Schulerloch

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Schulerloch (Begriffsklärung) aufgeführt.
Schulerloch
Haupthalle mit stimmungsvoller Hintergrundbeleuchtung

Haupthalle mit stimmungsvoller Hintergrundbeleuchtung

Lage: Altmühltal, Deutschland
Geographische
Lage:
48° 55′ 40″ N, 11° 49′ 1″ O48.92777777777811.816944444444Koordinaten: 48° 55′ 40″ N, 11° 49′ 1″ O
Schulerloch (Bayern)
Schulerloch
Katasternummer: H 1
Typ: Tropfsteinhöhle
Entdeckung: 1783 erstmals erwähnt
Schauhöhle seit: 1828
Beleuchtung: elektrisch (seit 1953)
Gesamtlänge: 420 Meter
Länge des Schau-
höhlenbereiches:
180 Meter
Website: Offizielle Seite

Das Schulerloch ist eine Tropfsteinhöhle im Altmühltal bei Essing in Bayern. Die 420 Meter lange Höhle im Jurakalk befindet sich 55 Meter über der Talsohle. Der größte Raum ist 793 m² groß.

Im Höhlenkataster Fränkische Alb (HFA) ist das Schulerloch als H 1 registriert. Das Schulerloch wird als Geotop-Nummer: 273H001[1] geführt. Zusätzlich ist das angrenzende Gelände als Naturschutzgebiet (NSG-00087.01) ausgewiesen [2].

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals erwähnt wurde das Schulerloch in einem Brief von 1783. Darin wird behauptet, dass die Höhle als Rückzugsort bayerischer Herzöge diente. Regierungsrat Anton von Schmauss erwarb 1825 das Gebiet mit der Höhle und ließ am Eingang zwei Pavillons errichten und über dem Eingang eine Inschrift mit Hinweis auf eine der Legende nach ehemals dort befindliche keltische Druidenschule anbringen.

Der Name Schulerloch wird teils auf die Druidenschule und teils auf das altbairsche Wort Schuller für Räuber zurückgeführt. Davon erzählt auch eine Sage von einem gotteslästerlichen Räuber, der dort mitsamt seinem Hund zur Strafe zu Stein geworden sein soll. Eine andere Sage berichtet von Schulkindern, die von einem bösen Geist dorthin gelockt und niemals wieder gesehen wurden. Vor 40.000 bis 60.000 Jahren sollen dort Neandertaler zeitweise gelebt haben. Gesichert ist, dass sich dort sowohl in der Jungsteinzeit als auch in der Bronzezeit Menschen aufgehalten haben.

Bemerkenswert sind ein Becherstalagmit in Form eines Wasserbeckens und die blumenkohlartigen Kalkablagerungen an der Decke. Die Schauhöhle kann nur im Rahmen von Führungen besichtigt werden und dient wegen ihrer Akustik auch für verschiedene Veranstaltungen. Von November bis März ist sie zum Schutz der überwinternden Fledermäuse gesperrt.

200 Meter westlich vom Großen Schulerloch liegt das Kleine Schulerloch mit einer prähistorischen Felsritzung eines Steinbocks oder Rentiers. Das Motiv wurde von dem Justizinspektor Alexander Oberneder aus Kelheim und dem Präparator Oskar Rieger im Jahre 1937 entdeckt. Das Kleine Schulerloch ist durch ein Tor verschlossen und für Besucher nicht zugänglich.

Literatur[Bearbeiten]

  • H. und E. Gruber: Das Große Schulerloch – Die Tropfsteinhöhle im Altmühltal. Verlag M. Gstöttner, Regensburg 1984
  • Marcus Beck: Die Steinartefakte aus dem Großen Schulerloch (Grabung Birkner 1915). Zur Rekonstruktion von Inventaren sowie zur Frage der kulturellen und chronologischen Einordnung eines alt gegrabenen Fundmaterials auf der Basis archäologischer Methoden. (Online-Dissertation, PDF 17 MB)

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geotop: Schulerloch (PDF; 189 kB)
  2. Regierung Niederbayern, Naturschutzgebiet Schulerloch (Abgerufen am 8. Februar 2013; PDF; 840 kB)

Weblinks[Bearbeiten]