Hamburger Maler Manfred W. Jürgens Modell.

Beide Häuser Schmidts in Hamburg beherbergen zahlreiche Bilder und Grafiken unterschiedlicher Künstler, auch eigene, denn der Hausherr malt bis ins hohe Alter selbst.

Aber auch zur Musik hat Schmidt ein besonderes Verhältnis. Er war es beispielsweise, der als Bundesverteidigungsminister die Big Band der Bundeswehr ins Leben rief. Er selbst spielt Orgel und Klavier und schätzt insbesondere die Musik von Johann Sebastian Bach. Bereits als 17-Jähriger komponierte er vierstimmige Sätze zu Kirchenliedern. Seit einigen Jahren leidet er darunter, wegen seines nachlassenden Gehörs Musik nicht mehr genießen zu können; auf dem rechten Ohr ist Schmidt nahezu taub, im linken trägt er eine Hörhilfe, die ihm das Hören von Sprache einigermaßen ermöglicht.

Helmut Schmidt hat mehrere Schallplatten aufgenommen, in denen er als Interpret der Werke klassischer Komponisten zu hören ist, so zum Beispiel von Wolfgang Amadeus Mozart, Konzert für drei Klaviere und Orchester, KV 242, oder von Johann Sebastian Bach, Konzert für vier Klaviere und Streicher in A-Moll, BWV 1065, jeweils gemeinsam mit den Pianisten Christoph Eschenbach, Justus Frantz sowie Gerhard Oppitz.

Zu Schmidts „Hausphilosophen“ gehören neben Marc Aurel und Immanuel Kant auch Max Weber und Karl Popper. Schmidts eigene Bemühungen als Politiker um pragmatisches Handeln zu sittlichen Zwecken und seine Beschäftigung mit der Philosophie werden von Fachleuten respektvoll gewürdigt. So schrieb Volker Gerhardt, Schmidt sei Philosoph im Sinne eines Moralisten, der sich darauf verpflichtet, ein moralischer Politiker zu sein. Er stehe in einer Linie mit Otto von Bismarck, Walther Rathenau und Winston Churchill.

„Alle drei waren Genies des politischen Handelns; alle waren mit einer großen intellektuellen Begabung ausgezeichnet, haben politisch Großes geleistet und überdies ein bedeutendes literarisches Werk hinterlassen. Ihnen ist Helmut Schmidt ebenbürtig, auch wenn er als Autor mehr veröffentlicht hat als alle drei zusammen […] Sein Werk steht im Zeichen der ethischen Frage. Es nimmt die weltpolitischen Lehren ernst, die aus der Wirtschaftskrise des Jahres 1928, aus den weltpolitischen Folgen der Not, aus den Weltkriegen und aus der mit der Entwicklung der Technik erstmals für alle sichtbar gewordenen Gefahr der weltweiten Selbstvernichtung der Menschheit gezogen werden müssen. Indem sich Helmut Schmidt im Laufe seines Lebens dieser Probleme mit wachsender Intensität annimmt, erkennt man, dass seine immer deutlicher zutage tretende Hinwendung zur Philosophie selbst wieder politischen Einsichten gehorcht. Darin ist er immer Politiker geblieben, aber die Philosophen täten gut daran, ihn so ernst zu nehmen, als sei er einer von ihnen.[40]

1985 gründete Schmidt nach dem Vorbild der Mittwochsgesellschaft die Freitagsgesellschaft, welche den Zweck verfolgt, im Rahmen von Vortragsabenden und anschließender Diskussion den Austausch ihrer Mitglieder über ihr eigenes berufliches Gebiet hinaus zu fördern. Auf diesem Wege informieren sich Politiker, Unternehmer, Künstler, Ärzte und Wissenschaftler gegenseitig über die neusten Entwicklungen auf ihrem Gebiet und diskutieren Fragen des öffentlichen Wohls. Die Vortragsabende finden jeden zweiten Freitag im Monat im Haus Helmut Schmidts in Hamburg-Langenhorn statt. Das Interesse der Gesellschaft liegt dabei besonders auf der Außen- und Weltpolitik. Die Innenpolitik nimmt in der Freitagsgesellschaft eher eine Nebenrolle ein. Darüber hinaus werden verschiedene Themen aller Fachrichtungen behandelt. Die Vorträge werden protokolliert und den Mitgliedern anschließend schriftlich zugänglich gemacht. Einige dieser Niederschriften wurden in den Büchern „Erkundungen – Beiträge zum Verständnis unserer Welt.“, 1999 und „Vertiefungen – Neue Beiträge zum Verständnis unserer Welt.“, 2010 von Helmut Schmidt veröffentlicht.

Heutige politische Positionen[Bearbeiten]

Innenpolitik[Bearbeiten]

2005 bezeichnete Schmidt die Massenarbeitslosigkeit als das größte deutsche Problem.[41] Er lobt die „Agenda 2010Gerhard Schröders und sieht in ihr einen ersten Schritt zur Bewältigung der Folgen des demographischen Wandels.[42] Er hält das Reformprogramm jedoch für nicht ausreichend und sprach sich schon 1997[43] für eine Deregulierung des deutschen Arbeitsmarktes aus, darunter für eine Einschränkung des Kündigungsschutzes. Die Zumutbarkeitskriterien für Arbeitslose sollten weiter verschärft werden und das Arbeitslosengeld II für mehrere Jahre nominal eingefroren werden (beziehungsweise real sinken). Den Flächentarifvertrag sieht Schmidt als überholt an und fordert dessen weitgehende Abschaffung; der Einfluss der nach seiner Ansicht allzu mächtigen Gewerkschaften sollte zurückgeführt werden. Nur nach Umsetzung dieser Reformen könnte laut Schmidt ein (jedoch relativ niedriger) Mindestlohn eingeführt werden.[44] Zur Finanzierung der Renten sei eine allgemeine Arbeitszeitverlängerung (Lebens- und Wochenarbeitszeit) unumgänglich.

Außerdem ist Schmidt Befürworter der Kernenergie und Gegner des Atomausstiegs, der unter der rot-grün geführten Bundesregierung beschlossen wurde. Er hält die Ablehnung der Kernenergie in der Bevölkerung für ein Produkt der aus Zweitem Weltkrieg und Holocaust hervorgegangenen deutschen Angst vor Veränderungen.[45] Ein weiterer Konfliktpunkt mit der SPD ist seine Befürwortung von allgemeinen Studiengebühren bei einer angemessenen Ausstattung des BAföG- und Stipendiensystems.

Schmidt war bereits in den 1960er-Jahren Anhänger der Einführung des Mehrheitswahlrechts in Deutschland, als diese Reform Teil der innenpolitischen Agenda der damaligen Großen Koalition war. Heute sieht er es dem Verhältniswahlrecht gegenüber immer noch als überlegen an, hält aber den Erfolg eines neuen Anlaufs für eine Wahlrechtsreform für ausgeschlossen. Eine häufig geforderte Ausweitung von Volksabstimmungen lehnt Schmidt ab, da sie zu sehr von der Stimmung des Volkes abhängig seien. Weiterhin kritisiert er die Art der Parteienfinanzierung in Deutschland. Langfristig wünscht er sich die vollkommene Abschaffung der staatlichen Finanzierung und der Wirtschaftsspenden. Private Mitgliederbeiträge sollten nicht mehr von der Steuer abgezogen werden können.

Dem deutschen Föderalismus, den er als „Kleinstaaterei“ bezeichnet, bescheinigt Schmidt zahlreiche historisch gewachsene Schwächen, wenngleich er sich zum Subsidiaritätsprinzip bekennt. Den „permanenten Wahlkampf im Vierteljahrestakt“ betrachtet Schmidt aufgrund des „Egoismus der Parteien“ und der Einmischung der Landes- in die Bundespolitik als lähmend, da er die gesamtstaatliche Gesetzgebung populistisch („zwecks Popularitätssteigerung“) beeinflusse oder verzögere. Daher plädiert er für eine Zusammenlegung aller in Bund und Ländern anstehenden Wahlen auf einen einzigen Termin alle zwei Jahre, nach dem Vorbild der Vereinigten Staaten von Amerika. Die deutsche Hauptstadt Berlin soll nach dem Willen Schmidts finanziell gestärkt werden, wobei er eine dem Bund unterstellte und von ihm unterhaltene Hauptstadt (Bundesdistrikt) wie Washington, D.C. als das tragfähigste Modell ansieht.

Helmut Schmidt beklagt zeit seines Lebens eine übermäßige deutsche „Regulierungswut“ und stellt bei der staatlichen Exekutive eine ausgeprägte „Paragraphengläubigkeit“ fest. Die politische Klasse in Deutschland sei von einer „psychischen Epidemie“ ergriffen, wovon unter anderem das 2003 eingeführte Dosenpfand und das bis 2008 durchgesetzte Rauchverbot zeugten. Daher sollten viele Gesetze abgeschafft und vereinfacht werden. Das Grundgesetz solle behutsamer und nicht so häufig geändert werden und das Bundesverfassungsgericht sich mit seinen „einengenden“ Urteilen zurückhalten. Schmidt warnt vor einer Machtverschiebung zwischen Parlament und Bürokratie. Das beste Beispiel einer Behörde, die ohne Verstand und parlamentarische Kontrolle agiert, ist für ihn die KMK, die Kultusministerkonferenz, die das deutsche Rechtschreibchaos angerichtet habe.

2011 schaltete sich Schmidt in die Debatte um die Rolle der EZB in der aktuellen Krise der Gemeinschaftswährung Euro ein. Diese war u. a. auch durch Äußerungen des damaligen Bundespräsident Christian Wulff in die Kritik geraten. Hier sprach sich Schmidt deutlich für die EZB aus, die er für ihre Unabhängigkeit lobte.[46]

Gesellschaftspolitik[Bearbeiten]

Die multikulturelle Gesellschaft bezeichnet Helmut Schmidt als „eine Illusion von Intellektuellen“.[47] Mit einer demokratischen Gesellschaft sei das Konzept von Multikulti schwer vereinbar, so Schmidt. Es sei deshalb ein Fehler gewesen, dass die Bundesrepublik zu Beginn der 1960er-Jahre Gastarbeiter aus fremden Kulturen einwandern ließ.[48]

In der Frage der Volljährigkeit war Helmut Schmidt immer gegen die Herabsetzung vom 21. auf das 18. Lebensjahr im Jahre 1975. Damit befindet er sich im Gegensatz zur Parteimeinung der SPD.[49]

Außenpolitik[Bearbeiten]

Schmidt mit dem späteren Präsidenten der Vereinigten Staaten, Ronald Reagan, 1978

In der Außenpolitik legt Schmidt sehr großen Wert auf das Prinzip der Nichteinmischung in die Angelegenheiten souveräner Staaten. Kritisch bezieht Schmidt Stellung zu so genannten humanitären Interventionen wie auf dem Balkan: „Leider erleben wir, was das Völkerrecht angeht, im Augenblick nur Rückschritte, nicht nur bei den Amerikanern, sondern auch auf deutscher Seite. Was wir im Kosovo und in Bosnien-Hercegovina gemacht haben, verstieß eindeutig gegen das damals geltende Völkerrecht.“[50]

Schmidt ist ein Gegner des geplanten Beitritts der Türkei zur Europäischen Union. Er befürchtet, dass der Beitritt die außenpolitische Handlungsfreiheit der EU gefährden würde, sowie ferner, dass der Beitritt und die damit verbundene Freizügigkeit die seiner Ansicht nach dringend gebotene Integration der in Deutschland lebenden türkischen Staatsbürger aussichtslos werden ließe.[51]

Den G8-Gipfel in seiner heutigen Ausführung bezeichnet er als „Medienspektakel“ und fordert die Erweiterung um China, Indien, die großen Erdöl-Exporteure und die Entwicklungsländer.[52]

Für Schmidt ist die Debatte um die globale Erwärmung „hysterisch überhitzt“. Einen klimatischen Wechsel gebe es schon immer, die Ursachen hält Schmidt für „einstweilen nicht ausreichend erforscht“[53] und „die von vielen Regierungen international betriebene sogenannte Klimapolitik steckt noch in ihren Anfängen. Die von einer internationalen Wissenschaftlergruppe (Intergovernmental Panel on Climate Change) bisher gelieferten Unterlagen stoßen auf Skepsis. Jedenfalls sind die von einigen Regierungen öffentlich genannten Zielsetzungen bisher weniger wissenschaftlich als vielmehr lediglich politisch begründet.“[54]

Als größte internationale Herausforderung der Zukunft bezeichnet er die globale Bevölkerungsexplosion und die damit verbundene Bewältigung von Ernährungs-, Energie- und Umweltschutzfragen.

Ehrungen[Bearbeiten]

Schmidt, 2001

Helmut Schmidt erhielt im Laufe seines Lebens zahlreiche Ehrungen in Form von Preisen, Ehrendoktorwürden, Ehrenbürgerschaften. Den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland lehnte er jedoch 1968 nach hanseatischer Tradition ab.

Ehrenbürgerschaften[Bearbeiten]

Ehrensenator[Bearbeiten]

1983 wurde Helmut Schmidt zum Ehrensenator der Universität Hamburg[55] ernannt.

Ehrendoktorwürden[Bearbeiten]

Im Laufe seiner Regierungszeit und auch danach wurde Helmut Schmidt mit 30 Ehrendoktorgraden geehrt, darunter unter anderem Ehrendoktorwürden der britischen Universitäten Oxford und Cambridge, der Pariser Sorbonne, der amerikanischen Harvard- und der Johns Hopkins University, USA, sowie der Keio-Universität in Japan. 1983 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Katholieke Universiteit Leuven.

2007 erhielt Helmut Schmidt die Ehrendoktorwürde der Philipps-Universität Marburg im Rahmen der Christian-Wolff-Vorlesungen mit der Begründung, das „der Aufklärung verpflichtete Fach Philosophie“ erkenne „in Helmut Schmidt den Philosophen im Politiker“.[56] Die Ehrung wurde von Lehrenden der Politikwissenschaft heftig kritisiert. Sie sahen darin ein symbolisches Ende der marxistischen Tradition Wolfgang Abendroths in Marburg und stellten zugleich die sachliche Verleihungswürdigkeit Schmidts in Frage.

