Hirsebreifahrt

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Darstellung der Hirsebreifahrt von 1797 (Münster seitenverkehrt)
Darstellung von Johann Conrad Werdmüller

Die Hirsebreifahrt war eine Wette zwischen den Schweizern aus Zürich und den Elsässern aus Strassburg im Jahr 1456. Die Zürcher bewiesen mit einer Bootsfahrt, dass sie innerhalb von 24 Stunden in Strassburg sein konnten, weil der aus Zürich im Boot mitgebrachte Hirsebrei in Strassburg noch warm war.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

In früheren Zeiten fanden in Strassburg sogenannte Feldschiessen statt, zu welchen auch die Nachbarn eingeladen wurden. So waren auch einmal Zürcher Schützen dabei. Sie stellten die Behauptung auf, falls Strassburg während Kriegswirren belagert werden sollte, würden es die Zürcher fertigbringen, einen Topf mit warmem Hirsebrei auf dem Wasserweg von Zürich nach Strassburg zu fahren und ihn noch warm zu übergeben.

Wettfahrt[Bearbeiten]

Im Jahre 1456 lösten die Zürcher dieses Versprechen ein. Sie bereiteten einen Hirsebrei zu und fuhren los. Tatsächlich gelang es ihnen, Strassburg innert 22 Stunden zu erreichen und den warmen Topf zu übergeben.

Wiederholungen[Bearbeiten]

Titelblatt von Fischarts glückhafftem Schiff

Die Fahrt wurde am 20. Juni 1576 wiederholt und auch damals wurde der Brei so heiss abgeliefert, dass sich die Strassburger beim Essen „die Lefzen“ verbrannt haben sollen.

Berühmt ist das 1174 Verse lange Lobgedicht, welches Johann Fischart aus diesem Anlass verfasst hat: Das glückhafft Schiff von Zürich, Hrsg. von Alois Haas, Stuttgart 1967 (Reclams Universalbibliothek Bd. 1951).

Seit 1946 findet die Fahrt wieder alle zehn Jahre statt (mit Ausnahme von 1966). Auch 2006, vom 24. August bis zum 27. August, organisierten der Limmat-Club Zürich zusammen mit der Schützengesellschaft der Stadt Zürich, der Gesellschaft der Bogenschützen in Zürich und der Stadtmusik Zürich eine weitere Hirsebrei-Fahrt nach Strassburg. War in früheren Jahrzehnten der Zürcher Stadtpräsident nur auf einem Teilstück dabei, machte Elmar Ledergerber 2006 die ganze Fahrt mit. Wie alle anderen Reisenden trug er dabei die ganze Zeit ein historisches Kostüm.

Wegen der vielen Wehre, Staumauern und Schleusen - insgesamt sind 29 Hindernisse zu überwinden - dauert die Fahrt heute bedeutend länger als früher – etwa 2,5 Tage (ca. 27h Fahrt und 30h Mittags-/Nachtruhe, siehe Fahrplan). Die Einfahrt in Strassburg ist immer ein Volksfest mit grosser Beteiligung der Bevölkerung und Behörden. Am Nachfolgetag findet ein Schiesswettbewerb und ein Schifferstechen statt.

Galerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Über die Quellen der beiden historischen Hirsebreifahrten orientiert:

  • Jakob Baechtold: Das glückhafte Schiff von Zürich. Nach den Quellen des Jahres 1576. Zürich: Orell Füssli 1880 (=Mittheilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich, 20, Abtheilung 2, Heft 2 und Neujahrsstück, 44/1880).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hirsebreifahrt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien