Hidalgo (Adel)

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Ein Hidalgo in der neuen Welt

Hidalgo [iˈðalɣo] nennt man seit dem Mittelalter in Spanien den aus alten christlichen Familien stammenden Adel ohne besonderen Titel. Das Wort ist eine Abwandlung von hijo de algo, sinngemäß „Sohn von [einer Familie mit] Besitz“. algo ist abgewandelt von lateinisch aliquod „etwas“. Das entsprechende Pendant in Portugal ist der Fidalgo (von filho de algo).

Man unterscheidet Hidalgos de sangre – geborene, und Hidalgos de privilegio – von denen der Adel aus Gnaden gewonnen oder gekauft worden ist. Hinsichtlich der staatlichen Rechte standen Hidalgos früher mit den Caballeros (Rittern) und Escuderos (Schildträgern oder Adligen im Dienst eines Großen) auf einer Linie.

Die Hidalgos beteiligten sich maßgeblich an der vom 8. bis 15. Jahrhundert dauernden Reconquista (Rückeroberung) der Iberischen Halbinsel gegen die muslimischen Eroberer. Nach der Entdeckung Amerikas fuhren viele nachgeborene Söhne als Konquistadoren in die Neue Welt und nahmen während des 16. und 17. Jahrhunderts an der Eroberung und Besiedelung Amerikas teil.

Eine Parodie auf das gegen Ende des 16. Jahrhunderts als überholt geltende Rittertum der Hidalgos repräsentiert die Romanfigur Don Quijote von Miguel de Cervantes.

Im gewöhnlichen Leben werden die Hidalgos mit dem Vornamen, dem der Titel Don oder Doña vorgesetzt wird, genannt. Obwohl Spanien aktuell eine Monarchie ist, unterliegt der untitulierte Adelsstand, also die Hidalgos, keiner direkten staatlichen Kontrolle. Die Nachkommen der Hidalgos sind aber dennoch in der Königlich Spanischen Adelskorporation, der Real Asociación de Hidalgos de España zusammengeschlossen, die über die Einhaltung des historischen Adelsrechts wacht. Die Mitglieder werden persönlich in einer Adelsmatrikel geführt. Dieser Adelsverband ist Mitglied im Dachverband der europäischen Adelsverbände (C.I.L.A.N.E.).

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