Stiftungen[Bearbeiten]

Preise[Bearbeiten]

Schmidt, 2013

Sonstige[Bearbeiten]

Verschiedenes[Bearbeiten]

Glückwünsche des HVV zum 95.Geburtstag

Der Hamburger Helmut Schmidt ist für viele […] der Hanseat par excellence.[67][68] 2005 wurde Helmut Schmidt in einer Umfrage von Emnid als beliebtester Politiker der jüngeren deutschen Geschichte ermittelt.[69]

Helmut Schmidt ist mit einem Alter von 95 Jahren und 221 Tagen der älteste der drei noch lebenden ehemaligen Bundeskanzler (Schmidt, Kohl, Schröder) und seit dem Tod seines ehemaligen Innenministers Werner Maihofer zudem der älteste noch lebende Bundesminister a. D.

Senate und Kabinette[Bearbeiten]

Werke (Auszug)[Bearbeiten]

Eine bibliografische Sammlung mit dem Anspruch auf Vollständigkeit bietet die Helmut-Schmidt-Bibliografie der Universitätsbibliothek der Helmut-Schmidt-Universität. Viele nichtselbständige Werke liegen dort im Volltext vor.

1960–1969

  • Verteidigung oder Vergeltung. Ein deutscher Beitrag zum strategischen Problem der NATO. Seewald/Stuttgart-Degerloch 1961.
  • Militärische Befehlsgewalt und parlamentarische Kontrolle. In: Horst Ehmke, Carlo Schmid, Hans Scharoun, Festschrift für Adolf Arndt zum 65. Geburtstag. Frankfurt am Main 1969, S. 437–449.
  • Reform des Parlaments. In: Claus Großner: Das 198. Jahrzehnt. Marion Gräfin Dönhoff zu Ehren. Hamburg 1969, S. 323–336.

1970–1979

  • Die Opposition in der modernen Demokratie. In: Rudolf Schnabel, Die Opposition in der modernen Demokratie. Stuttgart 1972, S. 51–60.
  • Als Christ in der politischen Entscheidung. (Gütersloher Taschenbücher Siebenstern 206). Gütersloher Verlagshaus Mohn, Gütersloh 1976, ISBN 3-579-03966-0.

1980–1989

1990–1994

  • Die Deutschen und ihre Nachbarn. Menschen und Mächte, Teil 2. Siedler, Berlin 1990, ISBN 3-88680-289-2.
  • Politischer Rückblick auf eine unpolitische Jugend. In: Helmut Schmidt, Hannelore Schmidt u. a.: Kindheit und Jugend unter Hitler. Goldmann TB, 1994, ISBN 3-442-12851-X, S. 209–282.
  • Handeln für Deutschland. Berlin 1993.
  • Zur Lage der Nation. 1994.

1995–1999

2000–2004

  • Die Selbstbehauptung Europas, Perspektiven für das 21. Jahrhundert. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart/ München 2000, ISBN 3-421-05357-X.
  • Hand aufs Herz. Helmut Schmidt im Gespräch mit Sandra Maischberger. Ullstein, 2003, ISBN 3-548-36460-8.
  • Die Mächte der Zukunft: Gewinner und Verlierer in der Welt von morgen. Siedler Verlag, München 2004, ISBN 3-442-15378-6.

2005–2009

seit 2010

Helmut Schmidt (2014)

Literatur[Bearbeiten]

Biografische Gesamtdarstellungen

Bildbiografien und Fotodokumentationen

  • Stefan Aust, Robert Fleck (Hrsg.): Helmut Schmidt – Ein Leben in Bildern des Spiegel-Archivs. Deutsche Verlags-Anstalt, München, und SPIEGEL-Buchverlag, Hamburg 2005, ISBN 3-421-05888-1. (Bildbiografie unter Verwendung persönlicher und privater Aufnahmen)
  • Dieter Dowe, Michael Schneider (Hrsg.), Josef Heinrich Darchinger (Fotograf): Helmut Schmidt – Fotografiert von Jupp Darchinger. J.H.W. Dietz Verlag (Nachf.), Bonn 2008, ISBN 978-3-8012-0389-4.
  • Jens Meyer-Odewald: Ein Leben. Helmut und Hannelore Schmidt. Hrsg.: Lars Haider. Hamburger Abendblatt, Hamburg 2011, ISBN 978-3-939716-98-3. (Bild-Doppelbiografie unter Verwendung von Aufnahmen öffentlicher Archive und privater Aufnahmen aus dem Archiv Helmut Schmidt)

Lebensabschnitte

  • Uwe Rohwedder: Helmut Schmidt und der SDS. Die Anfänge des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes nach dem Zweiten Weltkrieg. Edition Temmen, Bremen 2007, ISBN 978-3-86108-880-6.
  • Detlef Bald: Politik der Verantwortung. Das Beispiel Helmut Schmidt: Das Primat des Politischen über das Militärische 1965–1975. Aufbauverlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-351-02674-5.
  • Sabine Schneider: Die Kunst des Kompromisses, Helmut Schmidt und die Große Koalition 1966–1969. Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 1999, ISBN 3-506-77957-5.
  • Matthias Waechter: Helmut Schmidt und Valéry Giscard d'Estaing. Auf der Suche nach Stabilität in der Krise der 70er Jahre, Edition Temmen, Bremen 2011, ISBN 978-3-8378-2010-2.
  • Klaus Bölling: Die letzten 30 Tage des Kanzlers Helmut Schmidt. Ein Tagebuch. Rowohlt, Reinbek 1982, ISBN 3-499-33038-5.
  • Jochen Thies: Helmut Schmidts Rückzug von der Macht. Das Ende der Ära Schmidt aus nächster Nähe. 2. Auflage. Verlag Bonn Aktuell, Stuttgart 1988, ISBN 3-87959-376-0.

Prinzipien, Werte und Stil, Handlungsmotive

Einzelaspekte

  • Gunter Hofmann: Willy Brandt und Helmut Schmidt. Geschichte einer schwierigen Freundschaft. Verlag C. H. Beck, München 2012, ISBN 978-3-406-63977-7.
  • Henning Albrecht: Pragmatisches Handeln zu sittlichen Zwecken. Helmut Schmidt und die Philosophie. Edition Temmen, Bremen 2008, ISBN 978-3-86108-635-2.
  • Johannes von Karczewski: „Weltwirtschaft ist unser Schicksal“. Helmut Schmidt und die Schaffung der Weltwirtschaftsgipfel. Bonn 2008, ISBN 978-3-8012-4186-5.
  • Heinz-Norbert Jocks:Das Reale und das vorgestellte China. Interview mit Helmut Schmidt. In: Kunstforum International. Bd. 193, September-Oktober 2008, S. 64–77.
  • Guido Thiemeyer: Helmut Schmidt und die Gründung des Europäischen Währungssystems 1973-1979. In: Franz Knipping, Matthias Schönwald (Hrsg.): Aufbruch zum Europa der zweiten Generation. Trier 2004, ISBN 3-88476-652-X, S. 245–268.
  • Kunst im Kanzleramt – Helmut Schmidt und die Künste. Wilhelm Goldmann Verlag, München 1982, ISBN 3-442-10192-1.

Würdigungen

  •  Wolfgang Mielke; Helmut Marrat: Helmut Schmidt zum 95. Geburtstag; Helmut Schmidt, Poetische Strenge / Eine Skizze. In: Perinique. Magazin Weltkulturerbe. Nr. 18, Perinique Verlag, Hamburg, Berlin Mai 2014, ISSN 1869-9952, S. 7-23, DNB 1000901297, ZDB-ID 2544795-6.

Filme und TV-Auftritte[Bearbeiten]

