Hermannshöhle (Harz)

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Hermannshöhle (Harz)
Kalksinter in hinteren Teilen der Höhle

Kalksinter in hinteren Teilen der Höhle

Lage: Sachsen-Anhalt, Deutschland
Geographische
Lage:
51° 45′ 17″ N, 10° 50′ 50″ O51.75472222222210.847222222222Koordinaten: 51° 45′ 17″ N, 10° 50′ 50″ O
Hermannshöhle (Harz) (Sachsen-Anhalt)
Hermannshöhle (Harz)
Entdeckung: 1866
Mittlere jährliche Besucherzahl: 88.600 2007–2011
Besucher aktuell: 85.044 (2011)
Website: Offizielle Seite

Die Hermannshöhle ist neben der Baumannshöhle eine weitere Schauhöhle in Rübeland bei Wernigerode.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Höhle entstand im Devon-Kalk des Elbingeröder Komplexes in Verbindung mit der Ausbildung des Bodetals. Sie wurde am 28. Juni 1866 durch den aus Neuwerk stammenden Wegeaufseher Wilhelm Angerstein (Spitzname: Sechserding) beim Räumen von Schutt- und Geröllmassen auf der Bergseite der Hasselfelder Straße entdeckt. Der freigelegte Eingang war schon am darauf folgenden Tag mit einer Tür versehen. Am 1. Mai 1890 wurde die Höhle für den Besucherverkehr freigegeben.

Durch ihren frühen Verschluss ist der reiche Tropfsteinschmuck noch weitgehend erhalten. Bekannt geworden ist die Höhle unter anderem wegen der zahlreichen Knochenfunde des Höhlenbären. Umfangreich erforscht wurde die Höhle von J. H. Klooß, Robert Nehring (1888) und Friedrich Stolberg (1932). Bei andauernden Forschungen seit 1970 wurden viele bis dahin unbekannte Hohlräume entdeckt und vermessen.

Die Hermannshöhle ist für ihre Grottenolme bekannt. Insgesamt 18 aus Istrien stammende Exemplare wurden dort in den Jahren 1932 (fünf Stück) vom Geologen Walter Biese und 1956 (13 Stück) zu Schauzwecken in einem künstlichen Höhlengewässer („Olmensee“) ausgesetzt, das eine Tiefe von rund 80 Zentimetern und eine permanente Wassertemperatur von 7 °C aufweist. Die Tiere stammten aus der Adelsberger Grotte im slowenischen Postojna. Im Jahr 1978 wurde ein Zuchtbecken gebaut und bei der Gelegenheit festgestellt, dass es sich bei den auffindbaren Olmen ausschließlich um Männchen handelte. 1985 wurden bei einer Säuberung des Olmensees 13 männliche Tiere herausgefangen, die vermutlich alle aus dem Import von 1956 stammen. Über den aktuellen Bestand liegen keine Informationen vor; die Grottenolme der Hermannshöhle sind aber immer noch eine Touristenattraktion.[1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Herrmannshöhle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wolf-Rüdiger Grosse: Grottenolm – Proteus anguinus Laurenti, 1768. S. 191–193 in: Frank Meyer et al. (Hrsg.): Die Lurche und Kriechtiere Sachsen-Anhalts. Laurenti-Verlag, Bielefeld 2004. ISBN 3-933066-17-4