Herbert Jäckle

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Herbert Jäckle (* 6. Juli 1949 in Konstanz) ist ein deutscher Entwicklungsbiologe. Seit 2002 ist er Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft.

Leben[Bearbeiten]

Jäckle absolvierte das Abitur 1969 am Leibniz-Gymnasium in Rottweil. Dem Studium der Chemie und Biologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg folgte 1977 die Promotion an der biologischen Fakultät der Universität. Anschließend war er dort als Assistent am Zoologischen Institut tätig. Von 1978 bis 1980 arbeitete er als Postdoktorand an der University of Texas at Austin an der Frühentwicklung von Insekten.

1980 kam er ans EMBL in Heidelberg zurück, 1982 wurde er Leiter einer selbständigen Nachwuchsgruppe am Max-Planck-Institut für Virusforschung. 1984 erfolgte die Habilitation an der Universität Tübingen. 1988 wurde er zum Professor und Ordinarius für Genetik an die Ludwig-Maximilians-Universität München berufen, seit Januar 1991 ist er Wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft und Direktor der Abteilung „Molekulare Entwicklungsbiologie“ am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen. 1993 wurde er Honorarprofessor der Universität Göttingen. Im Juni 2002 wurde er vom Senat zum Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft gewählt, im Juni 2007 für eine zweite Amtsperiode in diesem Amt bis 2014 bestätigt.

1985 wurde Jäckle als Mitglied in die European Molecular Biology Organization (EMBO) aufgenommen, 1990 in die Academia Europaea, 1998 in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina und 2000 in die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.

Wirken[Bearbeiten]

Seine Forschungsgebiete sind molekulare Kontrollmechanismen der Embryonalentwicklung der Fliege Drosophila melanogaster und der Energiehomöostase von Organismen. Es gelang Jäckle, bei der Fliege Entwicklungskontrollgene und molekulare Regelmechanismen zu identifizieren, die zur Ausbildung der Körpersegmente notwendig sind. Die Kontrollgene und deren Wechselwirkungen, die molekularen Grundprinzipien finden sich auch bei Säugetieren konserviert. Seine Projekte zur Regulation der Energiehomöostase eröffnen somit auch einen Zugang zum Verständnis der menschlichen Fettsucht.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Beller M., C. Sztalryd, N. Southall, M. Bell, H. Jäckle, D.S. Auld, and B. Oliver: COPI complex is a regulator of lipid homeostasis. PLoS Biology 6, 2530-2549 (2008)
  • Grönke, S., A. Mildner, S. Fellert, N. Tennagels, S. Petry, G. Müller, H. Jäckle and R.P. Kühnlein: Brummer lipase is an evolutionary conserved fat storage regulator in Drosophila. Cell Metabolism 1, 323-330 (2005)
  • Hirosawa-Takamori, M., H.-R. Chung and H. Jäckle: Conserved selenoprotein synthesis is not critical for oxidative stress defence and the lifespan of Drosophila. EMBO reports 5, 317–322 (2004)
  • Niessing, D., S. Blanke and H. Jäckle: Bicoid associates with the 5'-cap-bound complex of caudal mRNA and represses translation. Genes Dev. 16, 2576-2582 (2002)
  • Schöck, F., J. Reischl, E. Wimmer, H. Taubert, B.A. Purnell and H. Jäckle: Phenotypic suppression of empty spiracles is prevented by buttonhead. Nature 405, 351-354 (2000)
  • González-Gaitán, M. and H. Jäckle. Role of Drosophila alpha-adaptin in presynaptic vesicle recycling. Cell 88: 767-776 (1997)
  • Rivera-Pomar, R. and H. Jäckle. From gradients to stripes in Drosophila embryogenesis: filling in the gaps. Trends Genet. 12: 478-483 (1996)
  • Rivera-Pomar, R., X. Lu, N. Perrimon, H. Taubert and H. Jäckle. Activation of posterior gap gene expression in the Drosophila blastoderm. Nature 376: 253-256 (1995)
  • G. Brönner, Q. Chu-LaGraff, C.Q. Doe, B. Cohen, D. Weigel, H. Taubert and H. Jäckle. Sp1/egr-like zinc-finger protein required for endoderm specification and germ-layer formation in Drosophila. Nature 369: 664-668 (1994)

Weblinks[Bearbeiten]