  • 1997: Todesspiel. TV-Doku-Drama, Deutschland 1997, 177 Min., Buch und Regie: Heinrich Breloer, Produktion: WDR, mit Interview von Schmidt und seiner filmischen Darstellung
  • 2005: Die Nacht der großen Flut. TV-Doku-Drama, Deutschland 2005, 90 Min., Buch und Regie: Raymond Ley, Produktion: Cinecentrum, Erstsendung: 28. Oktober 2005, TV-Dokudrama zur Sturmflut von 1962 in Hamburg. (Filmausschnitte)
  • 2005: Helmut Schmidt – Mein Leben. Dokumentation, Deutschland, 43 Min., Regie: Felix Schmidt, Produktion: macroscope, ZDF, Inhaltsangabe von arte
  • 2006: Helmut Schmidt im Gespräch mit Reinhold Beckmann. Erstsendung: 25. September 2006, Inhaltsangabe der ARD, mit Video (ca. 70 Min.)
  • 2007: Helmut Schmidt außer Dienst. Fernsehfeature, 90 Min., 2001–2006, ein Film von Sandra Maischberger und Jan Kerhart, Produktion: NDR, Erstsendung: 4. Juli 2007, ausgezeichnet mit der Goldenen Kamera 2008 in der Kategorie „Beste Information“, als YouTube Video in 9 Teilen: Teil 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, auch als Die Zeit-Dokumentation
  • 2008: Helmut Schmidt im Gespräch mit Sandra Maischberger, („Menschen bei Maischberger“, 75 Min.)vom 20. Mai 2008, Video der ARD
  • 2008: Buchvorstellung „Außer Dienst“ – Helmut Schmidt im Gespräch mit Claus Kleber, Erstsendung: 21. September 2008, 13 Uhr (Phoenix) Video in der PHOENIX Bibliothek
  • 2008: Helmut Schmidt im Gespräch mit Reinhold Beckmann. Erstsendung: 22. September 2008, Inhaltsangabe der ARD (ca. 72 Min.)
  • 2008: Mogadischu. TV-Drama über die Entführung der Lufthansa-Maschine Landshut, Deutschland 2008, 108 Minuten, Regie: Roland Suso Richter
  • 2008: Helmut Schmidt – Der deutsche Kanzler. Dokumentation, ZDF vom 16. Dezember 2008, 20:15–21:15, Dauer 58 Minuten.
  • 2008: Schmidt (Bergedorf) – Eigenschaften. Biografie, Die Zeit, vom 11. Dezember 2008, DVD, Dauer 9 Minuten.
  • 2008: Helmut Schmidt – Mein Jahrhundert. Ein Film von Reinhold Beckmann und Christoph Weinert, ARD (60 Min.) vom 23. Dezember 2008
  • 2009: Zur Lage der Nation. Helmut Schmidt im Gespräch mit Sigmund Gottlieb, BR („Münchner Runde“, 45 Min.) vom 3. Februar 2009
  • 2009: Wir Schmidts. Helmut und Loki Schmidt im Gespräch mit Giovanni di Lorenzo, Erstsendung: 25. Februar 2009, (ARD), Inhaltsangabe der ARD
  • 2009: Erfahrungen und Einsichten. Helmut Schmidt im Gespräch mit Markus Spillmann und Marco Färber, NZZ online (53 Min.) vom 6. Dezember 2009 (Video)
  • 2010: Helmut Schmidt und Fritz Stern im Gespräch mit Reinhold Beckmann, ARD (75 Min.), 22. Februar 2010
  • 2010: Was meinen Sie, Helmut Schmidt? im Gespräch mit Sigmund Gottlieb, BR („Münchner Runde“, 45 Min.) vom 2. März 2010
  • 2010: Mehr Verantwortung! Helmut Schmidt im Gespräch mit Christhard Läpple, ZDF, aspekte, 26. Juni 2010
  • 2010: Helmut Schmidt im Gespräch mit Sandra Maischberger, ARD („Maischberger“, 75 Min.) vom 14. Dezember 2010
  • 2011: Helmut Schmidt und Peter Scholl-Latour im Gespräch mit Reinhold Beckmann, ARD (75 Min.) vom 2. Mai 2011
  • 2011: Helmut Schmidt und Peer Steinbrück im Gespräch mit Günther Jauch, ARD (60 Min.) vom 23. Oktober 2011
  • 2011: Helmut Schmidt – Sein Jahrhundert, sein Leben; Studio Hamburg / NDRfernsehen / Die Zeit-Dokumentation; DVD-Zusammenstellung mit fünf DVDs: 1. Im GesprächDas politische StudioEin Porträt des Bundeskanzlers, 2. Ein Mann und seine Stadt, 3. Ein Mann namens Schmidt, 4. Helmut Schmidt – Mein Jahrhundert, 5. Staatsmann und Hanseat.
  • 2012: Helmut Schmidt im Gespräch mit Sandra Maischberger, ARD (75 Min.) vom 7. August 2012.
  • 2012: Warum noch an Europa glauben? – Bundespräsident Joachim Gauck und Alt-Kanzler Helmut Schmidt bei Maybrit Illner, ZDF (60 Min.) vom 27. September 2012.
  • 2012: Helmut Schmidt im Gespräch mit Wolfgang Schäuble, Phoenix (Wirtschaftsforum des Zeitverlages, 44 Min.) vom 10.  November 2012
  • 2012: Helmut Schmidt im Gespräch mit Siegmund Gottlieb, BR („Münchner Runde“, 45 Min.) vom 20. November 2012.
  • 2013: Helmut Schmidt und Yu-chien Kuan im Gespräch mit Reinhold Beckmann, ARD (75 Min.) vom 2. Mai 2013

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Helmut Schmidt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.spiegel.de Interview mit Helmut Schmidt
  2. Vgl. Jonathan Carr: Helmut Schmidt. Econ, Düsseldorf/Wien 1985, S. 29. Zwei Bilder von 1942 belegen zudem das Eiserne Kreuz: Vgl. Hartmut Soell: Helmut Schmidt: 1918–1969. Vernunft und Leidenschaft. DVA, München 2004, zwischen S. 272–273. Jonathan Carr: Helmut Schmidt. Econ, Düsseldorf/Wien 1985, zwischen S. 136–137 (Hochzeitsfoto). Zur Leningrader Blockade siehe Alex J. Kay: Hungertod nach Plan. In: der Freitag, 23. Januar 2009, S. 11.
  3. Wibke Bruhns: Eine deutsche Familiengeschichte, Biographie
  4. Hartmut Soell: Helmut Schmidt: 1918–1969. Vernunft und Leidenschaft. DVA, München 2004.
  5. a b Heinrich August Winkler: Das Holz, aus dem Kanzler geschnitzt werden, in: Die Zeit, Nr. 42/2003.
  6. Helmut Schmidt. In: www.whoswho.de, rasscass Medien und Content Verlag.
  7. Hans-Joachim Noack: Helmut Schmidt. Die Biographie. Rowohlt, Berlin 2008 (4. Auflage 2009), ISBN 978-3-87134-566-1.
  8. Beitrag auf cosmopolis.ch
  9. Interview im Zeit-Magazin, „Leben“ Nr. 17/2008.
  10. Helmut Schmidt – Verteidigungsminister von 1969 bis 1972, Bundesministerium der Verteidigung
  11. a b Eigenaussagen im Interview in der Sendung Beckmann vom 25. September 2006 (Version vom 7. Oktober 2006 im Internet Archive)
  12. Unsere Soldaten hatten keine kollektive Ehre. In: Die Welt, 20. Dezember 2008; Gespräch mit Ulrich Wickert.
  13. Interview in Spiegel 39/2012, „Umtaufen in Strauß-Affäre“ Interviewführer Klaus Wiegrefe, Georg Bönisch, Georg Mascolo, S. 74, 75,
  14. a b Interview mit Helmut Schmidt: Ich bin in Schuld verstrickt, in: Die Zeit, Nr. 36/2007.
  15. Joachim Scholtyseck, Die FDP in der Wende, Historisch-Politische Mitteilungen. Band 19, Heft 1, January 2013, S. 197–220, S. 201. ISSN (Online) 2194-4040, ISSN (Print) 0943-691X online pdf
  16. Joachim Scholtyseck, Die FDP in der Wende, Historisch-Politische Mitteilungen. Band 19, Heft 1, January 2013, S. 197–220, S. 201f. ISSN (Online) 2194-4040, ISSN (Print) 0943-691X online pdf
  17. Deutsche-Bundeskanzler.de, Informationen zu allen deutschen Bundeskanzlern, abgerufen am 28. September 2013.
  18. www.youtube.de, Abschiedsrede im Bundestag, 10. Sep. 1986, nur audio, abgerufen am 28. September 2013.
  19. Briefwechsel Helmut Schmidt mit den Abgeordneten des Seeheimer Kreises vom 8. Dezember 1987 [1]
  20. Helmut Schmidt, Außer Dienst, Siedler Verlag, München, 2008, S. 165.
  21. Theo Sommer, Essay zum 90. Geburtstag Helmut Schmidts in Zeit Online vom 21. April 2009 [2]
  22. Wolfgang Lienemann, Frieden: vom „gerechten Krieg“ zum „gerechten Frieden“, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2000, Bensheimer Hefte, Heft 92, S. 52.
  23. Christian Hacke, Manfred Knapp, Christoph Bertram, Friedenssicherung und Rüstungskontrolle in Europa, Verlag Wissenschaft und Politik, 1989, S. 58.
  24. Michael Salewski, Das nukleare Jahrhundert: eine Zwischenbilanz, Historische Mitteilungen, Beiheft, Franz Steiner Verlag, 1998, S. 258.
  25. Susanne Miller: Die SPD vor und nach Godesberg. In: Susanne Miller/Heinrich Potthoff: Kleine Geschichte der SPD, Darstellung und Dokumentation 1848–1983. Verlag Neue Gesellschaft GmbH, Bonn, 5. überarb. Aufl. 1983, ISBN 3-87831-350-0, S. 228.
  26. Katholisches Sonntagsblatt: Politik braucht eher Vernunft als Religion, 20. Mai 2007, S. 2.
  27. a b c WDR5, 5. Oktober 2011: Der „coolste Kerl“ der Republik, Gabriele Gillen im Gespräch mit Helmut Schmidt.
  28. Harald Steffahn: Helmut Schmidt. rowohlts monographien, Rowohlt, Reinbek 1990 (2. Auflage Mai 1993), ISBN 3-499-50444-8.
  29. Craig R. Whitney: Der Exkanzler spricht über seine Erfahrungen mit amerikanischen und sowjetischen Staatsmännern, über deutsche Zeitgeschichte und ein lang gehütetes Geheimnis. Rückblick. Ein Interview mit Helmut Schmidt. In: Das Beste aus Reader’s Digest. Februar 1985, S. 58 f.
  30. Helmut Schmidt: Politischer Rückblick auf eine unpolitische Jugend. In: Helmut Schmidt, Hannelore Schmidt u. a.: Kindheit und Jugend unter Hitler. Siedler, Berlin 1992, Goldmann TB 1994, ISBN 3-442-12851-X, S. 209–282.
  31. Loki Schmidt über ihre kirchliche Trauung auf der Webseite der Kirchengemeinde Hambergen (abgerufen am 2. Mai 2011)
  32. „Jammern ist bei uns nicht angesagt“, Interview mit Susanne Schmidt, Stern, 16. Dezember 2008.
  33. Die Deutschen bleiben ein gefährdetes Volk. Frankfurter Allgemeine Zeitung. 8. April 2005. Abgerufen am 14. Januar 2014.
  34.  „Dann rumpelt es in der Brust …“. In: Der Spiegel. Nr. 43, 1981 (online).
  35. Das Großkapital sehen wir mit Abscheu, FAZ.net, 13. Juni 2007.
  36. Hand aufs Herz“ – Helmut Schmidt im Gespräch mit Sandra Maischberger, 2002.
  37. [3], Focus-Artikel über Schmidts neue Beziehung, 2. August 2012.
  38. Dankesrede von Helmut Schmidt für Eric-M.-Warburg-Preis (PDF; 183 kB)
  39. Helmut Schmidt – der deutsche Kanzler. Dokumentation, ZDF 2008.
  40. Ethik des Handelns. Volker Gerhardt in: DIE WELT vom 23. Dezember 2008.
  41. „Kommen Sie uns nicht mit 1945!“, in: Die Zeit, Nr. 38/2005; Interview mit Schmidt und Biedenkopf
  42. Helmut Schmidt preist Schröders Agenda. In: Spiegel Online – Politik, 27. Oktober 2007.
  43. Die Thesen: Helmut Schmidt: Wer Arbeitslosigkeit wirksam bekämpfen will, muß deregulieren, in: Die Zeit, Nr. 15/1997.
  44. Helmut Schmidt: Außer Dienst. 2008, S. 213–269.
  45. Helmut Schmidt: „SPD wird Atomausstieg kippen“, auf Hamburger Abendblatt-online, 24. Juli 2008
  46. Helmut Schmidt zum Trichet-Abschied: „Das Euro-Krisengerede ist leichtfertiges Geschwätz“
  47. Helmut Schmidt: Multikulturelle Gesellschaft „Illusion von Intellektuellen“, NA-Presseportal, 20. April 2004
  48. Schmidt: „Multikulti ist kaum möglich“, Hamburger Abendblatt-online, 24. November 2004
  49. „Volljährig mit 18? Helmut Schmidt hält nichts davon“, Süddeutsche Zeitung-jetzt, 11. November 2007.
  50. „So sicher waren die Verhältnisse gar nicht“, Interview (Patrick Bahners, Frank Schirrmacher) in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 23. Dezember 2008.
  51. Helmut Schmidt: „Türkei passt nicht in die EU“, Hamburger Abendblatt online, 13. Dezember 2002
  52. Altkanzler Helmut Schmidt im BILD-Interview „Der G8-Gipfel ist nur noch ein Spektakel“
  53. RP Online: Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt – Klimadebatte „reine Hysterie“
  54. Verantwortung der Forschung im 21. Jahrhundert. Max-Planck-Gesellschaft. 11. Januar 2011. Archiviert vom Original am 7. Juli 2011. Abgerufen am 27. September 2012.
  55. Ehrensenatorinnen und Ehrensenatoren der Universität Hamburg
  56. koerkel: Helmut Schmidt erhielt Ehrendoktorwürde der Philipps-Universität. Im Rahmen der traditionellen Christian-Wolff-Vorlesung sprach Schmidt über „Gewissen und Verantwortung des Politikers“ – Den Festvortrag hielt C. F. Gethmann, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Philosophie. Philipps-Universität Marburg, 7. März 2007, abgerufen am 24. Februar 2011.
  57. Charles Maier wins Helmut Schmidt Prize in German-American Economic History. (englisch)
  58. Nell-Breuning-Preis „große Ehre“ für Helmut Schmidt, Website der Stadt Trier
  59. Pressemitteilung der American Academy. American Academy in Berlin, 30. Mai 2007, archiviert vom Original am 28. Juni 2007, abgerufen am 24. Februar 2011 (PDF, englisch): „As a publisher, he remains a pre-eminent catalyst of transatlantic dialogue and debate.“
  60. Weltwirtschaftlicher Preis 2007, Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel.
  61. Mendelssohn-Preis 2009. Abgerufen am 10. Februar 2009.
  62. Altkanzler Schmidt für politische Verdienste geehrt. In: Fuldaer Zeitung. 17. Juni 2010, abgerufen am 17. Juni 2010.
  63. Helmut Schmidt erhält Point-Alpha-Preis 2010. In: Frankfurter Rundschau. 3. Januar 2010.
  64. Artikel der WN
  65. welt.de: Helmut Schmidt und der Vogel der nicht fliegen kann, abgerufen am 6. November 2012.
  66. Auszeichnung: Schmidt ist "zutiefst gerührt" von Familie Schleyer bei welt.de, 26. April 2013 (abgerufen am 27. April 2013).
  67. Pressemeldungen vom 6. Januar 1999. Pressestelle der Hansestadt Hamburg. 6. Januar 1999. Archiviert vom Original am 23. September 2004. Abgerufen am 24. September 2012.
  68. … Schmidt kontert: „Ich bin Hanseat und werde es bleiben!“ In: Hamburger Abendblatt, 18. Mai 2007.
  69. Helmut Schmidt ist beliebtester Politiker der jüngeren deutschen Geschichte. Discovery Geschichte. 17. August 2005. Archiviert vom Original am 6. Oktober 2008. Abgerufen am 27. September 2012.
  70. Inhaltsverzeichnis (PDF; 50 kB)
  71. a b c Daniela Münkel: Sammelrezension Helmut Schmidt. In: H-Soz-u-Kult. 9. November 2009 (PDF, 93 kB).